Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Geschichte, Archäologie (15%); Kunstwissenschaften (60%); Politikwissenschaften (10%)
Keywords
Cold War Studies,
Global Modernism,
Transcultural Studies,
Mobility Studies,
Migratory Aesthetics,
Internationalism
Abstract
Während des Kalten Krieges entwickelte sich die mitteleuropäische Hauptstadt Prag neben
anderen Orten der polarisierten Nachkriegswelt zu einem zentralen Ort, an dem sich eine
Kunstwelt von großer Bedeutung für Künstler*innen aus Südasien entwickelte. Indem dieses
Buch kulturelle Mobilität als Katalysator für Austausch und Netzwerkbildung betont,
hinterfragt und verkompliziert es Annahmen über die Gegensätzlichkeit von Ost und West
im Kalten Krieg sowie die Polarisierung zwischen sogenannten totalitären Regimen und
freien Kulturen. Es bietet ein Narrativ der Dekolonisierung, das starre systemische
Ausrichtungen ablehnt und stattdessen Partizipation über politische und ideologische
Blöcke hinweg beleuchtet. Indem es Prag als Knotenpunkt positioniert, an dem sich
südasiatische Modernismen in der Nachkriegszeit mit verschiedenen Menschen,
Geschichten und Ideologien überschnitten, schlägt dieses Buch neue Wege der
Kunstgeschichte vor, die der Migrationsästhetik Vorrang vor nationalistischem
Provinzialismus einräumt. Mit einer umfassenden und erstmals eingehenden Recherche von
Archivmaterial leistet das Buch einen bedeutenden Beitrag sowohl zur Erforschung des
Kalten Krieges als auch zur kritischen globalen Modernismusforschung.