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Imperiale Ausstattungen von Nobeletagen der Wiener Hofburg

Imperial Decoration of Main Floors of the Vienna Hofburg

Wilhelm Georg Rizzi (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P14312
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2000
  • Projektende 31.12.2003
  • Bewilligungssumme 55.161 €

Wissenschaftsdisziplinen

Bauwesen (20%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (60%)

Keywords

    HOFBURG WIEN, AUSSTATTUNG, KAISERAPPARTEMENTS, ARCHIVALIENFORSCHUNG, BILDQUELLEN, HISTORISCHE BAUFORSCHUNG

Abstract Endbericht

Forschungsprojekt P 14312Imperiale Ausstattungen von Nobeletagen der Wiener Hofburg Des Forschungsvorhaben befaßt sich mit der Nutzungs- und Ausstattungsgeschichte der Wiener Hofburg, einer der repräsentativsten Residenzbauten des habsburgischen Kaiserhauses. Den zeitliche Rahmen bildet der Zeitraum von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende der Monarchie 1918, wobei jedoch auch wesentliche Veränderungen bis in die heutige Zeit aufgezeigt werden sollen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt dabei in der Bearbeitung der Prunkräume der Amalienburg und des Reichskanzleitraktes, jenen. zwei Trakten der Hofburg, die in dieser Zelt verschiedene Ausstattungsphasen durchliefen, die bis heute ihr heterogenes Erscheinungsbild prägen. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen nun erstmals die Ergebnisse der Archivstudien mit dem heutigen Zustand verglichen werden und in Form einer chronologischen Raumabfolge eine, Dokumentation der historischen Situation mit dem heutigen Bestand in Relation gesetzt werden. Ziel des Forschungsprojektes ist, ein fundiertes Studium der Schriftquellen, hier vor allem die bis heute ausständige Sichtung und Bearbeitung der Bestände der Burghauptmannschaft, vorzunehmen, um dieses mit den zu erwartenden materialwissenschaftlichen Befunden sowie der heutigen Situation in. Korrelation zu bringen. Dabei beschränkt sich des Quellenstudium nicht allein auf österreichische Archive, sondern soll auch durch die Sichtung die Archive in Florenz und Mailand die ehemaligen italienischen Provinzen der Habsburgermonarichie miteinbeziehen, die auf Grund der historischen Situation vor allem Angaben über Mobilienaustausch erwarten lassen. Die Aufarbeitung der Schrift- wie auch Bildquellen wird Voraussetzung sein, um durch die gewonnenen Erkenntnisse zur Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte Rückschlüsse auf ihre wechselseitigen Beziehungen zu ziehen. Ihre Analyse wird einen wichtigen Beitrag in der noch lückenhaften Kenntnis der Ausstaftungsgeschichte der genannten Hofburgtrakte bilden, die in weiterer Folge sowohl für die aktuelle Nutzung, Ausstattung und Möblierung als auch hinsichtlich der musealen Nutzung von größter Relevanz ist.

Als bedeutsamstes Ergebnis der Forschungsarbeit ist die Erstellung eines Raumbuches der Appartements im Reichskanzleitrakt sowie der Amalienburg zu nennen, in dem alle Quellen inklusive aller neuen Erkenntnisse in Form von Raumblättern zu einer Chronologie der Nutzungs- und Ausstattungsgeschichte zusammengefasst wurden. Zu den wichtigsten neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Nutzung des Reichskanzleitraktes sowie der Amalienburg zählen der nunmehr erbrachte schriftliche Beweis, daß sowohl Kaiser Franz Joseph als auch Kaiserin Elisabeth zwischen 1854 und 1857 noch nicht wie bisher angenommen im Reichskanzleitrakt bzw. der Amalienburg residierten, sondern gemeinsam im Leopoldinischen Trakt gegen den heutigen Heldenplatz. Ein bisher unbekanntes Inventar des Appartements der Kaiserin Elisabeth aus dem Jahre 1861 brachte den Beweis, daß es zumindest bis 1861 ein gemeinsames Schlafzimmer des Kaiserpaares im Appartement der Kaiserin gab, das sich allerdings nicht wie bisher vermutet im heutigen Wohn- und Schlafzimmer der Kaiserin, sondern im heutigen Toilette-und Turnzimmer befand. Hinsichtlich des Stephans-Appartements konnte durch das Quellenstudium die ursprüngliche Nutzung genauer definiert werden und bildete die Grundlage für die Entscheidung hinsichtlich der aktuellen musealen Präsentation. Die von der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH. beauftragte Befundung der Appartements der Kaiserin sowie des Kaisers ermöglichte den Vergleich der archivalischen Quellen mit den materialwissenschaftlichen Untersuchungen, die eine Chronologie der Ausstattungsabfolge von den 1760er Jahren in der Amalienburg bzw. den 1720er Jahre im Reichskanzleitrakt bis heute zur Folge hatte. Die Ergebnisse dienten und dienen sowohl als direkte Grundlage für die Restaurierung als auch die anschließende historisch authentische Neuausstattung der Appartements. Wesentlichste Ergebnisse für das Amalienhof-Appartement ist die Feststellung der Erstfassung unter Pacassi (1760er) sowie die Ausstattungsabfolge unter Kaiserin Elisabeth. Der Deckenstuck wurde allerdings 1851 so stark überarbeitet, daß er in diese Zeit zu datieren ist und nicht wie bisher angenommen auf Pacassi zurückgeht. Umgekehrt verhält es sich im Reichskanzlei-Appartement, für das als wesentlichstes Ergebnis die Datierung der stuckierten Decken mit Ausnahme von drei Räumen in die Entstehungszeit um 1725 zu nennen ist; bisher wurde eine gesamte Neugestaltung des späten 19. Jahrhunderts vermutet.

Forschungsstätte(n)
  • Schloß Schönbrunn - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Eva B. Ottillinger, Bundesmobilienverwaltung , assoziierte:r Forschungspartner:in
  • Franz Dirnberger, Österreichisches Staatsarchiv , assoziierte:r Forschungspartner:in

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