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Unmittelbare und erweiterte Selbst-Informationen

Processing immediate and extended self-relevant information

Hyunji Kim (ORCID: 0000-0002-9216-9182)
  • Grant-DOI 10.55776/V793
  • Förderprogramm Elise Richter
  • Status beendet
  • Projektbeginn 17.02.2020
  • Projektende 16.10.2024
  • Bewilligungssumme 371.936 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Psychologie (100%)

Keywords

    Decision bias, Self-bias, Self-referential processing, Perceptual Bias, Self-representation

Abstract Endbericht

Einer der zentralen Aspekte des modernen Lebens ist die sich ausbreitende Bedeutung von Flexibilität und Mobilität am Arbeitsplatz. Flexible Arbeitsumgebungen und moderne Medien bedingen eine Beschleunigung in der Arbeitswelt, die mit einer stetigen Verfügbarkeit verbunden ist. Der persönliche Aufenthaltsort verliert an Bedeutung, und die Fähigkeit, Entscheidungen unabhängig von physischer Anwesenheit und der aktuell relevanten Aspekte der Selbstsicht treffen zu können, entwickelt sich zu einer ausschlaggebenden Kompetenz. Tatsächlich erfordern schon alltägliche Entscheidungen Alternativbetrachtungen unterschiedlichster Situationen zu verschiedenen Zeitpunkten und in abweichenden Umwelten. Das hier vorgestellte Projekt untersucht, wie Menschen mit diesen Herausforderung umgehen und welche kognitiven Mechanismen daran beteiligt sind und welchen Einfluss diese Mechanismen auf Entscheidungen haben. Um adaptive Entscheidungen treffen zu können, ist unser kognitives System in der Lage verschiedene Situationen zu simulieren, die wir nicht direkt erleben. Diese kognitive Fähigkeit hilft uns, die Gedanken und Empfindungen anderer besser zu verstehen, für die Zukunft zu planen und angemessen in unbekannten Situationen zu handeln. In der sozialen Kognition wird diese Fähigkeit als Selbstprojektion beschrieben, dem Projizieren des Selbst in ein mögliches Zielszenario. Während der Selbstprojektion denken Personen neben der eigenen Erfahrung (unmittelbare Selbstinformation) auch daran, wie Andere die selbe Situation oder wie sie selbst die Situation anders erleben würden, wenn sie zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort stattfinden würde (erweiterte Selbstinformation). Basierend auf der ursprünglichen Informationslage, scheinen diese zusammenhangslosen Überlegungen einem einheitlichen, kognitiven Mechanismus zu folgen. So denken wir beispielsweise über unser Selbst in der Zukunft ähnlich, als würden wir über eine andere Person nachdenken und als würden Entscheidungen für eine andere Person getroffen werden. Zu diesem Effekt gibt es jedoch noch kaum Erkenntnisse; wir wissen nicht, wie sich das Denken von sich Selbst im Verhältnis mit anderen Personen vom Denken von sich Selbst in der Zukunft unterscheidet. Dieses Projekt untersucht daher unmittelbar diese fundamentaleFrageauf einergrundlegenen Ebene der Informationsverarbeitung und beleuchtet den Bezug zu relevanten Entscheidungen in verschiedenen Kontexten wie im Bereich von Finanz- oder Konsumentscheidungen. In dem Projekt werden wir mit innovativen Methoden geteilte und ungeteilte kognitive Prozesse in verschiedenen Gebieten der Selbstexpansion untersuchen, beispielsweise ob Objekte mit Bezug zum selbst, hier, und jetzt bevorzugt, schneller und genauer verarbeitet werden verglichen mit Objekten mit Bezug zu andere, später, und dort. Darüber hinaus werden wir betrachten, wie diese grundlegenen Mechanismen in den Prozessen der selbstrelevanten Information unter Einbezug sozialer Kontexte, Zeit, Ort und Wahrscheinlichkeit modulieren. Das hier vorgestellte Projekt schlägt einen neuen Weg in der Untersuchung des Paradigmas the conceptual self ein und erweitert die bisherigen Arbeiten zur Selbstrepresäntation.

Unsere neueste psychologische Forschung trägt dazu bei zu verstehen, wie Menschen entscheiden, welche Informationen am wichtigsten sind, und wie sie sich auf verschiedene Weise wahrnehmen - sozial, über die Zeit hinweg und im physischen Raum. Diese Erkenntnisse sind wertvoll für Unternehmen in den Bereichen Marketing, Technologie und Kommunikation, da sie helfen, eine bessere Verbindung zu ihrem Publikum herzustellen. Wir haben herausgefunden, dass Menschen sich stärker auf unmittelbare und persönlich relevante Informationen konzentrieren als auf Dinge, die weit entfernt oder weniger relevant erscheinen. Interessanterweise führte das Anbieten von Leistungsprämien nicht zu einer schnelleren Verarbeitung, aber es erhöhte die Genauigkeit bei der Priorisierung von Informationen. Dies deutet darauf hin, dass Anreize beeinflussen können, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten, was für die Gestaltung von Motivationsstrategien, die Verbesserung des Nutzerengagements und fundiertere Entscheidungsfindung nützlich sein kann. Eine weitere Studie untersuchte, wie Menschen ihr Selbstbild in drei Dimensionen mental organisieren: sozial (ich vs. andere), zeitlich (jetzt vs. Zukunft) und räumlich (hier vs. anderswo). Unsere Forschung zeigte, dass die Art und Weise, wie Menschen über physischen Raum nachdenken, die Grundlage dafür bildet, wie sie sich über die Zeit und im Verhältnis zu anderen verstehen. Diese Erkenntnis ist besonders nützlich für Bereiche wie virtuelle Realität, digitale Erlebnisse und Identitätsforschung, da sie dazu beitragen kann, intuitivere und personalisierte Interaktionen zu schaffen. Zudem haben wir eine langjährige psychologische Theorie, die Construal Level Theory (CLT), erneut untersucht. Diese besagt, dass verschiedene Arten psychologischer Distanz - Zeit, Raum, soziale Verbindungen und hypothetische Situationen - auf die gleiche Weise verarbeitet werden. Unsere verfeinerten Experimente zeigten jedoch, dass nur Zeit und Raum eng miteinander verknüpft sind, was frühere Annahmen in Frage stellt. Dies hat praktische Auswirkungen darauf, wie Menschen vorausplanen, Risiken bewerten und abstrakte Ideen verarbeiten. Insgesamt helfen unsere Studien dabei zu erklären, wie Menschen Informationen priorisieren, ihr eigenes Selbstbild verstehen und über verschiedene Arten von Distanz nachdenken. Diese Erkenntnisse lassen sich in Geschäftsstrategien, Marketingkampagnen, digitales Produktdesign und Kommunikationsmaßnahmen integrieren. Indem Unternehmen und Organisationen ihre Botschaften und Erlebnisse an die natürliche Denkweise der Menschen anpassen, können sie stärkere Verbindungen schaffen und das Engagement verbessern.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 24 Zitationen
  • 8 Publikationen
  • 3 Datasets & Models
  • 4 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2023
    Titel I Am More than Who I Am Here and Now: The Representational Structure of Social, Temporal and Spatial Selves via modified redundancy gain paradigms
    Typ Other
    Autor A. Florack
    Link Publikation
  • 2021
    Titel When Social Interaction Backfires: Frequent Social Interaction During the COVID-19 Pandemic Is Associated With Decreased Well-Being and Higher Panic Buying
    DOI 10.3389/fpsyg.2021.668272
    Typ Journal Article
    Autor Kim H
    Journal Frontiers in Psychology
    Seiten 668272
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Malleability of Self- and Now-Prioritizations via Performance Contingent Incentives
    Typ Other
    Autor H Kim
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Temporal, but neither social nor hypothetical, distance maps onto spatial distance
    Typ Other
    Autor H Kim
    Link Publikation
  • 2020
    Titel When Social Interaction Backfires: Frequent Social Interaction during the COVID-19 Pandemic Period Is Associated with Decreased Well-Being and Higher Panic Buying
    DOI 10.31234/osf.io/sg5vx
    Typ Preprint
    Autor Florack A
  • 2020
    Titel Immediate Self-information is Prioritized over Expanded Self-information across Temporal, Social, Spatial, and Probability Domains
    DOI 10.31234/osf.io/thu3j
    Typ Preprint
    Autor Florack A
  • 2021
    Titel Immediate self-information is prioritized over expanded self-information across temporal, social, spatial, and probability domains
    DOI 10.1177/17470218211004208
    Typ Journal Article
    Autor Kim H
    Journal Quarterly Journal of Experimental Psychology
    Seiten 1615-1630
    Link Publikation
  • 2021
    Titel sj-docx-1-qjp-10.1177_17470218211004208 - Supplemental material for Immediate self-information is prioritized over expanded self-information across temporal, social, spatial, and probability domains
    DOI 10.25384/sage.14369458.v1
    Typ Other
    Autor Florack A
    Link Publikation
Datasets & Models
  • 2024 Link
    Titel Work Package 5: Saliency Studies
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 0 Link
    Titel Work Package 3: Reward processing
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 0 Link
    Titel Work Package 2
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2024
    Titel Associate editor for the journal Nature: Humanities and Social Sciences Communications
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2023
    Titel European Social Cognition Network Conference Presentation
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2023
    Titel Tilburg University, Social Psychology Colloquium
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2022
    Titel Frontiers in Psychology: Review editor for Personality and Social Psychology
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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