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Diskursive referentielle Ambiguität - verallgemeinerndes ´du´

Referential ambiguity in discourse - generalizing ´you´

Bettina Kluge (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/V109
  • Förderprogramm Elise Richter
  • Status frühzeitig beendet
  • Bewilligungssumme 122.480 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Generalization Strategies, Personal Pronouns, Forms Of Address, Spanish, French, Referential Ambiguity

Abstract

Außer als Anredeform wird frz. tu und span. t auch in einem verallgemeinernden Sinne, ähnlich frz. on, span. uno und se oder dt. man, verwendet. Tu (bzw. die Höflichkeitsformen vous/usted) referieren dabei nicht (nur) auf den Hörer sondern auf `alle, die sich in dieser Situation befinden`, wodurch ein verallgemeinernder Effekt erzielt wird. Während frz. mit on ein grammatikalisiertes indefinites Pronomen besitzt, das mit verallgemeinerndem tu/vous konkurriert, haben span. uno/una und se nicht denselben Status. In diesem Forschungsprojekt möchte ich die Verwendung des verallgemeinernden du im Französischen und Spanischen, insbesondere auch ihre soziostilistische Variation, untersuchen. Ich schlage daher eine korpusbasierte, crosslinguistische, vergleichende Analyse vor, deren Ausgangspunkt die spanischen und französischen Subkorpora des Referenzkorpus C-ORAL-Rom (Cresti/Moneglia 2005) bildet. Andere Korpora mit einer größeren diatopischen oder diachronen Reichweite werden nach Bedarf hinzugenommen. Die meisten Studien haben bisher entweder Anredeformen untersucht, bei denen Verallgemeinerungen als atypische Fälle behandelt wurden, oder aber Verallgemeinerungsstrategien, bei denen zumeist frz. on oder span. uno und se im Vordergrund standen. Aber gerade der Zusammenhang zwischen Anrede- und Verallgemeinerungsstrategien vermag die offenbar zunehmende Verbreitung der verallgemeinernden T/V-Formen zu erklären. Viele Fragen sind bislang unbeantwortet, etwa, warum sich Sprecher derart selten in der Interpretation irren. Ich plane daher, den onomasiologischen mit dem semasiologischen Zugang zu kombinieren, mit der bisher vernachlässigten 2. sg. als Ausgangspunkt. Die diachrone Perspektive, mit der die Ausbreitung des verallgemeinernden du in verschiedenen Konstruktionen und Textsorten nachvollzogen werden soll, wird mit der Frantext-Datenbank hinzugenommen; Französisch als non-pro-drop-Sprache ist für diese Analyse besser geeignet als Spanisch. Spanisch hingegen soll auf diatopische und diaphasische Unterschiede zwischen einzelnen Varietäten detailliert untersucht werden, u.a. durch Fragebogen. Wiederum in semasiologischem Blickwinkel möchte ich einen Übersetzungsvergleich eines englischen Texts ins Französische, Spanische, Portugiesische und Deutsche anstellen, um die Kovariation von verallgemeinerndem T/V mit anderen Verallgemeinerungsstrategien zu untersuchen. Das Projekt wird abgerundet durch die theoretische Verortung der Daten unter konstruktionsgrammatischen oder relevanztheoretischem Blickwinkel.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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