Die Globale Flora nichtheimischer Pflanzen
The Global Naturalized Alien Flora
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
- Alien Species,
- Species Traits,
- Impacts,
- Conservation Science,
- Biogeography,
- Invasion Science
Dieses Anschlussprojekt zielt darauf ab, das wissenschaftliche Verständnis globaler Pflanzeninvasionen zu vertiefen, indem die Datenbank Global Naturalized Alien Flora (GloNAF) erweitert und verfeinert sowie mit weiteren globalen Datensätzen verknüpft wird. Die Forschung soll zentrale Fragen der Invasionsbiologie, Makroökologie und Naturschutzwissenschaft beantworten und sich dabei auf Merkmale invasiver Pflanzenarten, räumlich-zeitliche Invasionsmuster sowie die Rolle von Schutzgebieten (Protected Areas, PAs) bei der Eindämmung biologischer Invasionen konzentrieren. Das Projekt ist in vier Hauptarbeitspakete (Work Packages, WPs) gegliedert: WP1 Aktualisierung und Erweiterung von GloNAF (Universität Konstanz): Dieses Arbeitspaket stellt sicher, dass GloNAF die umfassendste Datenbank natüralisierter Gefäßpflanzen weltweit bleibt. Aufgabe 1.1 umfasst die Aktualisierung regionaler Artenlisten durch neue Daten und die Verfeinerung der räumlichen Auflösung über 1.343 Regionen (984 nicht überlappend). Aufgabe 1.2 ergänzt und harmonisiert artspezifische Merkmalsdaten durch die Integration von GloNAF mit wichtigen Trait-Datenbanken (AusTraits, BIEN, GIFT, TRY) sowie Literaturquellen. Datendefizite, insbesondere bei funktionellen Schlüsselttraits wie Blattgröße und spezifischer Blattfläche, sollen geschlossen werden, da diese für spätere Analysen entscheidend sind. WP2 Merkmale natüralisierter Pflanzen (Universität Konstanz): Dieses Arbeitspaket untersucht biologische und ökologische Faktoren, die den Erfolg der Naturalisierung bestimmen. Aufgabe 2.1 analysiert, inwieweit die Häufigkeit einheimischer Arten (Verbreitungsgebiet, lokale Häufigkeit, Habitatbreite) ihre globale Invasivität vorhersagt, basierend auf europäischen Vegetationsdaten. Aufgabe 2.2 prüft, ob bedrohte und invasive Pflanzen zwei entgegengesetzte Enden eines funktionellen Merkmalspektrums darstellen, indem ihre Merkmale und phylogenetischen Distanzen verglichen werden. Aufgabe 2.3 bewertet, ob gebietsfremde Pflanzen ähnliche geografische Merkmalsmuster wie einheimische Arten zeigen und ob Präadaption ihren Invasionserfolg erklärt. WP3 Multidimensionale Auswirkungen gebietsfremder Pflanzen (Universität Wien): Dieses Arbeitspaket untersucht historische und zukünftige Dynamiken von Invasionen. Aufgabe 3.1 analysiert, wie europäische Kolonialreiche die weltweite Umverteilung wirtschaftlich genutzter Pflanzen geprägt haben, unter Verwendung verknüpfter Daten aus GloNAF, der Empires Database und der World Checklist of Useful Plants. Aufgabe 3.2 modelliert die aktuellen und zukünftigen globalen Auswirkungen invasiver Pflanzen unter Klimawandelbedingungen durch Kombination von Verbreitungsprojektionen mit Impact-Daten (Bacher et al. 2024). Daraus entstehen räumlich explizite Karten, die sogenannte Impact-Debt-Zonen identifizieren, in denen zukünftige Invasionen wahrscheinlich sind. WP4 Schutzgebiete und Pflanzeninvasionen (Universität Wien): Dieses Arbeitspaket bewertet die Wirksamkeit des globalen Schutzgebietsnetzes zur Eindämmung von Invasionen im Einklang mit dem Kunming- Montreal-Biodiversitätsziel 3030. Aufgabe 4.1 prüft, ob der Reichtum gebietsfremder Pflanzenarten in Schutzgebieten geringer ist als in ungeschützten Gebieten, unter Berücksichtigung von Daten aus GBIF und WDPA sowie menschlicher Einflüsse und Schutzstufen. Aufgabe 4.2 vergleicht die Artenzusammensetzung gebietsfremder Pflanzen innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten anhand von Vegetationsdatensätzen (EVA, sPlotOpen), um ökologische und anthropogene Invasionsfaktoren zu identifizieren. Aufgabe 4.3 modelliert eine optimale Erweiterung des Schutzgebietsnetzes unter Klimawandelbedingungen, indem Invasionsrisikokarten, Ökosystemdaten und menschliche Einflussfaktoren mittels naturschutzorientierter Priorisierung (Zonation-Ansatz) integriert werden. Gesamtbedeutung: Durch die Kombination globaler Datenquellen, innovativer Modellierung und interdisziplinärer Expertise wird das Projekt das Vorhersageverständnis von Pflanzeninvasionen verbessern und zur globalen Biodiversitätspolitik beitragen. Die Ergebnisse werden Theorien der Invasionsbiologie verfeinern, Strategien zur Früherkennung und zum Management optimieren und die Erweiterung von Schutzgebieten zur Minderung zukünftiger ökologischer Auswirkungen unterstützen.
- Universität Wien - 100%
- Kleunen Mark Van, Universität Konstanz - Deutschland