ARBEITSWELT: ANMERKUNGEN ZU PRODUKTIVITÄT UND SOLIDARITÄT
LABOUR RELATIONS: ANNOTATIONS ON PRODUCTIVITY AND SOLIDARITY
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (80%); Wirtschaftswissenschaften (20%)
Keywords
- Curatorial Practice,
- Labor,
- Productivity,
- Solidarity,
- Annotation,
- Artistic Research
Ziel dieses Projekts ist es, eine Annotationsmethode zu entwickeln, um die interdisziplinären Beziehungen zwischen Kunst und Ökonomie zu erforschen. Der thematische Schwerpunkt der Forschung liegt auf dem Konzept der Arbeit sowie auf den Formen und Mechanismen von Ungleichheit, die damit verbunden sind. Eine zentrale Fragestellung, die sich durch die Auseinandersetzung mit Ungleichheit zieht, ist, inwiefern gesellschaftliche Vorstellungen von Produktivität und Solidarität zu diesen Ungleichheiten beitragen. Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien aus beiden Disziplinen ausgewählt und in Assemblagen organisiert. Jede Fallstudie wird eingehend annotiert, woraufhin Verbindungen entlang dieser Annotationen identifiziert werden. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie die Welt der Arbeit durch die Integration beider Disziplinen repräsentiert, analysiert und diskutiert werden kann. Mathematisch-statistische Ansätze werden mit künstlerischen Methoden kombiniert, um zu untersuchen, wie diese Schnittstelle einen erweiterten Diskurs ermöglichen kann. Die Analyse und Verflechtung findet dabei auch auf der Repräsentationsebene statt: Während wirtschaftliche Analysen oft mit großen Datensätzen und diagrammatischen Darstellungen arbeiten, beschäftigen sich künstlerische Praktiken häufig mit Mikronarrativen und konstruierten visuellen sowie auditiven Settings. Ich möchte erforschen, wie die Kombination dieser beiden Herangehensweisen die Möglichkeit schafft, auf mehreren Ebenen zu operieren und einen Raum für Multiperspektivität zu eröffnen. Wie können diese Ebenen übereinandergelegt werden einerseits als abstrakte numerische Daten, in denen spezifische Beziehungen und Verhältnisse durch Zahlen ausgedrückt werden, andererseits durch räumlich-ästhetische und symbolische Dimensionen, in denen der arbeitende Körper und seine räumlichen Kontexte als Teil der Analyse anerkannt werden? Das Projekt zielt darauf ab, einen Beitrag zum theoretischen Diskurs über Produktivität und Solidarität zu leisten. Es untersucht kritisch die gemeinhin akzeptierten Kausalzusammenhänge zwischen sozialen Milieus und den jeweiligen Formen von Produktivität und beleuchtet dabei die zugrunde liegenden Ungleichheiten. In diesem Zusammenhang werden die Konzepte von Gleichheit und Solidarität neu bewertet und neue Perspektiven sowie Herangehensweisen entwickelt. Der intermediale Annotationsprozess, der sich sowohl innerhalb als auch zwischen den Disziplinen bewegt, soll nicht nur theoretische Einsichten liefern, sondern auch einen methodologischen Beitrag leisten. Die Annotationsmethode wird mit dem konkreten Ziel eingesetzt, neues Wissen in den Feldern der politischen Ökonomie, des Arts-based Researchs und der Kunsttheorie zu generieren und gleichzeitig die interdisziplinäre Verbindung weiterzuentwickeln.
- Drazic Dusica - Belgien
- Jovanka Popova - Mazedonien