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Regionale Mobilität der städtischen Handwerker

Regionale Mobilität der städtischen Handwerker

Hannes Stekl (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3351
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.03.2002
  • Projektende 11.06.2003
  • Bewilligungssumme 7.536 €

Wissenschaftsdisziplinen

Soziologie (100%)

Abstract

Die Beharrungskraft und Anpassungsfähigkeit vorindustrieller Institutionen und Mentalitäten, Lebensformen und Arbeitsweisen in den vielfältigen Modernisierungsprozessen des 18. und 19. Jahrhunderts wurden in den letzten Jahrzehnten zu einem wesentlichen Gegenstand der internationalen historischen Sozialwissenschaften. Vor allem der Analyse von Migrationen und geographischer Mobilität widmeten sich zahlreiche Forschungsarbeiten der Geschichtswissenschaft. Die Geschichte des vorindustriellen Handwerks und der Handwerker ist ein Forschungsfeld, in dem Tendenzen von Mobilität und Stabilität besonders deutlich zum Ausdruck kommen und das sich daher für eine Untersuchung von regionalem Migrationsverhalten besonders eignet. Das vorliegende Manuskript zur handwerklichen Migration versucht einmal mehr das Bild von der räumlichen und sozialen Immobilität vor dem 19. Jahrhundert zu widerlegen, aber auch den Blickwinkel auf die vielfältigen regionalen Mobilitätsvorgänge der Handwerker im Industrialisierungsprozeß zu erweitern Den Schwerpunkt der vorliegenden Forschungsarbeit bildet die Frage nach den vielfältigen räumlichen Migrationsvorgängen von städtischen Handwerkern des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei wird das Handwerk nicht als ein erstarrtes Relikt der Vergangenheit, sondern vielmehr als ein flexibler und letztlich effizienter Verwalter gesellschaftlicher Mobilität und Dynamik verstanden. Das Migrationsverhalten der Handwerker unterschied sich je nach Gewerbe und Status in der Zunfthierarchie, ebenso unterlagen die Einzugsräume im Untersuchungszeitraum zahlreichen Veränderungen. Die Migrationsrouten der Handwerker waren allerdings nicht beliebig gestreut, attraktive Zielorte, überregionale Kommunikationsverbindungen, günstige Verkehrswege oder Arbeit versprechende Gewerbelandschaften bündelten die individuellen Routen. Handwerkliche Wanderungen waren meist zirkuläre Bewegungen, in denen sich vielfältige Erscheinungen von Mobilität überlagerten. In der vorliegenden Arbeit wird Mobilität als ein komplexes Phänomen verstanden, daß nicht nur die Ortsveränderung und mit ihr Umfang, Richtung, Dauer und Wege von Migrationen umschreibt, sondern darüber hinaus vor allem auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Dimensionen aufweist. Die Bedingungen dieses Migrationsvorganges sind Gegenstand der Forschungsarbeit.

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