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Die Politik des Ressortzuschnitts in Europa

The Politics of Portfolio Design in European Democracies

Thomas Meyer (ORCID: 0000-0002-0389-9918)
  • Grant-DOI 10.55776/I5876
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projekt­beginn 01.01.2022
  • Projektende 28.02.2026
  • Bewilligungs­summe 164.608 €

Weave

Wissenschaftsdisziplinen

Politikwissenschaften (100%)

Keywords

  • Coalition governments,
  • Portfolio design,
  • Institutional design
Abstract Zusammenfassung

Ministerien sind zentrale Institutionen in modernen Demokratien. Sie verfügen über das Fachwissen und die Ressourcen um das Handeln einer Regierung maßgeblich zu beeinflussen. Die Ministerienverteilung istdaher ein zentrales Element von Koalitionsverhandlungen. Bislang geht die Forschung zu Koalitionsregierungen meist von der Annahme aus, dass der Ressortzuschnitt also die Kompetenzverteilung zwischen Exekutivämtern fest vorgegeben sei und keinen Änderungen unterliege. Diese Annahme ist allerdings oft falsch. So wurde zum Beispiel in Österreich im Zuge der Regierungsbildung 2020 das Ressort Arbeit aus dem bisherigen Sozialministerium gelöst und als eigenständiges Ministerium begründet. Auch wurden Zuständigkeiten, beispielsweise für Integration, Umwelt und dem Post- und Kommunikationswesen, im Regierungsbildungsprozess anderen Ministerien zugeschlagen. Dieses Forschungsprojekt untersucht die Ursachen und Folgen von Veränderungen im Ressortzuschnitt. Wir möchten erklären 1) welche politischen Akteure von Veränderungen politischer Zuständigkeiten profitieren und 2) welche Auswirkungen sich durch Veränderungen im Ressortzuschnitt auf die Politikgestaltung beobachten lassen. Dazu arbeiten wir mit einem Team international führender Politikwissenschaftler*innen zusammen, um über einen Zeitraum von 50 Jahren in 10 europäischen Ländern Veränderungen im Ressortzuschnitt mithilfe von Gesetzen, Verordnungen und administrativen Quellen zu erfassen. Wir möchten verstehen, welche Rolle Veränderungen im Ressortzuschnitt in modernen Demokratien spielen. Wie häufig kommen solche Reformen in den Zuständigkeiten vor und welche Politikbereiche sind besonders betroffen? Stecken politische Gründe hinter diesen Reformen, und wenn ja, welche Akteure gewinnen, und welche verlieren bei der Kompetenzverschiebung?Undschließlich: wie wirken sich Veränderungen im Ressortzuschnitt auf das Funktionieren des Regierungsapparats aus? Führen Reformen zu einer Effizienzsteigerung, oder sind die entsprechenden Abteilungen mehr mit der Umstrukturierung als mit ihren eigentlichen Aufgaben beschäftigt? Wir denken, dass Antworten auf diese Fragen wichtige Einblicke in die Funktionsweise moderner Demokratien liefern können.

Ministerien sind zentrale Institutionen moderner Demokratien. Sie prägen die Agenda der Regierung maßgeblich und stellen das Fachwissen sowie die Ressourcen bereit, um die Politikproduktion nachhaltig zu beeinflussen. Die Verteilung der Ressorts ist daher ein Kernelement der Koalitionsverhandlungen im Zuge der Regierungsbildung. Eine zentrale, in der Forschung häufig verbreitete Annahme ist, dass der Ressortzuschnitt - verstanden als die Verteilung von Zuständigkeiten zwischen Ministerien - fix und exogen vorgegeben ist. Empirisch trifft diese Annahme jedoch oft nicht zu: Zuständigkeiten werden von einem Ressort auf ein anderes übertragen, neue Ressorts geschaffen, andere aufgelöst oder zusammengelegt. Dieses Forschungsprojekt untersucht die Ursachen und Folgen von Veränderungen im Ressortzuschnitt. Aufbauend auf einem theoretischen Rahmen, der Parteien als rationale Akteure begreift, die Institutionen zu ihrem Vorteil gestalten, werden Reformen anhand politischer Ziele (policy, office, votes) sowie von Effizienzüberlegungen untersucht. Dazu analysieren wir Reformen des Ressortzuschnitts in zehn westeuropäischen Demokratien von 1970 bis 2022. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass politische Motive eine größere Rolle spielen als Effizienzüberlegungen. Reformen erfolgen häufig unmittelbar nach der Regierungsbildung und dienen dazu, die Macht der Regierungsparteien in Koalitionen auszubalancieren. Zudem wird der Ressortzuschnitt genutzt, um die politischen Prioritäten der neuen Regierung zu signalisieren. Effizienzgesichtspunkte spielen zwar eine Rolle, jedoch in geringerem Ausmaß. Das Projekt liefert neue theoretische Perspektiven, neuartige Datensätze und vergleichende Befunde zu einem zentralen Baustein moderner Regierungsführung - mit weitreichenden wissenschaftlichen und praktischen Implikationen für die Frage, wie Demokratien zentrale gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel und die Digitalisierung bewältigen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Thomas Meyer, Universität Wien , ehemalige:r Projektleiter:in
  • Wolfgang C. Müller, Universität Wien , ehemalige:r Projektleiter:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Ulrich Sieberer - Deutschland, Projektpartner:in

Research Output

  • 7 Zitationen
  • 3 Publikationen
  • 7 Disseminationen
Publikationen
  • 2026
    Titel Seeking Office, Policy, or Votes? An Analysis of Legislative Coalitions, Motivations, and Behavior in Multiparty Presidential Systems
    Typ PhD Thesis
    Autor Koichi Osamura
  • 2025
    Titel Government stability; In: Handbook on Coalition Politics
    DOI 10.4337/9781803929569.00038
    Typ Book Chapter
    Verlag Edward Elgar Publishing
  • 2023
    Titel Rebuilding the coalition ship at sea: how uncertainty and complexity drive the reform of portfolio design in coalition cabinets
    DOI 10.1080/01402382.2023.2169512
    Typ Journal Article
    Autor Meyer T
    Journal West European Politics
    Seiten 142-163
    Link Publikation
Disseminationen
  • 2025 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2025 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2025 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
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  • 2026 Link
    Titel Interview with national news
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
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