Österreichische Historiker 1900-1945 Band 3
Austrian Historians 1900-1945 Vol. 3
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Austrian Historians,
History of Sciences,
History and Politics,
Biographies of Scientists
Der 3. Band der Österreichischen Historiker 19001945 enthält ausführliche wissenschaftsgeschichtliche Porträts von 13 Historikerinnen und Historikern verfasst von 14 internationalen Autoren. Er schließt in seiner Konzeption an zwei Vorgängerbände von 2008 und 2012 an, die sehr gute Aufnahme fanden (z.B.: Zunächst ist [] auf die hohe Qualität der einzelnen Beiträge hinzuweisen, die im Schnitt wiederum etwa 40 Seiten umfassen. Sie sind vorzüglich recherchiert, dokumentiert und disponiert und ragen damit weit über das ansonsten bei bio-bibliographischen Handbüchern Übliche hinaus. F.-R. Hausmann in: IFB 20, 2012 zu Band 2). Auch im 3. Band finden sich Vertreter zur Geschichte benachbarter Disziplinen, nämlich Klassische Archäologie, Volkskunde und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Im Kern wurden jedoch weitere bedeutende österreichische Historikerinnen und Historiker kritisch beleuchtet, so z.B. Otto Brunner, Adolf Helbok, Oswald Redlich, Lucie Varga und Hermann Wopfner. In den Beiträgen wird gefragt nach der damaligen wissenschaftlichen Leistung und Bedeutung und möglichen Änderungen, nach dem Karriereweg und nach außerwissenschaftlichen, z.B. politischen Tätigkeiten. Viele damalige Texte sind heute wissenschaftlich überholt und nur von wissenschaftsgeschichtlichem Interesse. Es gibt aber auch wegen ihrer positivistischen Materialfülle immer noch unverzichtbare Arbeiten, z.B. Redlichs Band der Regesta Imperii zu König Rudolf von Habsburg und die zugehörige Biografie Rudolfs. Schließlich sind Werke zu nennen, die wegen ihrer methodischen und konzeptionellen Anlage und ihres intellektuellen Narrativs noch gegenwärtig anwendbar sind und in der Forschung diskutiert werden, so etwa Brunners Monografie Land und Herrschaft von 1939. Anzuführen sind zudem Lebensläufe, die (auch) wegen außerwissenschaftlicher Aspekte Interesse erwecken, z.B. Ludo Moritz Hartmann und dessen Tätigkeit im Bereich der damaligen Volksbildung oder Lucie Varga und ihr Schicksal als deutschjüdische Historikerin. Und nicht zuletzt gehört hierher Taras Borodajkewycz, der ohne seine Causa der 1960er-Jahre als Historiker vermutlich in Vergessenheit geraten wäre. Mit dem 3. Band endet das Vorhaben Österreichische Historiker 19001945. Die Gesamtheit der in drei Bänden vorgestellten 47 Biografien darf für die Geschichte der österreichischen Geschichtsforschung der Zeit von 1900 bis 1945 als repräsentativ gelten, weist eine große Vielfalt an Lebens- und Karrierewegen auf und bereichert vielfältig die Diskussion über das Wirken von Wissenschaftlern während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.