Mitochondriopathien: Klinik, Genetik, Mechanismen & Therapie (GENOMIT)
Mitochondrial Disease: Clinics, Genetics, Mechanism &Therapy (GENOMIT)
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (40%); Klinische Medizin (25%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%); Medizinische Biotechnologie (10%)
Keywords
-
Mitochondrial Energy Metabolism,
International Patient Database,
Genome Sequencing,
Pathomechanism,
Protein Therapy,
Disease Models
Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle. Sie produzieren den universellen Energieträger namens ATP, welcher im Zuge des Abbaus von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß gebildet wird. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl neuer genetischer Defekte bei Patienten entdeckt, bei denen Mitochondrien gestört sind (Mitochondriopathien). Bis dato wurden Defekte in 250 Genen beschrieben und es ist davon auszugehen, dass bis zu einem Zehntel des menschlichen Erbguts mit Störungen der Mitochondrien assoziiert ist. Jede mitochondriale Erkrankung hat einen einzigartigen genetischen Hintergrund. Für die meisten Erkrankungen stehen keine effektiven Therapien zur Verfügung. GENOMIT ist ein Netzwerk von acht Partnern in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und den USA, die eng mit der internationalen, mitochondrialen Patientenorganisation (IMP, http://www.mitopatients.org/) zusammenarbeiten, um die Diagnose und Therapie von mitochondrialen Erkrankungen zu verbessern. Ziel von GENOMIT ist: i) die Erstellung der weltweit größten mitochondrialen Patientendatenbank, welche vier bestehende nationale Register aus Europa und den USA mit einbezieht und so etwa 4500 Patienten inkludiert, ii) die Weiterentwicklung von genetischen Diagnostikverfahren, sowie die Verbesserung der Interpretation derartiger Genomdaten durch Analyse einer enorm großen Anzahl an Datensätzen, iii) die Durchführung von funktionellen Studien bezüglich neuer Gene und Signalwege, die an der Entstehung von Mitochondriopathien beteiligt sind und iv) die Evaluierung neuer therapeutischer Ansätze z.B. durch sogenannte Protein-Ersatz-Therapie. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Defekte des Atmungsketten-Komplex I gelegt, der besonders häufig betroffen ist. Die GENOMIT Partner sind etablierte Zentren für die biochemische und genetische Diagnose von Mitochondriopathien in den jeweiligen Ländern und darüber hinaus. Sie repräsentieren die existierenden nationalen Patientenregister und haben Zugang zur größten Sammlung von genetischen Daten von betroffenen Patienten in Europa. Alle Projektpartner haben eine einzigartige Expertise auf dem Gebiet der mitochondrialen Forschung, welche dem Netzwerk durch dieses Projekt zugängig gemacht wird. GENOMIT will die kritische Masse für die Aufklärung und Erforschung von Zusammenhängen zwischen genetischen Ursachen und deren körperlicher Manifestation schaffen und detaillierte Einblicke in die pathophysiologischen Mechanismen und die Anwendbarkeit neuer therapeutischer Optionen ermöglichen. Der Schwerpunkt des österreichischen Teilprojekts liegt in der funktionellen Charakterisierung neuer Gene und Signalwege (siehe Punkt iii oben). Eine Beteiligung ist auch in allen anderen drei Teilprojekten geplant. Im Zuge des E-Rare Vorprojekts (I 920-B13, Mitochondriopathien Netzwerk für Diagnostik und Therapie [GENOMIT]) konnten durch Mitarbeit des Salzburger Partners vier neue Gen-Defekte beschrieben werden, insgesamt wurden 19 wissenschaftliche Arbeiten publiziert.
GENOMIT ist ein von E-Rare finanziertes Netzwerk von acht Partnern in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und den USA, die in enger Verbindung mit Organisationen für mitochondriale Patienten zusammenarbeiten, um die Diagnose und Versorgung von Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen zu verbessern. GENOMIT-Partner sind etablierte nationale Zentren für die biochemische und genetische Diagnose und Versorgung von Patienten mit Mitochondriopathien. Sie repräsentieren die bestehenden nationalen Patientenregister und haben Zugriff auf die größte Sammlung von NGS-Daten im Zusammenhang mit Mitochondriopathie in Europa. Jeder von ihnen hat auch ein einzigartiges Fachwissen entwickelt, das innerhalb des Netzwerks synergetisch geteilt wird. GENOMIT schafft somit die kritische Masse, um das Wissen über den Krankheitsverlauf und die Genotyp-Phänotyp-Korrelation von Mitochondrienerkrankungen zu erweitern und Einblicke in pathophysiologische Mechanismen und die Machbarkeit neuartiger Therapieansätze zu erhalten.
- Holger Prokisch, Helmholtz Zentrum München - Deutschland
- Thomas Klopstock, Ludwig Maximilians-Universität München - Deutschland
- Tina Wenz, Universität Köln - Deutschland
- Agnes Rötig, Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale - Frankreich
- Pierre Rustin, Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale - Frankreich
- Costanza Lamperti, National Neurological Institute "C. Besta" - Italien
- Marni Joy Falk, Children´s Hospital of Philadelphia - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 1810 Zitationen
- 48 Publikationen
- 10 Methoden & Materialien
- 3 Disseminationen
- 5 Medizinische Produkte
- 5 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 3 Weitere Förderungen
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2022
Titel Mutations in HID1 Cause Syndromic Infantile Encephalopathy and Hypopituitarism DOI 10.1530/ey.19.1.5 Typ Journal Article Autor A S Journal Yearbook of Paediatric Endocrinology Link Publikation -
2021
Titel Mutations in HID1 Cause Syndromic Infantile Encephalopathy and Hypopituitarism DOI 10.1002/ana.26127 Typ Journal Article Autor Schänzer A Journal Annals of Neurology Seiten 143-158 Link Publikation -
2021
Titel Mutations in HID1 Cause Syndromic Infantile Encephalopathy and Hypopituitarism DOI 10.22029/jlupub-9160 Typ Journal Article Autor Achleitner M Link Publikation