Netzwerke anglophoner LGBTQ+ Exil-Autoren von 1900-1969
Networks of Anglophone LGBTQ+ Exile Writers from 1900-1969
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (55%); Soziologie (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
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Network visualization,
Queer theory,
Transnational literature,
Exile and migration,
Literary history
Diese interaktive Online-Plattform visualisiert die globalen Verbindungen zwischen englischsprachigen LGBTQ+-Exilschriftsteller*innen von 1900 bis 1969. Eine Reihe von Visualisierungen, darunter Diagramme, Karten und Zeitleisten, werden die Bewegungen und den kreativen Austausch zwischen diesen Schriftsteller*innen zeigen. Das Projekt zielt darauf ab, die Migration von LGBTQ+-Exilschriftsteller*innen in den Jahrzehnten vor der Schwulenbewegung zu verfolgen, einer Zeit, in der viele Menschen aufgrund der Kriminalisierung von Homosexualität aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich vertrieben wurden. In dieser Zeit zogen US- amerikanische und britische Schriftsteller*innen aus ihren Heimatländern an Orte in Kontinentaleuropa und Nordafrika, insbesondere in internationale Zentren wie Capri, Paris, Berlin und Tanger, wo Homosexualität entweder legal war oder toleriert wurde, und trugen so dazu bei, ein weit verzweigtes LGBTQ+-Exilnetzwerk aufzubauen, das mit dieser Veröffentlichung visuell erkundet werden kann. Die Plattform stützt sich auf Datensätze, die internationale Verbindungen zwischen anglophonen LGBTQ+-Exilschriftsteller*innen erfassen. Bei den Datenquellen handelt es sich um veröffentlichte und unveröffentlichte Tagebücher, Briefe und Memoiren US-amerikanischer und britischer Autor*innen, die zwischen den 1900er und 1960er Jahren in internationale Queer- Communities ausgewandert sind. Die Visualisierungen zeigen die Begegnungen dieser Autor*innen an verschiedenen Orten der Welt sowie ihren kreativen Austausch über Grenzen hinweg. Die Publikation wird aufzeigen, wie diverse Gemeinschaften in Nordamerika, Europa, Nordafrika und der ganzen Welt durch die weit verbreitete Migration von LGBTQ+-Exilschriftsteller*innen miteinander verbunden waren. Mithilfe neuer Werkzeuge aus den digitalen Geisteswissenschaften wird die Plattform zeigen, wohin diese Exilautor*innen reisten und mit wem sie international zusammenarbeiteten. Sie wird hochmoderne interaktive Netzwerkvisualisierungen, Karten und Zeitleisten enthalten, die es ermöglichen, durch die umfangreichen Verbindungen zwischen diesen Schriftsteller*innen zu navigieren und zu verfolgen, wie sich diese Verbindungen über Raum und Zeit hinweg entwickelt haben. Die Visualisierungen werden einen wichtigen Beitrag zur Literaturwissenschaft, zur Migrations- und Diasporaforschung und zur LGBTQ+-Geschichte leisten. Zum einen werden sie die globalen Verbindungen und Formen des Dialogs aufzeigen, die zur Produktion von Exilliteratur geführt haben. Zum anderen werden die Visualisierungen durch die Fokussierung auf internationale Migrationsrouten unerwartete Verbindungen zwischen Schriftsteller*innen aufzeigen, die bisher als Angehörige getrennter Subkulturen betrachtet wurden. Und schließlich werden sie zeigen, wie Minderheitengruppen in einer Zeit intensiver Unterdrückung von LGBTQ+-Personen den Kontakt zueinander aufrechterhielten und die Arbeit der anderen über Grenzen hinweg förderten.
- Universität Innsbruck - 100%