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Wie der Kontext die Vorstellung bestimmt

How contexts determine concepts

Karin Peter (ORCID: 0000-0001-6024-075X)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1275
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 28.08.2025
  • Projektende 27.08.2028
  • Bewilligungssumme 18.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Erziehungswissenschaften (85%); Philosophie, Ethik, Religion (15%)

Keywords

    Concept, Conceptual Change, Context, Victima, Sacrificium, Student

Abstract

Entscheidende theologische Termini wie Schuld, Versöhnung, Erlösung, aber auch Opfer werden nicht in exklusiver Weise in theologischen Kontexten verwendet. Sie kommen auch in dezidiert alltagsweltlichen Kontexten zum Einsatz, werden also sowohl alltagsweltlich als auch theologisch gerahmt verwendet. Mit dieser Publikation wird erforscht, wie spezifische Kontexte Vorstellungen von Jugendlichen beeinflussen und prägen, konkret inwiefern mit einem Wechsel des Kontexts Vorstellungen stabil bleiben oder sich verändern. Mit einem religionspädagogischen und -didaktischen Anliegen gilt die Aufmerksamkeit v. a. alltagsweltlichen und theologischen Kontextualisierungen. Um dies in differenzierter Weise analysieren zu können, wird der in der naturwissenschaftlichen Fachdidaktik sehr etablierte Ansatz Conceptual Change herangezogen. Ein Conceptual Change in vertikaler Hinsicht beschreibt eine Vorstellungsveränderung als Ergebnis eines Lernprozesses. Bei einem Conceptual Change in horizontaler Hinsicht hingegen werden verschiedene, aber gleichrangige Vorstellungen unterschieden, die je nach Kontext aktiviert werden. Im Sinn eines solchen Conceptual Change in horizontaler Hinsicht werden juvenile Vorstellungsstabilitäten und -veränderungen angesichts des Wechsels von alltagsweltlicher zu theologischer Rahmung untersucht. In exemplarischer Weise werden Vorstellungen von Jugendlichen zur Opferthematik erforscht, da diese sich gesellschaftlich und theologisch als höchst relevant und vielfältig erweist. Gesellschaftlich wird Opfer zum einen im Sinn von victima als Schimpfwort verwendet oder um ein passivisches Opfer zu beschreiben, das etwas erleidet. Paradoxerweise bringt der Status eines victima in der westlichen Welt aber auch Vorteile zumindest moralischer Art mit sich, weil er mit Aufmerksamkeit und Anerkennung einhergeht. Zum anderen begegnet das Opfermotiv im Sinn von sacrificium als aktives Erbringen eines Opfers für jemand oder etwas anderes. In Literatur und Film ist es in diesem Sinn in vielfacher Weise als Hingabe des eigenen Lebens für andere/s präsent. Theologisch ist die Opferthematik ebenfalls von großer Relevanz. Zugleich kann sie zu den am wenigsten geklärten und am kontrovers diskutiertesten Ideen im Christentum gezählt werden. Auf der Basis der Erforschung juveniler Vorstellungsstabilitäten und -veränderungen zur Opferthematik angesichts alltagsweltlicher und theologischer Rahmungen wird das Potenzial des Conceptual Change-Ansatzes für die Religionsdidaktik ausgelotet und religionsdidaktische Perspektiven angesichts der von Jugendlichen vorgenommenen konkreten Conceptual Changes werden entworfen.

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