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Der inoffizielle Kunstmarkt in der UdSSR, 1917 - 1991: Private Sammeltätigkeit als Ergänzung und Korrektiv zur staatlichen Kulturpolitik.

The Inofficial Art Market in the USSR, 1917 - 1991

Waltraud Maria Bayer (ORCID: 0000-0002-4242-3306)
  • Grant-DOI 10.55776/T119
  • Förderprogramm Hertha Firnberg
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2001
  • Projektende 31.07.2004
  • Bewilligungssumme 147.817 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (25%); Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (25%)

Keywords

    SOVIET UNION, 1917-1991, INOFFICIAL ART MARKET, PRIVATE ART COLLECTIONS, GROUP BIOGRAPHY, PATRONAGE

Abstract

Ziel des Vorhabens ist es, den Entstehungs- und Entwicklungsprozess der privaten Kunstförderung in der Sowjetunion, 1917-1991, zu erforschen. Im Mittelpunkt steht die Situation der sowjetischen KunstsammlerInnen, die im Einklang mit der innenpolitischen Lage wiederholt Veränderungen ausge-setzt war. Von den großangelegten Verstaatlichungsaktionen nach einem Dekret von 1918, das privaten Kunstbesitz untersagte, über die Wiederbe- lebung des innersowjetischen Kunstmarkts im Zuge der ökonomischen Liberali-sierung (NEP) der zwanziger Jahre und den Beutekunst-Transporten infolge des Zweiten Weltkrieges soll ein Bogen gezogen werden zur wachsenden Einflussnahme der privaten Kunstförderung in den 1950/60er Jahren und der im Jahrzehnt danach einsetzenden, offiziell sanktionierten Raubüberfälle auf bedeutende Kollektionen und der damit einhergehenden öffentlichen Kriminalisierung der SammlerInnen. Auch die in den späten achtziger Jahren unter Glasnost und Perestrojka eingeleitete Rehabilitierung der privaten Initiative in der Kunst, primär für das öffentliche Wohl, wird Gegenstand dieser Untersuchung sein. Ein zentrales Anliegen ist die Aufarbeitung des für westliche Begriffe archaisch strukturierten Kunstmarkts der UdSSR, der ökonomischen Voraussetzungen eine geringere Rolle beimaß. Von besonderer Relevanz ist, inwiefern es einigen SammlerInnen gelang, im Gegensatz zu den hinderlichen offiziellen Rahmenbedingungen die Basis für teils milliarden-schweren Reichtum zu schaffen - ein Reichtum, der letztlich durch Museumsgründungen und Schenkungen, auch an westliche Museen, sichtbar wurde. Dieser umfassende Themenkomplex wurde - von einigen wenigen, meist deskriptiven und russischen Darstellungen abgesehen - bislang weitgehend ignoriert. Das Projekt sieht deshalb eine systematische, kollektivbiographische Erfassung einer großen Gruppe repräsentativer SammlerInnen (ca. 80), basierend auf aufwendigen Archivstudien, vor sowie die sozial- und kulturhistorische Erforschung und Analyse des inoffiziellen Sammelmarkts unter Einbeziehung theoretischer Ansätze aus der Kultursoziologie (Bourdieu, Mänicke-Gyöngyosi u.a.).

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Harald Heppner, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in

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