Analogue Humanities?
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (70%); Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)
Keywords
- Digital Humanities,
- Praxeology of the Humanities,
- Critical code studies,
- German Literature,
- English Literature,
- Authorship
Längst ist unabweislich geworden, dass wir in einer digitalen Kultur leben. Nicht allein das Alltagsleben, auch die wissenschaftliche Arbeit ist in einer Weise davon geprägt, die es fragwürdig werden lässt, nur einen mittlerweile fest etablierten Teilbereich davon als Digital Humanities zu bezeichnen. Innerhalb einer die Gegenwart prägenden Kultur der Digitalität wird die Frage in der Wissenschaft, was als Digital Humanities zu bezeichnen ist, immer komplexer. Zu fragen ist dabei insbesondere, worin sich diese unterschiedlichen Zugänge innerhalb der Geisteswissenschaften unterscheiden, ob sie etwa andere Methoden anwenden, andere Gegenstände bearbeiten oder andere Heuristiken zugrunde legen und wie deren Mischungsverhältnisse und Überlappungszonen beschaffen sind. Dabei soll versuchsweise auch die Perspektive der Unterscheidung umgekehrt und die Frage zumindest stärker konturiert werden, ob und in welcher Weise es komplementär zu den digitalen Geisteswissenschaften tatsächlich Analogue Humanities gibt. Es geht daher zum einen um die praxeologische Musterung gegenwärtiger Arbeitsweisen und ihrer diskursiven Voraussetzungen, zum anderen um die Frage, welche bisher latenten theoretisch-methodischen Probleme durch die neuen Forschungszugänge virulent werden. Auf dieses Weise figurieren die Digital Humanities gleichsam als Reflexionsfigur, durch die die Beiträge des Bandes aus philosophischer, medienwissenschaftlicher, soziologischer, historischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive die Rolle der Geisteswissenschaften im Digitalzeitalter erkundet wird.
- Universität Wien - 100%