Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (90%); Soziologie (10%)
Keywords
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Opera businness,
Theater,
Impresari,
Eastern Adriatic Coast,
Singers,
Management
Im Buch werden einige Schlüsselfragen bezüglich der Opernproduktionssysteme in den Theatern von Istrien, Rijeka und Dalmatien in der Zeit zwischen 1861 und 1918, unter Berücksichtigung der multikulturellen Netzwerke von Impresarios, Theaterleitern, Sängern, Musikern und Verlegern, erläutert. Die reichhaltigen unveröffentlichten Dokumente in den Archiven und Bibliotheken von Pula, Rijeka, Zadar, Šibenik, Split und Dubrovnik ermöglichten erstmals eine umfassende Betrachtung der organisatorischen Praktiken, Gepflogenheiten und Prozesse die in den Theatern an der östlichen Adria üblich waren. Cristina Scuderi hat die Mechanismen der Subventionierung von Opernsaisonen anhand der Tätigkeit der finanziellen Förderorgane in der betreffenden Region und der Rolle der Logenbesitzer und Aktionäre untersucht. Das Vorhandensein und die Höhe der finanziellen Mittel oder das Fehlen einer öffentlichen Subvention bestimmten die Art und Qualität der Aufführungen, die ebenfalls abhängig vom Impresario, der von der Theaterleitung ausgewählt wurde, waren. Auch die Agenten spielten eine wichtige Rolle im Organisationsprozess, beispielsweise als Personalvermittler oder Kontaktperson, die im Austausch mit den Verlagen stand. Zudem wurde in dem Buch die Art und Weise, wie die Vermittlungstrategien umgesetzt wurden und wie der gesamte Kommunikationsprozess zwischen den Parteien aussah, beleuchtet. Weiters hat die Autorin eine wichtige Zählung der lokal tätigen Impresarios und Agenten durchgeführt, um festzustellen, wer die komplexen Opernnetzwerke persönlich managte. Eine Analyse von hunderten von Briefen, die Zeugnis für den ständigen Austausch zwischen Impresarios und Theaterleitungen sind, ermöglichte eine eingehende Untersuchung der dargelegten Vorschläge für die Opernsaisonen und zusätzlich die Beantwortung einer Reihe von Fragen: Was waren die häufigsten Anfragen der Impresarios an die Theaterleitungen? Welche Bedingungen wurden von letzteren gestellt? Wer hat einen Auftrag erhalten und nach welchen Kriterien wurden die Verträge vergeben? Die detaillierte Auflistung des in den einzelnen Orten aufgeführten Opernrepertoires zeigt den Wechsel von italienischen, französischen oder deutschen Werktiteln in den Spielplänen an sowie ermöglicht es, die Bewegungen des Bühnenmaterials und des künstlerischen Personals nachzuverfolgen. Die erwähnten Verträge und Zahlungsbelege geben Aufschluss über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit und geben Einblicke in die beruflichen Vor- und Nachteile, mit denen die an diesen Theatern auftretenden Sänger:innen und Musiker:innern konfrontiert wurden. Mikrogeschichten und konkrete Fallstudien werden in dieser Untersuchung mit einer breiteren makrohistorischen Perspektive verwoben und bieten einen anregenden neuen Blick auf das Leben im späten Habsburgerreich und auf die wertvolle kulturelle Vermischung, die durch die Koexistenz von slawischen, lateinischen und germanischen Elementen entstand.
- Universität Graz - 100%