Existentialismus in Österreich
Existentialism in Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (25%); Kunstwissenschaften (20%); Philosophie, Ethik, Religion (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
- Existentialism,
- Allied-Occupied Austria,
- Franco-Austrian Cultural Transfer,
- Post-1945 Literature,
- Post-1945 Philosophy,
- Theatre Scandal
Im Fokus der Studie steht die österreichische Aufnahme des nach dem Zweiten Weltkrieg international ausstrahlenden französischen Existentialismus. Sie untersucht, zu welchem Zeitpunkt und auf welchen Wegen sich das Schreiben, Denken und Leben des Pariser Kreises um Jean-Paul Sartre in Österreich verbreitet, sei es als Mode unter Jugendlichen und KünstlerInnen, als Inspiration für SchriftstellerInnen und Intellektuelle oder als Provokation für kommunistische KritikerInnen, die die Sartresche Freiheitsphilosophie als zu abstrakt und idealistisch ablehnen, und für katholische KritikerInnen, die diesem jede festgelegte Essenz negierenden Menschenbild Nihilismus vorwerfen. Die Rezeptionszeugnisse, die zu diesem Zweck ausgewertet werden, umfassen unter anderem die Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften, Theateraufführungen und die Hochschulpräsenz in Forschung und Lehre. Da sich die Erstbegegnung mit der Strömung in den Jahren 1945 bis 1955 vollzieht, kommt dem soziohistorischen Hintergrund der Besatzungszeit, vor allem der französischenKulturpolitik in Österreich spezielle Aufmerksamkeit zu. Eine Reihe von Fallstudien zum Umgang mit Theorien des Engagements und zur Anverwandlung existentialistischer Themen und Motiven durch SchriftstellerInnen wie Ilse Aichinger, Andreas Okopenko, Milo Dor, Elfriede Jelinek, Josef Winkler und Norbert Gstrein lassen den Existentialismus schließlich als einen bis in die Gegenwart reichenden Impuls für das literarische und philosophische Leben in Österreich erkennen.
- Universität Wien - 100%