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Räumliche Mikrosimulation zur Entscheidungsunterstützung

SALUD - SpatiAL microsimUlation for Decision support

Melanie Natascha Tomintz (ORCID: 0000-0001-6509-5731)
  • Grant-DOI 10.55776/TRP280
  • Förderprogramm Translational-Research-Programm
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2012
  • Projektende 31.07.2015
  • Bewilligungssumme 232.577 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (30%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (30%); Informatik (40%)

Keywords

    Spatial microsimulation, Policy decision support system, Static modelling, Smoking, Health inequalities, Obesity

Abstract Endbericht

Politische Regierungsentscheidungen haben eine große Auswirkung auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Wenn man zum Beispiel das Thema Rauchen in Betracht zieht, dann könnte eine Erhöhung der Zigarettenpreise andere Bevölkerungsgruppen treffen als die Einführung des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, welche Bevölkerungsgruppen von unterschiedlichen politischen Entscheidungen am meisten betroffen sind, insbesondere auf der sogenannten Mikroebene. Um diese Ebene zu untersuchen, sind Mikrodaten, d.h. Person- oder Haushaltsbezogene Informationen, notwendig. Da diese Mikrodaten oft nicht verfügbar sind, können sie mit Hilfe von Mikrosimulationsmethoden generiert werden. Bis dato wurde Mikrosimulation hauptsächlich angewendet, um politische Entscheidungen im Bereich der Finanzen zu untersuchen. Die Herausforderung in diesem Forschungsprojekt liegt in der Einbindung räumlicher Daten, um ein realitätsnahes räumliches Mikrosimulationsmodel zu erstellen und politische Entscheidungen aus unterschiedlichen Bereichen regional bzw. lokal zu adressieren. In diesem Projekt wird das Potential der räumlichen Mikrosimulation untersucht, d.h. es werden die Auswirkungen politischer Entscheidungen im Gesundheitsbereich auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie deren Wohnort analysiert. Mikrosimulationsmodelle könnten einen bedeutenden Beitrag leisten, sind jedoch in Österreich wenig verbreitet. Eine der größten Stärken der räumlichen Mikrosimulation ist die Möglichkeit, unterschiedliche was- wäre-wenn Szenarien zu generieren, um den Einfluss unterschiedlicher Entscheidungsmöglichkeiten zu erforschen. Aktuelle Anwendungsbereiche von was-wäre-wenn Szenarien sind hochpriorisierte Themen in der Agenda der Regierungspolitik, zum Beispiel Rauchen, Übergewichtigkeit oder Krebserkrankungen. Informationen aus diesen Anwendungsbereichen können kleinräumig simuliert und räumliche Streuungen erkannt werden, was andernfalls nicht möglich wäre, wenn man nur großräumige Erhebungen betrachtet. Ziel dieses Projektes ist, ein räumliches Mikrosimulationsmodel mit dem Fokus auf relevante Gesundheitsthemen in Österreich zu erstellen, indem unterschiedliche Datensätze verknüpft und daraus nicht-existierende Mikrodaten erzeugt werden. Dieser Prozess bringt technische sowie empirische Probleme mit sich, wie zum Beispiel die Fragenstellung: Wie viele Variablen können im Model verwendet werden, um verlässliche Ergebnisse zu erzielen? Die Resultate werden validiert und bei Bedarf wird der Simulationsprozess optimiert. Einer Kooperation mit zwei internationalen Forschungspartnern aus Großbritannien, welche Experten in diesem Forschungsbereich sind, ist zugestimmt. Diese Kooperation wird erlauben, das Simulationsmodel zwischen zwei Ländern zu adoptieren, um auftretende Probleme basierend auf unterschiedlichen räumlichen und demographischen Zusammensetzungen zu adressieren. Dies wurde unter solchen Rahmenbedingungen noch nicht untersucht.

Das Projekt SALUD verwendet die Methode der räumlichen Mikrosimulation, um unterschiedliche Datensätze zu verknüpfen und dadurch gesundheitsbezogene Daten auf Gemeindeebene zu erzeugen. Mit dieser Methode kann man nicht nur die Häufigkeiten von Rauchern, übergewichtigen Personen oder Personen mit Diabetes auf Gemeindeebene erheben, sondern auch Personengruppen, die höheren Bedarf an Unterstützung aufweisen, wie z.B. Männer im Alter von 30 bis 39 mit Pflichtschulausbildung, wenn diese zur höheren Risikogruppe von Rauchern gehören. In Verbindung mit ortsbezogenen Informationsanalysen können ungleich erreichbare Gesundheitsleistungen modelliert und optimiert werden. Solche Analysen unterstützen präventiven Maßnahmen, um Vorsorgeinformationen bestmöglich an die Zielgruppen zu verbreiten, oder um Standorte bzw. Öffnungszeiten von Gesundheitsleistungen zu optimieren. In Österreich erhebt die Statistik Austria alle zehn Jahre den gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung anhand einer Stichprobe von ca. 15.000 Personen, welche die österreichische Bevölkerung auf Bundesländerebene repräsentieren. Für Planungszwecke auf Regionalebene können solche Daten jedoch wichtige Informationen nicht aufzeigen, zum Beispiel kann das Land Kärnten eine Raucherprävalenz von insgesamt 20 % aufzeigen, es bliebe jedoch unerkannt, dass sich im Westen des Bundeslandes ein Raucheranteil von 32 % und im Osten ein Raucheranteil von 8 % befinden kann. Eine besondere Herausforderung im Projekt war also der Umgang mit der eingeschränkten verfügbaren Datenbasis, was in anderen Ländern weniger ein Problem darstellt, weil dort die Volkszählungsdaten für Forschungszwecke unentgeltlich verwendet werden können, die Gesundheitsbefragungen häufiger durchgeführt werden oder die Datenquellen mit Raumbezug (z.B. bei Raucherentwöhnungszentren) vorhanden sind. Nichtsdestotrotz konnte während der Projektdurchführung eine frei verfügbare Online Plattform mit unterschiedlichen Lösungsansätzen für räumliche Mikrosimulation, Validierung und Visualisierung erstellt werden; etwas was bis dato noch nicht existierte. Dabei wurden Gemeinden mit ihren Prävalenzen bzgl. Raucher, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht abgebildet sowie die entsprechenden Standortanalysen durchgeführt und visualisiert.Das österreichische Gesundheitswesen ist bemüht, optimale Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zur Verfügung zu stellen sowie präventiv und aktiv auf gesundheitliche Probleme einzugehen. Daher gewinnt die Verknüpfung von geographischen und gesundheitsrelevanten Daten immer mehr an Bedeutung, um Daten für Entscheidungsträger kosteneffizient zu erzeugen und darzustellen. Mikrosimulationsmodelle werden bereits in wirtschaftlichen Bereichen sehr erfolgreich eingesetzt, aber deren Anwendung für die räumliche Mikrosimulation im Gesundheitswesen ist in Österreich noch Neuland; hierbei stelle das Projekt SALUD bereits einen wichtigen Grundstein zu einem positiven Beitrag.

Forschungsstätte(n)
  • FH Kärnten - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Dimitris Ballas, University of Groningen - Niederlande
  • Graham Clarke, University of Leeds - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 12 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel smokeSALUD: exploring the effect of demographic change on the smoking prevalence at municipality level in Austria
    DOI 10.1186/s12942-016-0066-4
    Typ Journal Article
    Autor Tomintz M
    Journal International Journal of Health Geographics
    Seiten 36
    Link Publikation
  • 2015
    Titel simSALUD: A Web-based Spatial Microsimulation to Model the Health Status for Small Areas Using the Example of Smokers in Austria
    DOI 10.1553/giscience2014s207
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Seiten 207-216
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Location-allocation models.
    Typ Book Chapter
    Autor Brunsdon
  • 2015
    Titel Geocomputation: a practical primer, by Chris Brunsdon and Alex Singleton, London, SAGE Publications, 2015, 392 pp., US$52.00, ISBN 9781446272930 (paperback), ISBN 9781446272923 (hardcover)
    DOI 10.1080/13658816.2015.1104318
    Typ Journal Article
    Autor Farmer C
    Journal International Journal of Geographical Information Science
    Seiten 819-821
  • 2015
    Titel Location Analysis of Smoking Cessation Services in Austria
    DOI 10.1553/giscience2015s503
    Typ Journal Article
    Autor Tomintz M
    Journal GI_Forum
    Seiten 503-512
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Exploring a Spatial-Temporal Change of Smokers for Municipalities using Spatial Microsimulation Modelling.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kosar B
    Konferenz Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen, 23-24 Apr 2014, Kufstein, FH Kufstein Tirol Bildungs GmbH
  • 2013
    Titel simSALUD - a Web-based Spatial Microsimulation Application to Support Regional Health Planning in Austria.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Garcia-Barrios Vm Et Al
    Konferenz Conference paper available @ the European Regional Science Association, Palermo, Italy.
  • 2013
    Titel simSALUD - a Web-based spatial microsimulation application for creating synthetic microdata for small areas.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Garcia-Barrios Vm Et Al
    Konferenz Conference paper, 4th General Conference of the International Microsimulation Association, Canberra, Australia
  • 2014
    Titel Comparing different spatial microsimulation Frameworks.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kosar B
    Konferenz short conference paper (external review), GISRUK 2015, Leeds, United Kingdom
  • 2014
    Titel Location–Allocation Planning
    DOI 10.1002/9781118410868.wbehibs146
    Typ Book Chapter
    Autor Tomintz M
    Verlag Wiley
    Seiten 1298-1300
  • 0
    Titel simSALUD: users, workflow, system design and architecture.
    Typ Other
    Autor Garcia-Barrios Vm Et Al

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