Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (80%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
- Manuscript Studies,
- Epistolography,
- Reception history
Die übergeordnete Fragestellung lautet, wie die handschriftliche Überlieferung eines Briefcorpus das Bild des epistolaren Autors selbst beeinflusst. Meine Arbeitshypothese ist, dass die Tätigkeit mittelalterlicher Kompilatoren die kleinere Briefauswahlen zu unterschiedlichen Zwecken zusammenstellten und abschrieben nicht zu isolierten und willkürlichen Ergebnissen führte, sondern vielmehr eine Reihe von Teilsammlungen hervorbrachte, die jeweils ein eigenes Autorenprofil entwerfen. Zur Überprüfung dieser Hypothese konzentriere ich mich auf zwei größere Briefcorpora der Spätantike, die aufgrund der unterschiedlichen Probleme ausgewählt wurden, welche sie hinsichtlich des Verhältnisses zwischen ihren Autoren und den frühesten Kompilatoren der Corpora aufwerfen: das dem Nilus von Ankyra aus dem 5. Jahrhundert zugeschriebene Briefcorpus (etwa 1000 Briefe, das mit Echtheitsproblemen behaftet ist) und das Corpus des Barsanuphius und Johannes von Gaza aus dem 6. Jahrhundert (etwa 850 Briefe, bei denen wir im Gegensatz dazu die Identität der frühesten Kompilatoren kennen). Es handelt sich somit um eine Untersuchung des materiellen Aspekts der Wissensüberlieferung aus der Perspektive der handschriftlichen Rezeption spätantiker Briefcorpora.
- Universität Wien - 100%
- Adrian Pirtea, nationale:r Kooperationspartner:in
- Dan Batovici, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Bronwen Neil, Macquarie University - Australien
- Philip Forness - Belgien
- Roy Gibson - Vereinigtes Königreich