VerlangsamungDesKogn.Abbaus bei a-Syn. durch phys. Aktivität
Slowing cognitive decline in alpha-syn. through exercise
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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Irbd,
PD,
DLB,
Gamification,
Physical Activity
Die sogenannten alpha-Synucleinopathien (Parkinson-Erkrankung, Demenz mit Lewy-Körpern, Multisystematrophie) sind die zweithäufigste Form der neurodegenerativen Erkrankungen nach der Alzheimer-Krankheit. Es wird erwartet, dass es immer mehr Menschen mit diesen Krankheiten geben wird. Bis zum Jahr 2040 werden es weltweit mehr als 12 Millionen sein. Wenn man im Schlaf Träume ausagieren (REM-Schlaf-Verhaltensstörung), ist das oft ein Zeichen einer alpha-Synukleinopathie in der Frühphase. Diese kann sich innerhalb der nächsten 20 Jahre nach der Diagnose entwickeln. Bei den sogenannten alpha-Synucleinopathien verliert man nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch die kognitiven. Das beeinträchtigt die sozialen Funktionen und die Lebensqualität erheblich. Es gibt nur wenige Behandlungsmöglichkeiten für diese kognitiven Störungen. Deshalb muss man frühzeitig etwas dagegen tun. Wenn man sich viel bewegt, bleibt das Gehirn länger fit und der Verfall der Nervenzellen kann verlangsamt werden. Auch bei gesunder Alterung wirkt sich viel Bewegung positiv aus. Studien zeigen, dass Bewegungstraining die Krankheit bei Alpha-Synucleinopathien beeinflussen kann. Es gibt aber nur wenige Studien zu Bewegungstrainings für Menschen mit Morbus Parkinson oder Demenz mit Lewy-Körperchen, und die meisten davon konzentrieren sich auf kurzfristige Interventionen unter Betreuung von engagierten Physiotherapeuten oder anderen Gesundheitsdienstleistern. Wenn man motorisch oder kognitiv eingeschränkt ist, wird es schwieriger, sich zu bewegen. Wir müssen daher dringend den Zeitpunkt und die Art und Weise der Durchführung von Maßnahmen zur körperlichen Betätigung neu festlegen. Die exekutiven Funktionen (die uns helfen, Aufgaben zu planen, zu organisieren, Entscheidungen zu treffen und unser Verhalten zu kontrollieren) sind schon früh beeinträchtigt, wenn Menschen nachts Träume ausagieren. Deshalb sind Menschen mit einer REM-Schlaf Verhaltensstörung eine sehr geeignete Zielgruppe, um zu untersuchen, wie sich der Lebensstil auf die kognitiven Funktionen auswirkt. Menschen mit einer isolierten REM-Schlaf Verhaltensstörung können mithilfe einer Handy-App ihre körperliche Aktivität im Alltag fördern, und Einschränkungen überwinden. So können sie ihren Lebensstil langfristig ändern und mehr machen. Wir führen eine Studie mit mehr als 250 Personen mit REM-Schlaf Verhaltensstörung durch. Die Studie läuft über ein Jahr. Wir testen eine App, die die kognitiven Fähigkeiten verbessern soll. Dafür testen wir die kognitive Funktion der Teilnehmer auch aus der Ferne, und untersuchen bildgebende und blutbasierte Marker der Gehirnalterung. Außerdem testen wir die App, die das Spielprinzip mit Gesundheit verbindet, auch an gesunden älteren Menschen ohne Risikomerkmale für eine beschleunigte Hirnalterung. Die Studie soll zeigen, wie sich mehr Bewegung positiv auf das Gehirn auswirkt und ob unser Ansatz für alle Menschen geeignet ist.
- Michael Sommerauer, Universitätsklinikum Bonn - Deutschland
- Sirwan Darweesh, Radboud University Nijmegen - Niederlande