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Schauspieler außer sich. Exponiertheit u. performative Kunst

Actors and Performative Art. Under Exposure

Susanne Valerie Granzer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/PUB357
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 18.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (60%); Philosophie, Ethik, Religion (40%)

Keywords

    Performing Arts, Artistic Research, Theater, Philosophy On Stage, Acting, Performance Philosophy

Abstract

Actors and Performative Art. Under Exposure beginnt mit einer Kaskade unterschiedlichster Gründe für die Faszination des Theaters. Wird Theater allerdings nicht länger als Repräsentation verstanden, werden im Spiel mit der Wahrheit eine Fülle von Fragen über den Vollzug und das Ereignis unseres Daseins provoziert, die in einem ethischen Anspruch im Ästhetischen münden. Unter dieser Perspektive untersucht das Buch die schöpferischen Bedingungen des Spielens: das Verhältnis von Köper und Geist, Affektivität und Denken, Sprache und Sprechen, die Gemeinsamkeit mit anderen immer in der Ausgesetztheit vor den Augen und Ohren anderer. Das klingt in der Theorie harmloser als es seinem physischen Ereignis nach ist. Denn der schöpferische Akt katapultiert den Schauspieler in eine Zone zwischen aktiv und passiv, in der er nicht mehr alleiniger Täter und souveränes Subjekt seines Spiels ist. Das, was wir gewöhnlich unsere persönliche Identität nennen, wird dem Akteur genommen. Heiner Müller spricht vom Theater als einem Ort, dessen zentralstes Ereignis und Drama die Verwandlung, ein symbolischer Tod, sei. Darin bestünde seine elementare, wie intimste Wirkung auf Zuschauer und Spieler. Gegen Heiner Müller argumentiert der Text, dass die Faszination des Theaters nicht alleine in Angst und Verlust besteht. Gibt es doch auch die Lust an der Verwandlung, den Gewinn, den Überfluss im Spiel, der Zuschauer wie Spieler ebenfalls machtvoll einigen kann. Eine solche närrische Fabel des Glückens, die der Freude über das Ereignis der größtmöglichen Stimmigkeit der Verhältnisse Raum gibt, scheint unzeitgemäß. Aber das Unzeitgemäße ist die Zeit des Theaters. Das Besondere dieser Publikation ist die Schnittstelle zwischen Philosophie und Theater. Theorie und Praxis schwingen ineinander, denn das Spiel auf der Bühne wird hier nicht alleine aus der Perspektive einer Zuschauerin untersucht, sondern gleichermaßen aus der Perspektive und Erfahrung einer Schauspielerin und Professorin für Schauspiel. Das hat Konsequenzen auf den Stil des Buches. Es oszilliert zwischen philosophischen Reflexionen und narrativen Einschüben, wie Fabeln und Parabeln, z. B. Kleist, Caroll, Hoffman, um seine Theorien zu entwickeln und zu fundieren. In diesem Sinne vertritt das Buch den Anspruch eines trans-disziplinären Dialogs zwischen der Kunst des Spiels und der Kunst philosophischen Denkens. Man kann es als eine Art artistic research in sich selbst interpretieren.

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