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Sowjetische Kriegsdenkmäler und globale Netzwerke

Soviet war memorials and global networks

Mischa Gabowitsch (ORCID: 0000-0001-7149-1941)
  • Grant-DOI 10.55776/M3377
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2022
  • Projektende 30.06.2024
  • Bewilligungssumme 177.980 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (75%); Kunstwissenschaften (5%); Soziologie (20%)

Keywords

    Monuments, Memorials, History Of The Soviet Union, Globalization, Political Economy, War Memory

Abstract Endbericht

Der Zweite Weltkrieg war der tödlichste Konflikt der Menschheitsgeschichte. Millionen sowjetische Soldaten ließen ihr Leben: Kein anderes Land hatte so viele Tote zu beklagen. Sie starben sowohl innerhalb der UdSSR als auch bei Kämpfen in anderen Ländern, von Österreich bis China. Unzählige Denkmäler in all diesen Ländern und in einigen anderen erinnern an die sowjetischen Kriegstoten. Sie wurden im Auftrag des sowjetischen Staats und Militärs und der Regierungen und Armeen anderer Länder errichtet, aber auch auf Initiative vieler anderer offizieller Einrichtungen und informeller Gruppen. Das vorliegende Projekt erforscht, wie Menschen bei der Errichtung und Instandhaltung dieser Denkmäler über Grenzen hinweg zusammengearbeitet haben und dies bis heute tun. Es beschäftigt sich mit sowjetischen Armeeingenieuren, die unmittelbar nach Kriegsende Denkmäler in Österreich oder der Tschechoslowakei bauten, und untersucht, wie diese später den Denkmalsbau in der Sowjetunion beeinflussten. Es analysiert, wie sowjetische und postsowjetische Bildhauer und Maler such auf einen bestimmten künstlerischen Stil spezialisierten, der insbesondere bei Generälen und patriotischen Politikern Gefallen findet, auch wenn er von der Kunstkritik belächelt oder ignoriert wird. Es beschäftigt sich auch mit der Bedeutung von sowjetischen Kriegsdenkmälern für die zahlreichen russischsprachigen Gemeinschaften, die seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Ausland entstanden sind. Schließlich verfolgt es nach, wie sich die in der Sowjetunion entwickelte Produktionsweise von Denkmälern in andere kommunistisch regierte Länder und insbesondere in Nordkorea verbreitete und bis heute in zahlreichen Staaten Afrikas und Asiens Nachahmer findet. Das Projekt kombiniert Archivforschung mit Interviews und der Auswertung von Online-Diskussionsforen und wird in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen durchgeführt, die sich mit so unterschiedlichen Ländern wie Österreich, Tschechien, der Slowakei, Deutschland, Nordmazedonien, Israel, Namibia, Simbabwe und Nordkorea beschäftigen.

Kein Typ von Kriegsdenkmälern ist weltweit so weit verbreitet wie Denkmäler für Soldaten der sowjetischen Roten Armee, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Man findet solche Denkmäler von China bis zu den Vereinigten Staaten. Menschen aus vielen Ländern waren an ihrem Bau beteiligt, und von Anfang an kursierten Bilder dieser Denkmäler international. Heute sind sie zu Gegenständen gewaltsamer Konflikte geworden: So rechtfertigte etwa Russland seine Großinvasion der Ukraine unter anderem damit, dass solche Denkmäler dort zerstört würden und russischen Schutzes bedürften. Dieses Projekt untersuchte sowjetische Kriegsdenkmäler als transnationales Phänomen aus verschiedenen Perspektiven. Einerseits wurde analysiert, wie solche Denkmäler in Geschichtsbüchern verschiedener Länder dargestellt werden, was zu sehr unterschiedlichen Auffassungen darüber führt, wofür sie stehen und warum sie wichtig sind. Andererseits wurde die russische Politik in Bezug auf Kriegsdenkmäler in den besetzten Gebieten der Ukraine untersucht. Das Projekt nutzte auch Archivquellen, um den Bau und die Nutzung sowjetischer Kriegsdenkmäler unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu untersuchen. Dokumentiert ist die Forschung in mehreren Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, Essays für ein breiteres Publikum, Vorträgen und Radiointerviews sowie einem Buch: Mischa Gabowitsch und Mykola Homanyuk, "Monuments and Territory: War Memorials in Russian-Occupied Ukraine" (Budapest; Wien; New York: CEU Press, 2024).

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in

Research Output

  • 1 Zitationen
  • 13 Publikationen
  • 2 Disseminationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2025
    Titel Monuments and Territory: War Memorials in Russian-Occupied Ukraine
    Typ Book
    Autor Gabowitsch Mischa
    Verlag Central European University Press
  • 2025
    Titel Monuments and Territory - War Memorials in Russian-Occupied Ukraine
    DOI 10.1515/9789633868232
    Typ Book
    Autor Gabowitsch M
    Verlag Central European University Press
  • 2024
    Titel Mimetic De-commemoration: The Fate of Soviet War Memorials in Eastern Europe in 2022-2023
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Kunsttexte
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Occupation and De-occupation of War Memorials in Ukraine: Commemorative Practices in Russian-Controlled Territories, 2022-2023
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Kunsttexte
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Visual Literacy in History Education Textbooks and Beyond
    DOI 10.3167/jemms.2023.150101
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M
    Journal Journal of Educational Media, Memory, and Society
  • 2023
    Titel Visuals in History Textbooks War Memorials in Soviet and Post-Soviet School Education from 1945 to 2021
    DOI 10.3167/jemms.2023.150106
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M
    Journal Journal of Educational Media, Memory, and Society
  • 2022
    Titel Red Army monuments in Poland from creation to destruction
    DOI 10.5817/aec2022-2-9
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M
    Journal Art East Central
    Seiten 159-167
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Monuments in Times of War
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Eurozine
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Denkmäler inmitten des Kriegs. Die Denkmalslandschaft der Ukraine seit Russlands Großangriff
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Eurozine
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten; In: Was bedeutet Gedenken? Kommemorative Praxis nach 1945
    Typ Book Chapter
    Autor Gabowitsch M.
    Verlag Metropol
    Seiten 270-291
  • 2023
    Titel Monumendid sõja ajal
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Vikerkaar
    Seiten 128-137
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Paminklai karo laikais
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M.
    Journal Kultūros barai
    Seiten 62-67
    Link Publikation
  • 2022
    Titel War Monuments and the Transformation of Russian Memorial Culture in the Long 20th Century
    DOI 10.1353/kri.2022.0048
    Typ Journal Article
    Autor Gabowitsch M
    Journal Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History
    Seiten 675-684
Disseminationen
  • 2023 Link
    Titel Radio interviews
    Typ A broadcast e.g. TV/radio/film/podcast (other than news/press)
    Link Link
  • 2022 Link
    Titel Multiple public lectures on (a) visual depictions of war memorials in history textbooks, (b) war memorials in Russian-occupied Ukraine
    Typ A talk or presentation
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2024
    Titel Invitation to advisory board of the book series "Stories of War: A Series on Documenting and Archiving" (Lviv Center for Urban History & Transcript-Verlag)
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2024
    Titel PUB - Buchpublikation "Monuments and Territory"
    Typ Travel/small personal
    Förderbeginn 2024
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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