Endosymbiose als treibende Kraft in Foraminiferenevolution
Algal Endosymbiosis: an Engine for the Diversification of larger Foraminifera
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (40%); Geowissenschaften (60%)
Keywords
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Larger Foraminifera,
Endosymbiosis,
Molecular Phylogeny
Foraminiferen zählen zu den artenreichsten Protozoengruppen und kommen in allen marinen Bereichen vor. Grossforaminiferen leben in tropischen und subtropischen Seichtwasserbereichen und stellen bedeutende Karbonatproduzenten dar. Grossforaminiferen sind auch häufige Fossilien in mesozoischen und känozoischen Kalkgesteinen, sie werden in der Mikropaläontologie für Stratigraphie- und Faziesanalysen verwendet und stellen Leitfossilien dar. Die Entwicklung von Symbiosen scheint ein wichtiges Merkmal der Foraminiferenevolution zu sein. Grossforaminiferen bilden keine systematische Einheit, sondern rezente Vertreter dieser Gruppe treten in zwei verschiedenen Unterordnungen auf und weisen als gemeinsame Merkmale ihre ungewöhnliche Grösse (bis zu mehreren Zentimetern), ein kompliziertes Endoskelett und den Besitz von endosymbiontischen Algen auf. Zur Unterordnung Miliolina zählen die Familien der Alveolinidae mit endosymbiontischen Diatomeen und Peneroplidae, die Rotalgen als Symbionten besitzen. Archaiasinae besitzen endosymbiontische Grünalgen und Soritinae beherbergen Dinoflagellaten mit Ausnahme der Gattung Parasorites, die Grünalgen als Endosymbionten besitzt. Die Unterordnung Rotaliina enthält ebenfalls mehrere Familien von Grossforaminiferen, die Nummulitidae, Calcarinidae und Amphisteginidae, welche alle Diatomeen als Endosymbionten besitzen. Das Ziel diese Projekts ist es, die molekulare Phylogenie und Diversität von Grossforaminiferen und ihren Symbionten mittels Analysen ribosomaler DNA Sequenzen genau zu untersuchen. Die Ergebnisse dieses Projekts werden neue Informationen über die Entwicklung, Biodiversität und Verbreitung rezenter Grossforaminiferen liefern, was zu einem besseren Verständnis ihrer Evolution beitragen wird. Grossforaminiferen stellen eine wichtige Gruppe in Riffgemeinschaften dar und globale Klimaänderungen beeinflussen riffbildende Korallen ebenso wie diese hochspezialisierten Protozoen. Die weltweit fortschreitende Zerstörung von Riffen stellt ein ernsthaftes Problem im Bezug auf Artenverlust dar. Die Anwendung von molekularbiologischen Methoden liefert Informationen über eine potentielle Koevolution zwischen Foraminiferen und ihren jeweiligen Symbionten, die wichtigsten Symbiontentypen werden identifiziert und es lassen sich Aussagen zur Verbreitung von Grossforaminiferen und ihren Symbionten treffen. Diese Informationen können für das Managment von Riff Resourcen und die Überprüfung von Riffgemeinschaften dienen, da Grossforaminiferen als Bioindikatoren eingesetzt werden können.
- Universität Wien - 100%
- Johann Hohenegger, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in