Indian Recordings (Schomerus 1929)
Indian Recordings (Schomerus 1929)
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (80%)
Keywords
-
Phonogrammarchiv,
Christian missionary,
Sound Recording,
Classical Tamil,
field research,
Hinduism
Die CD-Publikation enthält 30 Tonaufnahmen, hauptsächlich Rezitationen aus der klassischen tamilischen Dichtung, die Hilko Wiardo Schomerus 1929 in Madras (Chennai) gemacht hat. Die Aufnahmen sind heute von großem historischem Interesse, worüber in der ausführlichen Einleitung zu lesen ist. Neben dem beruflichen Werdegang, Schomerus Engagement in der tamilischen Kultur sowie seinen Interessen, die ihn wiederholt in diese Gegend führten, werden mittels der noch gefundenen Dokumente sein Kontakt mit dem Phonogrammarchiv, der Reiseverlauf sowie seine Forschungsmethoden beschrieben. Die detaillierte Beschäftigung mit den Texten für neu angefertigte Transkriptionen förderte so manche Bezüge zum Tagesgeschehen sowie zu Schomerus penibler Arbeitstechnik zutage. Der Textteil gibt aber auch Auskunft über das Projekt der Gesamtausgabe der Historischen Bestände, deren editorische Richtlinien, sowie bezüglich des Re-Recording und der Signalverbesserung. Die Transkriptionen sind mit mp3-Files verknüpft, sodass eine einfache und schnelle Verbindung zwischen Mitlesen und Hören hergestellt werden kann. Weitere Informationen betreffen biografische Daten zu den Rezitatoren. Die Originalprotokolle, also die schriftliche Dokumentation zu den Aufnahmesitzungen, sind als Bild-Files enthalten. Da Schomerus Handschrift nicht leicht zu entziffern ist, werden auch die deutschen Übersetzungen als Transkripte zur Verfügung gestellt, obwohl die Publikation den Richtlinien der Edition folgend auf Englisch abgefasst ist. Es handelt sich um eine kommentierte Quellenedition, die die Quellen (Töne und Originalprotokolle) den Kommentaren, mit Verweisen auf ähnliche Forschungsvorhaben der Entstehungszeit und auch in späterer Zeit sowie Überlegungen zum Wert der Tonaufnahmen für die Forschung heute, gegenüberstellt. Das Neue und Besondere an dieser Publikation ist die Veröffentlichung der Quellen, die bis heute wenig oder gar nicht beachtet wurden. Neu ist auch das Format, das eine Mittelstellung zwischen vollständig digitaler Aufbereitung und doch physisch verfügbarem Objekt einnimmt. Die Handhabung ist einfach, die Texte sind wesentlich besser lesbar als in einer Booklet-Version, und die Verknüpfung von Transkription und Ton ermöglicht einen bequemen Einstieg in das Hören historischer Töne.