Gender & Germanness: Weibliche (Kollektiv-)Biographien
Gender & Germanness: Female (Collective) Biographies
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (70%); Soziologie (10%)
Keywords
-
Gender,
Germanness,
Biographies,
German Nationalism,
Habsburg Monarchy,
Austria
Das Projekt "Gender & Germanness: (Kollektiv-)Biographien deutschnational-völkischer Frauen in der Habsburgermonarchie und in Österreich" fokussiert die Auswirkungen der diskursiven Konstruktion deutschnational-völkischer Geschlechteridentität auf die soziale Lebens-Praxis von Frauen im Zeitraum von den 1890er bis in die 1960er Jahre, als exemplarisches Untersuchungsfeld dient dabei der Schutzverein` Südmark (nach dem 2. Weltkrieg Alpenländischer Kulturverband Südmark). Ausgehend von den Maßnahmen der Südmark zur Mobilisierung von Frauen für deutschnationale Politik wird die Wirkungsmacht ihrer Geschlechterkonzepte anhand von (Kollektiv-)Biographien von Südmark-Aktivistinnen nachgezeichnet. Die Lebensgeschichten von Südmark- Frauen werden im Hinblick auf vier Fragenkomplexe behandelt: (1) Institutionalisierung: Der Verein suchte seit dem Ersten Weltkrieg verstärkt die institutionelle Verankerung seiner Ideologien in Jugendberatungsstellen, Dienstvermittlungen, Mädchenheimen etc. voranzutreiben. Frauen und Mädchen waren nicht nur als Klientel von Interesse, sondern auch maßgeblich an der Prägung dieser Institutionen beteiligt. Beleuchtet werden sowohl die Entstehungsbedingungen, Zielsetzungen und Aktivitäten frauenspezifischer Südmark-Einrichtungen als auch die in ihnen tätigen Frauen. (2) Politisierung: Männliche Südmark-Funktionäre gehörten in der Zwischenkriegszeit vielfach der Großdeutschen Volkspartei, dem Landbund für Österreich oder dem nationalen Flügel der Christlichsozialen an, und wandten sich später überwiegend dem Nationalsozialismus zu. In der geplanten Untersuchung wird dem parteipolitischen Engagement von Südmark-Funktionärinnen nachgegangen. Ziel ist es, das parteipolitische Engagement der Frauen in deutschnationalen Parteien bzw. gegebenenfalls auch in der NSDAP zu analysieren und ihrer eventuell erfolgten politischen Re-Integration nach 1945 nachzugehen. (3) Diffundierung: Das Projekt analysiert, ob und inwieweit sich das - noch in der Monarchie stark bürgerlich geprägte - Sozialgefüge der Südmark in der Zwischenkriegzeit veränderte, um auf andere soziale Schichten bzw. Klassen ausgeweitet werden zu können. Untersucht wird dabei die Frage der Übertragbarkeit der Südmark-Ideologie als urbanes Phänomen auf ein ländliches Umfeld und die Genderspezifik dieser Prozesse. (4) Kulturalisierung: Da die kulturelle Ausgestaltung völkischer Lebenswelten zumeist als spezifisch weibliches Betätigungsfeld definiert wurde, wird untersucht, ob und auf welche Weise sich Südmark-Frauen des Feldes Kultur` annahmen, sei es im Alltag, in der regionalen Kulturarbeit oder in Form von universitärer Kultur(geschichts)forschung`. Ziel des Projektes ist die Erstellung einer (Kollektiv-) Biographie deutschnational-völkischer Südmark-Frauen über drei Generationen` hinweg (Geburtsjahrgänge 1850-1880, 1880-1910, 1910-).
- Universität Graz - 100%
- Karin Schmidlechner, European Training and Research Centre for Human Rights and Democracy (ETC) , assoziierte:r Forschungspartner:in