Biblische Anthropologie im kanonischen Diskurs
Biblical Anthropology in Canonical Discourse
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Biblical Anthropology,
Old Testament,
New Testament,
Biblical Hermeneutics
Die Frage, was den Menschen ausmacht, ist keineswegs neu, aber hat sich im Rahmen verschiedener öffentlicher Debatten mit neuer Schärfe und Dringlichkeit gestellt. Die biblischen Menschenbilder sind weder thematisch stringent noch ergeben sie in ihrer Gesamtheit ein einheitliches Bild. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament gibt es vielstimmige Antworten auf die Frage, was das Menschsein ausmacht. Das Projekt untersucht Kontinuitäten und Diskontinuitäten im biblischen Diskurs über Anthropologie. Ohne ein fundamentalistisches Schriftverständnis zu vertreten, verortet es die Grundlagen eines christlichen Menschenbildes in der biblischen Anthropologie. Die anthropologischen Aussagen der Bibel bilden einen normativen Rahmen, ein Koordinatensystem, in dem eine christliche Position zum Menschsein zu verorten ist. In Anlehnung an die von E. Zenger entwickelte christlich-jüdische Bibelhermeneutik der kanonischen Diskursivität wird ein kanonischer Dialog am Beispiel von anthropologischen Themen gesucht (Geschöpflichkeit, Geschlecht, Körper, Emotionen, Kult, Persönlichkeit, Tod usw.). Dieser Dialog hebt die Vielfalt, die Vielstimmigkeit und manchmal sogar den Gegensatz zwischen dem Alten und dem Neuen Testament nicht auf, sondern entwickelt eine komplementäre und diskursive Biblische Anthropologie, die auf der theologischen Einheit der Testamente beruht. Insbesondere die verschiedenen biblischen Stimmen werden als nützliche Beiträge und rettende Übersetzungen zu der Frage verstanden, die keine Disziplin für sich allein lösen kann: Was ist der Mensch?
- Universität Graz - 100%