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Wie viele Steuern braucht eine liberale Demokratie?

How many taxes for a liberal democracy?

Anna-Maria Anderwald (ORCID: 0000-0003-2670-8886)
  • Grant-DOI 10.55776/V1038
  • Bewilligungs­summe Elise Richter
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 01.02.2026
  • Projektende 31.01.2029
  • Bewilligungs­summe 306.694 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Rechtswissenschaften (100%)

Keywords

  • Taxation,
  • Consumption,
  • Consumption Orientation,
  • Mutli-Tax System,
  • Multi-Tax Mix,
  • Liberal Democracy
Abstract

Unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft verändern sich rasant: Digitale Technologien, globale Mobilität und ökologische Transformationsprozesse prägen zunehmend Alltag und wirtschaftliche Abläufe. Diese Veränderungen spiegeln sich auch im Steuersystem wider: Immer häufiger wird nicht mehr Einkommen, sondern der Konsum zum zentralen Steueranknüpfungspunkt ein Trend, der in Österreich über Jahrzehnte gewachsen ist. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis internationalen Steuerwettbewerbs zwischen den Staaten, gesellschaftlicher Veränderungen und steuerpolitischer Entscheidungen. Doch obwohl dieser Wandel längst real stattfindet, fehlt bisher eine systematische rechtliche Analyse seiner Konsequenzen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt Wie viele Steuern braucht eine liberale Demokratie? an. Aufbauend auf bereits gewonnene Erkenntnisse zur Konsumorientierung des österreichischen Steuersystems untersucht das Forschungsvorhaben: ob der österreichische Gesetzgeber rechtlichen Beschränkungen unterliegt, wenn er das Vielsteuersystem gestaltet oder verändert, inwieweit der österreichische Gesetzgeber laut Verfassung Steuern im Vielsteuersystem einführen und ausgestalten darf, welche verfassungs- und europarechtlichen Grenzen bei Verschiebungen innerhalb des Vielsteuersystems gelten, wie sich ein stärker konsumorientiertes Steuersystem auf Gerechtigkeit, Verteilung, soziale Kohäsion und demokratische Legitimation auswirkt, und ob der Gesetzgeber verpflichtet ist, das Steuergefüge an veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Realitäten anzupassen. Damit stellt das Projekt eine zentrale Zukunftsfrage: Wie viele und welche Steuern braucht eine liberale Demokratie und wie müssen sie zusammenspielen, um sozial ausgewogen, verfassungskonform und krisenfest zu bleiben? Das Vorhaben liefert eine wissenschaftlich fundierte Gesamtschau der verfassungsrechtlichen Anforderungen an das österreichische Vielsteuersystem und entwickelt eine Doktrin, die Gesetzgebung, Wissenschaft und Rechtsprechung Orientierung für die Zusammensetzung sowie künftige Ausgestaltung des österreichischen Vielsteuersystems gibt.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Joachim Englisch, Westfälische Wilhelms-Universität - Deutschland

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