Unbehaglich Queer. Das ernste Spiel mit der Anerkennung
Uncomfortably Queer
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (10%); Soziologie (70%)
Keywords
-
Gender Studies,
Queer Sutdies,
Geschlechterforschung,
LGBTIAQ+
Das Fachbuch Unbehaglich Queer (erschienen im transcript Verlag 2022) von Martin J. Gössl soll durch das geförderte Publikationsvorhaben des FWF in englischer Sprache übersetzt und damit einem internationalem Publikum zugänglich gemacht werden. Die Monographie behandelt das Themenfeld der queeren Formen von Geschlechtern und Sexualitäten in modernen Gesellschaften. Dabei wird durch eine kultur- und sozialanthropologische Perspektive die Frage erläutert, welche Normen des Alltags verschiedengeschlechtlich- aber vor allem gleichgeschlechtlich-orientierte Menschen prägen und beeinflussen. Dem hinzufügend folgt die logische Frage, was denn überhaupt normal wahrgenommen wird und ob nicht vieles dieser Normalität sich auch in einer queeren - wie beispielsweise lesbisch-schwulen - Kultur wiederfindet. Die Schlaglichter werden dabei auf Wohlstand, Erfolg, Amüsement, Sexualität, Schönheit, Kultur(en) und einiges mehr gelegt, um Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede zu verdeutlichen. Des weiteren offenbart die Abhandlung sichtbare Grenzziehungen eines queeren Diskurses; vermittelt also die ehrliche Klarheit, was und wer eine scheinbare Normalität mitgestalten kann und was bzw. wer nicht. Gerade diese sozial-kulturelle Einblicke sind wichtig, da immer mehr Menschen traditionelle Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität ablegen, neue Ausdrucksformen suchen und anwenden, und folglich Sichtbarkeit auf ein stark tabuisiertes Themenfeld gelegt wird. Es steht jedoch nicht der Blick von außen auf eine gesellschaftliche Minderheit im Fokus, sondern die kritische Analyse von dem scheinbar Anderem, in dem so einiges an Normalität drinnen steckt. Nicht die Personen als Individuen oder Gruppe, sondern die kollektiven Handlungen, medialen Bilder und die zum Tragen kommenden Ideale erfahren eine analytische Aufarbeitung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Somit stehen aktuelle Bezüge in Verbindung mit queer-theoretischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen um so einen Teilaspekt dieser vielfältigen Welt einen kritischen Diskussion zu unterziehen.
- FH Joanneum - 100%