Die österreichisch-ungarische Konzession in Tianjin/China
The Austro-Hungarian Conssession in Tianjin/China (1901-1917)
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (80%); Geschichte, Archäologie (20%)
Keywords
-
Habsburg Monarchy,
Austro-Hungarian Concession,
China,
Architecture,
Tientsin/Tianjin,
Urban Planning
Als wissenschaftliches Spiegelbild der heutigen Globalisierung setzt sich die aktuelle Globalgeschichte mit dem weltumspannenden Einfluss ehem. Empire Nations wie Großbritannien oder Frankreich auseinander. Hier setzt die vorliegende Publikation einer Globalen Architekturgeschichte an, denn in der klassischen Habsburg-Forschung blieb der globale Impact der späten K.u.K.-Monarchie bisher weitestgehend ausgeblendet. Ein veritabler blind spot ist hier die Beteiligung am Internationalen Settlement von Tientsin (heute Tianjin/China), wo Österreich- Ungarn ab 1900 im Reigen von insgesamt neun Nationen eine eigene Handelsniederlassung (Konzession) plante, bevor der Erste Weltkrieg dieser Episode ein jähes Ende bereitete. Als China 1917 in den Krieg eintrat und Deutschland wie Österreich den Krieg erklärte wurden bei Konzessionen sofort übergeben, während die anderen noch bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand hatten. Das vorliegende Buch verfolgt hierbei den Ansatz die historische Motivation, Entstehung und Ausformung der österreichisch-ungarischen Konzession mit Originalquellen nachzuzeichnen und diese Erkenntnisse mit zeitgenössisch relevanten Fragen um Nachleben der Konzession bis heute zu verbinden: dieser Agenda folgend beschäftigt sich der Hauptteil der Publikation, verfasst vom Architekturhistoriker und Kulturerbe-Experten Michael Falser, mit der räumlichen Konzeption und städtebaulich-architektonischen Umsetzung der Österreichisch-Ungarischen Konzession in Tientsin (1901-1917) und fördert dazu mit mehr als 200 historischen Karten, Skizzen, Plänen und Fotografien bisher unbekanntes Material aus dem Österreichischen Staatsarchiv und der Österreichischen Nationalbibliothek zu Tage, bevor die Strategien der heutigen Stadtregierung von Tianjin untersucht werden, die baulichen Relikte der ehemals imperialistischen Zeit als sowohl chinesisches als auch internationales Kulturerbe zu vermarkten und die ehemaligen Stadtquartiere sogar im historischen Stil angelehnt weiterzubauen. Zusätzlich leuchtet eine eigene Einleitung (vom Historiker und Sinologen Georg Lehner) den geschichtlichen Annäherungsprozess von Österreich(-Ungarn) an das sog. Reich der Mitte über das 19. Jahrhundert schlaglichtartig aus. Ein umfangreicher Anhang bereitet weitere wertvolle Bildquellen und Literaturhinweise auf, dazu im Zentrum ein bis heute unbekanntes Fotoalbum von 1911 mit insgesamt 115 aufschlussreichen Schwarz-Weiß-Fotografien der österreichisch-ungarischen Konzession.
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