Höhlensinter als Paläoklima-Archive in den Alpen
Half a million years of environmental change in the Alps: Reading the speleothem record
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
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CLIMATE CHANGE,
SPELEOTHEMS,
QUATERNARY GEOLOGY,
ISOTOPES,
CAVES,
ALPS
START-Projekt Y 122Höhlensinter als Paläoklima-Archive in den AlpenChristoph SPÖTL18.06.1999 Unsere Erde ist in ständigem Wandel begriffen. Spätestens seit dem klar geworden ist, daß die menschliche Zivilisation den natürlichen Gang der Natur nachweisbar beeinflußt, wird die Wissenschaft mit der Frage konfrontiert, wie sich diese Einflußnahme auf die Umwelt in Zukunft auswirken wird. Grundvoraussetzung zur Beantwortung dieses schwierigen Fragenkomplexes ist die genaue Kenntnis und das Verständnis der natürlichen Veränderungen der Umwelt und hier insbesondere des Klimas in der jüngsten geologischen Vergangenheit. Dank der in den letzten Jahren erfolgten Tiefbohrungen im Eis der Antarktis und Grönlands und durch Bohrkerne aus den Weltmeeren wissen wir sehr gut Bescheid über globale Klimaänderungen während der letzten paar hunderttausend Jahre. Es existiert jedoch ein großer Bedarf, auch auf den Kontinenten in niederen Breitengraden kontinuierliche geologische "Archive" zu finden, an denen das regionale Paläoklima mit großer Genauigkeit abgelesen und rekonstruiert werden kann. Neue Untersuchungen in verschiedenen Erdteilen haben ergeben, daß karbonatische Sinterbildungen in Karsthöhlen, sog. Speleotheme, ein solches Paläoklima-Archiv darstellen. Diese vielfach ästhetischen Gebilde aus Kalziumkarbonat wachsen sehr langsam über viele Jahrtausende hinweg und zeichnen in ihrer chemische Zusammensetzung verläßlich und präzise klimatische Veränderungen der Atmosphäre oberhalb der Höhle auf. In enger Zusammenarbeit mit Höhlenkundlern, Sedimentgeologen und Fachleuten der Isotopengeochemie sollen nun im Rahmen dieses Forschungsvorhabens Sinterbildungen in österreichischen Höhlen systematisch untersucht werden. Dabei wird so vorgegangen werden, daß mittels eines Bohrgerätes Gesteinskerne unter Tage entnommen werden, die dann unter Einsatz moderner Methoden altersdatiert werden. Hervorzuheben ist, daß dabei u.a als Premiere für Österreich eine neue, hochpräzise Uran-Thorium Datierungsmethode zum Einsatz kommt, die bisherigen Altersbestimmungsmethoden an Höhlensintern deutlich überlegen ist. Kennt man den chronologischen Aufbau einer Probe, z.B. eines Stalagmiten, wo können an Hand der Zusammensetzung der stabilen Isotope des Sauerstoffs und Kohlenstoffs klimatische Veränderungen quantifiziert und zeitlich präzise erfaßt werden. Von diesen Untersuchungen in alpinen Höhlen ist somit ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis von "Global Change" im alpinen Raum zu erwarten.
- Universität Innsbruck - 100%
Research Output
- 5 Zitationen
- 1 Publikationen
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2024
Titel Climate warming detected in caves of the European Alps DOI 10.1038/s41598-024-78658-y Typ Journal Article Autor Obleitner F Journal Scientific Reports Seiten 27435 Link Publikation