Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
- Mediterranean,
- Southeastern Europe,
- Islands,
- Croatia,
- Venice,
- Habsburg Monarchy
Hvar ist heute eine beliebte Urlaubsinsel in Dalmatien. Doch neben Meer und Strand kann die Insel auf eine wechselhafte Geschichte zwischen Venedig, der Habsburger Monarchie und Jugoslawien. Dieses Buch zeichnet die Geschichte der Adriainsel Hvar uber ein halbes Jahrtausend nach, vom Beginn der venezianischen Herrschaft im 15. Jahrhundert bis zum Ende Jugoslawiens im späten 20. Jahrhundert. Die Geschichte von Hvar liefert einen Beitrag zum Verständnis der Moderne, des Wandels der Staaten und Identitäten und der transnationalen Verflechtungen in der Adria und Sudosteuropa. Dieses Buch untersucht, wie sich die Insel Hvar im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie ihre Bewohner politische Umbrüche, kulturelle Einflüsse und wirtschaftliche Wandlungsprozesse geprägt haben und umgekehrt von ihnen geprägt wurden. Anstatt Hvar als isolierte Insel darzustellen, präsentiert das Buch sie als einen dynamischen Ort, der eng mit der europäischen Geschichte verflochten ist. Im Kern untersucht das Buch die Identität: wie sich die Menschen auf Hvar im Laufe der Zeit selbst verstanden haben. Ein weiteres zentrales Thema ist die Modernisierung. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wandelte sich Hvar von einer überwiegend landwirtschaftlichen und maritimen Wirtschaft zu einer zunehmend vom Tourismus abhängigen Wirtschaft. Dies brachte wirtschaftliches Wachstum, aber auch neue Herausforderungen mit sich, wie zum Beispiel den Spagat zwischen Entwicklung und der Bewahrung lokaler Traditionen und der Umwelt. Die Insel wurde zu einem Symbol für einen umfassenderen Wandel, der in Teilen Südosteuropas zu beobachten war. Die Geschichte der Insel spiegelt zentrale Themen der südosteuropäischen Geschichte wider: Nationalismus, Imperien, Sozialismus und Globalisierung. Durch die detaillierte Fokussierung auf einen einzelnen Ort macht das Buch diese großen historischen Prozesse greifbarer und nachvollziehbarer. Insgesamt zeigt Hvar in the Modern Age: Identity and Change in Southeast Europe, dass Identität nicht fixiert ist, sondern sich ständig weiterentwickelt. Die Bewohner von Hvar sind keine passiven Objekte der Geschichte; sie sind aktive Teilnehmer, die die Kräfte um sie herum interpretieren, sich an sie anpassen und sie beeinflussen. Das Buch bietet eine differenzierte und menschenzentrierte Perspektive darauf, wie Gemeinschaften mit Veränderungen umgehen und gleichzeitig an dem festhalten, was ihnen am wichtigsten ist. Basierend auf einer Fülle von Archivmaterialien aus Kroatien, Serbien, Ungarn, Österreich, Großbritannien und den USA beleuchtet das Buch die Komplexität der Geschichte der Republik Venedig, der Habsburgermonarchie und Jugoslawiens aus einer Bottom-up-Perspektive sowie die Realitäten und Herausforderungen des Insellebens in Südosteuropa während der Moderne und wie Staaten damit umgingen.