Silicium ist wegen seiner Halbleitereigenschaften für die Produktion von Transistoren, Microchips und in der Folge
Computern von enormer Bedeutung.
In jüngerer Zeit wurde gefunden, daß auch sogenannte Polysilane, lange Ketten von verknüpften Siliciumatomen,
höchst interessante elektronische Eigenschaften haben. Diese Eigenschaften sind abhängig einerseits von den an die
Kette noch gebundenen Gruppen und andererseits auch von der räumlichen Anordnung der Kette. Die bisher
verwendeten Herstellungsmethoden gestatteten überhaupt keine räumliche Kontrolle und auch in der Wahl der
zusätzlichen Gruppen war man sehr eingeschränkt. Neueste Entwicklungen scheinen darauf hinzuweisen, daß man
diese beiden Probleme durch die Hilfe von Übergangsmetallkatalysatoren lösen kann. Die Synthese von Polysilanen
auf diese Weise ist bisher noch nicht sehr weit entwickelt und soll im Rahmen des START-Projekts untersucht
werden.
Um ein gutes Verständnis dieser Prozesse zu erreichen ist es notwendig, den der Reaktion zugrunde liegenden
Mechanismus zu verstehen. Deshalb konzentriert sich ein Teilaspekt des Projekts auf Zwischenstufen der Reaktion,
sogenannte Silylmetallverbindungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in Untersuchungen zur Chiralität von Siliciumverbindungen. Darunter versteht man
die Symmetrieeigenschaft von manchen Molekülen sich zueinander wie Bild und Spiegelbild zu verhalten. Diese
Eigenschaft ist in der organischen und Biochemie von großer Bedeutung. Obwohl bei Siliciumverbindungen
darüber wenig bekannt ist, könnte man diese Eigenschaft in mechanistischen Untersuchungen sehr vorteilhaft
nutzen. Weiters ist zu erwarten, daß sich aus diesen Studien interessante Anwendungen für die organische Synthese
ergeben.