Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Philosophie, Ethik, Religion (25%)
Keywords
Edition,
Legal History,
Diplomatics,
Theology,
Papacy,
Ecclesiastical History
Abstract
Der elfte Band der Edition der Register Papst Innnocenz` III. (1198-1216), der als neunter Band der Gesamtedition
erscheint, enthält 255 Schreiben der Jahre 1208 und 1209, deren Großteil seitens des Papstes ausgefertigt wurde,
und weitere 16 Briefe des Papstes, die als Dekretalensammlung eine eigene Lage einnehmen. Einlaufstücke
stammen vom König von Frankreich in seinem Ehestreit und dem Lateinischen Kaiser von Konstantinopel, der von
einem Sieg berichtet und Unterstützung erbittet. Das Gros der Papstbriefe betrifft theologisch-liturgische Fragen
und Rechtsinterpretationen, die in diesem Band besonders stark in Erscheinung tretende Kirchenorganisation im
Lateinischen Kaiserreich, die politischen und kirchlichen Verhältnisse von Sizilien bis Skandinavien, Ehesachen
und besitzrechtliche Fragen, die Häretikerbekämpfung, Herrschaftsmaßnahmen im Patrimonium Petri, Privilegien
und Unterschutzstellungen für Bistümer und Klöster, Bistumsangelegenheiten und kirchenrechtliche
Entscheidungen verschiedenster Art, namentlich strittige Wahlen in Klöstern und Bistümern wie auch
Disziplinarfragen, die Einblicke in die großen wie die alltäglichen Probleme der Kirche und der Laien um 1200
erlauben. Der Konflikt mit dem König von England über die Besetzung des Erzbistums Canterbury setzt sich fort,
aber die größte Wirkung entfalten die Ermordung des deutschen Thronkandidaten Philipp von Schwaben, die den
deutschen Thronstreit scheinbar beendet, und der Mord am päpstlichen Legaten Petrus von Castelnau, der zum
Auslöser des Albigenserkreuzzugs wird. Nicht wenige der Briefe gingen in Dekretalensammlungen ein.
Der Band bietet eine kritische Edition, Datierungen bisher undatierter Briefe namentlich auch in der
Dekretalenlage, einen ausführlichen Sachkommentar, Nachweise der Zitate aus der Bibel, kirchlichem und
römischem Recht, theologischen und klassischen Vorlagen, und gibt die Dekretalenüberlieferung der Briefe an. Die
Edition ist eine Gemeinschaftsarbeit des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung mit dem Historischen
Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom.