Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Veterinärmedizin (70%)
Keywords
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Health,
Welfare,
Microbiome,
Aquaculture
Das Mikrobiom trägt wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Tieren bei, da es an lebenswichtigen physiologischen Prozessen beteiligt ist und die Entwicklung des Wirtes steuert. Der positive Zusammenhang zwischen vielfältigem Mikrobiom und tierischer Gesundheit und Wohlbefinden wurde bereits bei terrestrischen Nutztieren nachgewiesen, während er in der aquatischen Landwirtschaft erst an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Projekt wollen wir grundlegende Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Steuerung des Darmmikrobioms die Gesundheit und das Wohlbefinden von Fischen in der Aquakultur beeinflusst. Die Arbeit wird mit Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) durchgeführt, die eine große industrielle und gesellschaftliche Bedeutung in der globalen Lebensmittelproduktion haben und in ganz Europa gezüchtet werden. Wir werden die Grundlage dafür schaffen, die Wasserqualität in der frühen Lebensphase oder durch Stuhltransplantationen gezielt zur Manipulation des Darmmikrobioms zu nutzen. Dies dient dazu, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fische ein Leben lang zu optimieren. Außerdem werden wir die individuellen Unterschiede und die Rolle der Fischgenetik dabei untersuchen, die Stabilität und Belastbarkeit des Darmmikrobioms im späteren Lebensverlauf der Fische sowie die Reaktion von Fischen mit unterschiedlichen Darmmikrobiomprofilen auf Stress und Krankheiten. Das Projekt ist hochgradig multidisziplinär und umfasst Experten aus Dänemark, Großbritannien, Portugal, Österreich und Finnland aus den Bereichen Mikrobiologie und Fischgenomik, Ernährung, Stressbiologie, Tierschutz und Gesundheit. Die Projektergebnisse werden dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit und Robustheit sowie das Wohlergehen von Aquakulturfischen nachhaltig zu verbessern, die Sterblichkeitsrate zu senken, den Einsatz umweltschädlicher Medikamente wie Antibiotika zu verringern und den wirtschaftlichen Ertrag von Fischfarmen zu steigern. Gleichzeitig wird den zunehmenden öffentlichen Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes in der Aquakultur Rechnung getragen.