Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (40%); Soziologie (60%)
Keywords
First World War,
Social Policy,
Disabled Veterans,
Habsburg Empire,
War Widows,
First Austrian Republic
Abstract
Die Studie beschäftigt sich mit der Versorgung der Kriegsopfer des Ersten Weltkrieges in Österreich.
Im ersten Teil werden die schon während der Habsburgermonarchie zugunsten von
Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen getroffenen Maßnahmen erläutert. Die zentrale gesetzliche
Grundlage, das Militärversorgungsgesetz (1875), war für die umfassende Absicherung der
Hilfsbedürftigen nicht geeignet und musste durch Provisorien ergänzt werden. Die
Wiedereingliederung der Kriegsbeschädigten in den Arbeitsprozess stand bei allen Maßnahmen an
oberster Stelle. Diese Wiedereingliederung der in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkten
Kriegsverletzten und Kriegskranken war oft nur nach intensiver medizinischer Behandlung und
Umschulung in Kursen der Invalidenschulung möglich. Die mit diesen Aufgaben befassten Behörden
waren chronisch unterdotiert. Im zweiten Teil der Studie wird ausgehend von dem im April 1919
erlassenen Invalidenentschädigungsgesetz die Nachkriegslage geschildert, die trotz des vorbildlichen
Gesetzeswerkes neuerlich von massiven Budgetproblemen gekennzeichnet war. Zudem trat nun als
neuer politischer Akteur eine starke Invalidenbewegung auf, die von großen Vereinen geführt
einige Forderungen durchsetzen konnte. Die Kriegsopferversorgung ist jener Bereich, in dem die
staatliche Sozialpolitik als erstes entgegentritt. Im abschließenden Teil werden statistische Ergebnisse
zur Zahl der Kriegsopfer und zur Lage der Interessenvertretungen präsentiert.