Bewertungen – Erwartungen – Gebrauch
Evaluations – Expectations – Use
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Linguistic Norms,
Language Attidudes,
Tertiary Education,
Normative Discourse,
Dialect Standard Variation
Mobilität kennzeichnet Hochschulen: Sprecher verschiedener Regionen treffen aufeinander sie brin- gen unterschiedliche sprachliche Repertoires, Varietätenkompetenzen und Kommunikationsmuster mit sich. Universitäten sind damit durch sprachliche wie außersprachliche Diversität gekennzeichnet. Nicht zuletzt dadurch entstehen Koordinationsprobleme zwischen den beteiligten Gruppen: Wie soll man mit anderen auf der Universität sprechen? Welche Sprachen und Varietäten sollen verwendet werden? Zur Lösung dieser Probleme bedarf es soziale Mechanismen etwa soziale Normen. Die vorliegende Arbeit untersucht Normen zur Sprachverwendung an der Universität anhand einer Fallstudie zur Universität Salzburg. Untersucht werden Normen, die die Wahl unterschiedlicher Varie- täten des Deutschen betreffen, d. h. die Wahl verschiedener Dialekte, Umgangssprachen und Stan- dardsprachen. Die Arbeit analysiert, welche sprachlichen Varietäten an der Universität insgesamt, aber auch in einzelnen universitären Situationen als angemessen akzeptiert werden, sowohl in Hinblick auf Lehrende als auch Studierende. Gefragt wird, welche normativen Erwartungen und welche Bewertun- gen es in Hinblick auf die Wahl unterschiedlicher Varietäten gibt und inwiefern diesen Erwartungen und Bewertungen Regelmäßigkeiten im tatsächlichen Sprachgebrauch entsprechen. Untersucht wird auch, ob es dabei gewisse Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen gibt, etwa in Bezug auf das Ge- schlecht, die Erstsprache oder die Herkunft der Sprecher(innen). Das Projekt ist eingebettet in das Projekt VAMUS (= Verknüpfte Analyse von Mehrsprachigkeiten am Beispiel der Universität Salzburg), welches die Formen und Funktionen von unterschiedlichen Sprachen und Varietäten an der Universität Salzburg untersucht. Der Arbeit liegen die von VAMUS erhobenen Daten zugrunde, nämlich 1) Daten einer Fragebucherhebung, 2) Interview-Daten sowie 3) Video- und Audioaufnahmen von einzelnen Lehrveranstaltungen. Die Daten werden durch eine Kom- bination unterschiedlicher Methoden untersucht, die sowohl auf die Varietätenwahl selbst wie auch auf darauf bezogene Statements abzielen. Anhand eines (in der Arbeit neu entwickelten) praxeologischen Sprachnormkonzepts wird davon aus- gegangen, dass Normen Regelmäßigkeiten im Sprachverhalten sind, die durch darauf bezogene nor- mative Erwartungen und Wertungen entstehen. In diesem Sinne werden in der Arbeit Erwartungen und Wertungen durch die Analyse von 1.026 Fragebögen und 123 Interviews freigelegt; erstere wer- den dabei quantitativ-statistisch, letztere mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse beleuchtet. Um Regelmäßigkeiten im Sprachgebrauch aufzudecken, werden die Aufnahmen Universitärer Lehrveran- staltungen mittels einer sogenannten Variablenanalyse untersucht.
- Universität Salzburg - 100%