Die Geschichte der parlamentarischen Pionierinnen Kenias
A history of Kenya´s female parliamentary pionneers
Wissenschaftsdisziplinen
Politikwissenschaften (40%); Soziologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
-
Women,
Politics,
Africa,
Kenya,
History,
Sources
In den letzten Jahren wurde die Tatsache, dass immer mehr afrikanische Frauen in die nat ionalen Parlamente gewählt wurden, als ein außergewöhnlicher und neuer Erfolg gefeiert. Inzwischen haben immer mehr Länder Geschlechterquoten eingeführt, um eine gerechte Vertretung von Politikerinnen zu gewährleisten. Es stimmt, dass die Zahl der Frauen in afrikanischen Parlamenten in den letzten Jahrzehnten in den afrikanischen Ländern enorm gestiegen ist. Diese Errungenschaft ist sicherlich außergewöhnlich, da die afrikanische Politik nach wie vor von männlichen Führungspersönlichkeiten dominiert wird, während Frauen in der Regel als zu schwach dargestellt werden, um Machtpositionen zu übernehmen. Ihr Erfolg erforderte daher enormen politischen Mut sowie viele persönliche und sogar finanzielle Opfer. Doch ist diese Leistung wirklich neu? Die politischen, wirtschaftlichen, finanziellen, kulturellen und sozialen Hindernisse, die einer Vertretung von Frauen in den Parlamenten heute (zu Beginn des 21. Jahrhunderts) im Wege stehen, sind gut erforscht. Aber die Geschichte der Pionierinnen, die sich nach der Un abhängigkeit ihres Landes um einen Parlamentssitz bewarben, ist weitgehend unerforscht. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass nur sehr wenig über die Geschichte des Kampfes von Frauen um parlamentarische Macht bekannt ist. Dieses Projekt zielt darauf ab, genau dies zu tun, indem es die kenianische Geschichte untersucht und die Lücke im derzeitigen Wissen über die politische Geschichte der kenianischen Frauen schließt. Die kenianischen Frauen sind in der Politik nicht neu. Schon früh haben sie sich gegen die britische Kolonialisierung gewehrt und als Freiheitskämpferinnen oder politische Aktivistinnen für die Unabhängigkeit gekämpft. Und doch sind nur wenige Spuren ihres Kampfes erhalten geblieben: Frauen wurden sowohl in der kenianischen Politik als auch in der kenianischen Geschichte weitgehend beiseite geschoben. Als Kenia 1963 unabhängig wurde, gab es praktisch keine Frau in der Politik. Ein Blick in die parlamentarischen Archive macht jedoch eines deutlich: Es gab einige wenige Frauen, die es wagten, sich um einen Parlamentssitz zu bewerben. Dazu mussten sie sehr aktiv sein, um Anhänger zu mobilisieren, ihre Ideen in großen Kundgebungen zu verbreiten und zu verteidigen, von Tür zu Tür zu gehen, und das zu einer Zeit, in der niemand von einer Frau erwartete, so öffentlich politisch aktiv zu sein. Wer waren diese Frauen? Warum haben sie Wahlkampf gemacht und was haben sie danach getan? Wie können wir ihr politisches Engagement dokumentieren und darüber schreiben? Dies sind die wichtigsten Fragen, die dieses Projekt stellt. Um diese Fragen zu beantworten, wird dieses Projekt die politischen Ideen und Ziele dokumentieren, die diese Frauen während ihrer parlamentarischen Kampagnen und - für die wenigen Glücklichen - nach ihrer Amtszeit vertraten. Anhand von Archivdokumenten (Staatsarchive, Zeitungen, persönliche Archive) und mündlicher Überlieferung (Interviews) soll der Beitrag der Frauen zur formellen, nationalen Politik sichtbar gemacht werden, auch wenn sie die Wahl verloren haben. Dieses Projekt stellt die Geschichte in Frage, die sich nur an (männliche) Gewinner in der afrikanischen Politik erinnert. Durch die Betrachtung von Frauen, die an den Wahlen teilgenommen und gewonnen oder verloren haben, soll dieses Projekt zeigen, wie komplex der lang e Kampf der kenianischen Frauen um politische Macht in den nationalen Vertretungsinstitutionen war und wie wichtig es ist, (afrikanische) Geschichte auf eine integrativere Weise zu schreiben.
- Österreichische Akademie der Wissenschaften
- Universität Wien
Research Output
- 1 Zitationen
- 5 Publikationen
- 3 Künstlerischer Output
- 5 Disseminationen
- 1 Weitere Förderungen
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2022
Titel Presidential Powers in Postcolonial Africa Deserve Historical Attention DOI 10.1017/hia.2021.18 Typ Journal Article Autor Angelo A Journal History in Africa -
2022
Titel Women in African Philosophy; In: Oxford Research Encyclopedia of African History DOI 10.1093/acrefore/9780190277734.013.500 Typ Book Chapter Verlag Oxford University Press -
2025
Titel The place of women is in the House! African women parliamentary representation (1950-1980s). Typ Other Autor Anais Angelo -
2023
Titel Changing the narrative and gendering Kenyan political history: Jael Mbogo's fight for parliamentary elections in the 1960s DOI 10.1080/09612025.2023.2208411 Typ Journal Article Autor Angelo A Journal Women's History Review Seiten 76-94 Link Publikation -
2023
Titel Landscapes of Colonial Detention Sites DOI 10.1093/acrefore/9780190277734.013.1266 Typ Book Chapter Autor Angelo A Verlag Oxford University Press (OUP)
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2024
Link
Titel African women's political history: some book recommendations Typ Film/Video/Animation Link Link -
2024
Link
Titel African women's political history: some research perspectives Typ Film/Video/Animation Link Link -
2024
Link
Titel Why African women's political history matters Typ Film/Video/Animation Link Link
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2024
Link
Titel Organisation of an international conference Typ Participation in an activity, workshop or similar Link Link -
2024
Link
Titel Media Interview Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview Link Link -
2022
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Titel Die Presse Interview Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview Link Link -
2024
Link
Titel Expert Interview Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview Link Link -
2024
Link
Titel Expert Interview Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview Link Link
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2024
Titel Einzelförderung Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2024