BIOCONSENT: Entscheidungshilfe zur Waldbiodiversitätspolitik
BIOCONSENT: Decision Support for Forest Biodiversity Policy
weitere EU-Initiativen: BiodivERsA
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Geowissenschaften (15%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (30%); Mathematik (25%)
Keywords
- Biodiversity Conservation And Restoration,
- Forest Ecosystems Modeling,
- Integrative Socio-Ecological Approach,
- Behavioral Change,
- Stakeholder Co-Design,
- Policy Support Tool Development
Ziel des Forschungsvorhabens BIOCONSENT ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Entscheidungshilfen zum Erhalt und der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt der Wälder in Europa bereitzustellen. Dazu analysiert das Projekt zum einen deckungsgleiche und unterschiedliche politische Initiativen in diesem Themenfeld. Zum anderen bewerten die Forschenden Verhaltensänderungen von Waldnutzenden hin zu nachhaltigen sozioökologischen Systemen mit verbessertem Biodiversitätsstatus und führen biophysikalische, soziale, ökonomische und politische Treiber an der Schnittstelle Biodiversität-Wald-Forst-Klima-Wasser zusammen. Das Projekt nutzt integrative sozio-ökologische Ansätze, um die Auswirkungen alternativer Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen auf die Waldbiodiversität und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Ebenen zu bewerten und zu quantifizieren. Der Beitrag des Projekts zur Waldbiodiversität soll am Ende aus drei Ebenen bestehen. Es sollen Entscheidungshilfen durch besseres Wissen über Zielkonflikte und Synergien zwischen Politikzielen und Bewirtschaftungspraktiken bereitgestellt werden. Außerdem sollen neue partizipative Methoden der Zukunftsforschung entwickelt und angewendet werden, um Verhaltensreaktionen zu untersuchen und transformative Veränderungen zu fördern. Und nicht zuletzt sollen durch eine agentenbasierte Modellierung, die Synergien und Zielkonflikte zwischen Waldschutz und -wiederherstellung bewertet und quantifiziert werden. Abschließend stellt das Projekt Politik- und Managementempfehlungen bereit und trägt damit zum Wissenstransfer bei.
Europas Wälder lassen sich nicht allein durch ehrgeizige Zielvorgaben schützen. Der Erfolg hängt auch davon ab, dass politische Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und dass Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie Forstverantwortliche in der Lage und bereit sind, die Bewirtschaftung der Wälder zu verändern. Wälder sind für die Bekämpfung des anhaltenden Rückgangs der biologischen Vielfalt und der Verschlechterung von Ökosystemen besonders wichtig, da sie rund 80 Prozent der weltweiten biologischen Vielfalt an Land beherbergen. Der Schutz und die Wiederherstellung von Waldlebensräumen, Arten und natürlichen Prozessen sind entscheidend für den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Speicherung von Kohlenstoff. Zugleich sichern sie weitere Ökosystemleistungen wie die Holzproduktion und die Erholungsnutzung. Das Projekt BIOCONSENT untersuchte, warum Fortschritte trotz weitreichender internationaler und europäischer Verpflichtungen weiterhin schwierig sind. Maßnahmen in den Bereichen Biodiversität, Forstwirtschaft, Klima und Wasser sind eng miteinander verbunden, werden jedoch nicht immer konsequent aufeinander abgestimmt und umgesetzt. Gleichzeitig müssen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie Forstverantwortliche ihre Entscheidungen unter konkurrierenden politischen Anforderungen, ökologischen und wirtschaftlichen Belastungen sowie klimatischen Unsicherheiten treffen. Das Projekt verband politikwissenschaftliche Forschung, Befragungen und Workshops mit Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern sowie Forstverantwortlichen, um das Bewirtschaftungsverhalten von Praktikerinnen und Praktikern in verschiedenen europäischen Ländern zu untersuchen. Zudem wurde analysiert, wie sich dieses Verhalten voraussichtlich unter dem Einfluss unterschiedlicher politischer Vorgaben verändern wird. Durch die Verknüpfung dieser Ergebnisse mit hochentwickelten Computermodellen der Waldentwicklung untersuchte das Projekt, wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsentscheidungen unter verschiedenen Klimawandelszenarien auf Europas Wälder auswirken könnten. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem die biologische Vielfalt der Wälder, die Kohlenstoffspeicherung, die Holzproduktion und weitere Ökosystemleistungen. Die Forschung zeigte außerdem eine beträchtliche Vielfalt unter Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern sowie Forstverantwortlichen, sowohl innerhalb einzelner Länder als auch im Ländervergleich. Die Modellergebnisse machen deutlich, dass das bestehende Alter, die Zusammensetzung und die Struktur der Wälder maßgeblich bestimmen, was durch Bewirtschaftungsmaßnahmen erreicht werden kann. Unter vielen derzeitigen Ansätzen dürften die Verbesserungen für die biologische Vielfalt daher begrenzt bleiben. In den untersuchten Ländern bevorzugten die beteiligten Akteure häufig sogenannte Land-Sharing-Strategien, bei denen Produktion und Naturschutz auf denselben Flächen miteinander verbunden werden. Auch aktive Wiederherstellungsmaßnahmen fanden breite Unterstützung. Eine deutlichere räumliche Trennung von Produktions- und Schutzflächen kann ebenfalls wirksam sein, allerdings vor allem unter stärker voneinander abweichenden zukünftigen Rahmenbedingungen. Durch die Verbindung sozialwissenschaftlicher Forschung, verhaltensbezogener Erkenntnisse und ökologischer Modellierung stellt das Projekt BIOCONSENT praxisnahe Informationen für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Forstverantwortliche und weitere Interessengruppen bereit. Zu den Projektergebnissen gehören politische Analysen, modellierte Zukunftsszenarien, Instrumente zur Entscheidungsunterstützung und Empfehlungen, die dazu beitragen sollen, Europas Wälder unter sich verändernden klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen wirksamer zu bewirtschaften.
- International Institute for Applied System Analysis (IIASA) - 100%
- Marcus Lindner, European Forest Institute - Finnland
- Pieter Johannes Verkerk, European Forest Institute - Finnland
Research Output
- 3 Publikationen
- 2 Disseminationen
- 1 Weitere Förderungen
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2025
Titel Report on Improved Forest models with enhanced representation of behavior and behavioral change of forest owners and conservation managers Typ Other Autor Maximo Yi -
2025
Titel Report on improved and upscaled understanding of how behaviour and behavioural change can support transformation to more sustainable socio-ecological forest systems and better biodiversity status at multiple spatial levels. BioConsent project Deliverable 3.2 / 3.3. Typ Other Autor Verkerk Pj -
2025
Titel Policy and driver scenarios of forest biodiversity conservation and restoration in Europe Typ Other Autor Sotirov M
-
2025
Titel Final project meeting with policy maker and practitioners Typ Participation in an activity, workshop or similar -
2026
Titel Talk on BIOCONSENT results on forest management in Europe Typ A talk or presentation
-
2025
Titel Bioclima China - EU Commission HORIZON-CL6-2024-CLIMATE-01 Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2025 Geldgeber European Commission H2020