Beeinflussen Sozialbeziehungen die kindliche Prosozialität?
Do social relationships affect preschoolers´ prosociality?
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Psychologie (50%)
Keywords
-
Prosocial behavior,
Social relationships,
Affiliation,
Dominance,
Peers,
Automated tracking technology
Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt ist am Schnittpunkt zwischen den Wissenschaftszweigen der Vergleichenden Verhaltensforschung und der Entwicklungspsychologie angesiedelt. Kernfrage ist hierbei, wie sich kindliche Sozialbeziehungen auf Helfen, Teilen und Unterstützen zusammengefasst unter dem Begriff prosoziales Verhalten zwischen gleichaltrigen Kindern auswirken. Die Interaktionen von Kindergartenkindern werden durch eine Kombination von Methoden beider Wissenschaftszweige (z.B. Beobachtung beim freien Spiel, Interviews, Fragebogen- Erhebungen) und mit Hilfe von technischen Innovationen (z.B. automatisches Erfassen von Nähe zwischen den Kindern durch intelligente Sensorentechnologie) erforscht. Kinder im Kindergartenalter verbringen zumeist einen großen Teil ihres Alltags in vielschichtigen sozialen Gruppen mit Gleichaltrigen. Die Beziehungen der Kinder zueinander können hier verschiedene Formen annehmen etwa enge Freundschaften, aber auch das Konkurrieren um Spielsachen, Aktivitäten oder Freunde. Die Beziehungen der Kinder und ihre soziale Stellung in der Gruppe beeinflussen dabei das Handeln und viele Entscheidungen der Kinder. Außerdem sind soziale Interaktionen zwischen Gleichaltrigen maßgeblich für die Entwicklung sozialer Kompetenzen beim Kind (z.B. Empathie). Bis heute weiß man allerdings wenig darüber, wie sich im alltäglichen Miteinander die Beziehungen zwischen Gleichaltrigen auf ihr prosoziales Verhalten auswirken. Das liegt größtenteils an der Schwierigkeit, Interaktionen und Beziehungen von Kindern in vielschichtigen sozialen Gruppen zuverlässig und exakt zu messen. Da sich komplexe soziale Interaktionen in Laborsituationen aber nicht immer erfolgreich simulieren lassen, gibt es in den letzten Jahren verstärkte Bemühungen, die Fähigkeiten von Kindern in möglichst lebensnahen Situationen zu erforschen. Motiviert durch das Interesse an sozialen Interaktionen im kindlichen Alltag hat dieses Projekt zum Ziel, den Zusammenhang zwischen Sozialbeziehungen in bestehenden Kindergartengruppen und prosozialen Handlungen zu zweit und in der Gruppe zu erforschen. Dieses Vorhaben wird durch die neuesten technischen Möglichkeiten der intelligenten Sensorentechnologie ermöglicht. Die komplexen Interaktionen und Beziehungen der Kindergartenkinder werden direkt in ihren sozialen Gruppen durch kleine, an der Kleidung tragbare Sensoren erhoben. Diese Sensoren können automatisch aufzeichnen, welche Kinder miteinander interagieren oder sich erfolgreich den Zugang zu besonders beliebten Spielsachen sichern. So können große Mengen an Daten gesammelt werden ohne die Kinder in ihren freien Interaktionen einzuschränken. Durch diesen interdisziplinären und innovativen Ansatz verspricht das Projekt einen tieferen Einblick in den Zusammenhang zwischen Sozialbeziehungen und prosozialem Verhalten bei Kindern zu gewähren und ermöglicht somit einen wichtigen Erkenntnisgewinn über die Entwicklung sozialer Kompetenzen im Kindergartenalter.
- Universität Wien - 100%
- Gabriela Markova, Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK , nationale:r Kooperationspartner:in
- Anna Veres-Szekely, Eötvös Loránd University - Ungarn
- Zsolt Kenesi, Obimon Systems Kft. - Ungarn
- Anthony D. Pellegrini, University of Minnesota - Vereinigte Staaten von Amerika