Eiqualität in Meeresfischen
Egg quality in marine fishes
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (90%); Tierzucht, Tierproduktion (10%)
Keywords
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EIQUALITÄT,
REPRODUKTIONSBIOLOGIE,
FISCHE,
SPARUS AURATUS,
MARIKULTUR,
GOLDBRASSE
Die Kultur und künstliche Zucht von Meeresfischen ist eine neue Technologie, die sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der ständig veringernden Fischereierträge und der strengeren Gesetze zum Schutz der Meere entwickelt hat. Als noch neue Technologie hängt sich stark von der Weiterentwicklung der bestehenden Methoden ab. Um langfristige Unabhängigkeit von Wildpopulationen zu erlangen, ist die Produktion von hochqualitativen Fischlarven von zentraler Bedeutung. Die Bestimmung der Eiqualität ist dabei von entscheidender Bedeutung, um die Qualität und Effizienz der Fischproduktion zu sichern, und um die Fortpflanzungs- und Aufzuchtmethoden verbessern zu können. Für Süßwasserfische existieren mehrere schnelle, einfache und daher auch praktisch anwendbare Methoden zur Kontrolle der Eiqualität. Nicht nur aufgrund von biologischen Unterschieden, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Techniken der Gametengewinnung können die für Süßwasserfische entwickelten Methoden nicht für Meeresfische angewandt werden. Daher entwickelt das hier dargestellte Projekt Methoden zur Qualitätsbestimmung von Eiern mariner Fische. Es verwendet die Goldbrasse, Sparus aurata als Modell, da diese eine der bedeutendsten kultivierten Arten ist und die Daten leicht auf andere ebenfalls wirtschaftlich bedeutende Sparidae (Brassen) wie Pagellus sp., Diplodus sp., und Dentex sp. übertragen werden können.
Das Projekt untersuchte Parameter, die zur Qualitätsbestimmung von Eiern von Meeresfischen, nämlich von 2 Brassenarten (Sparus aurata, Diplodus puntazzo) geeignet sind. Der Begriff Eiqualität beschreibt den Prozentsatz von Eiern, die sich bis zum Larvenstadium entwickeln. Die Bestimmung der Eiqualität bei Fischen ist in der Aquakultur wichtig, um gesunde und hochqualitative Larven produzieren zu können, und um den wirtschaftlich rentablen Betrieb von Fischzuchten gewährleisten zu können. Bei der Bestimmung der Eiqualität sollen in unbefruchteten oder frisch befruchteten Eiern gemessene Parameter Aufschluß über deren Entwicklungsrate geben. Biochemische, physiologische und morphologische Parameter wurden auf eine mögliche Eignung als Eiqualitätsmarker getestet. Physiologische Parameter waren bei den untersuchten Arten nicht zur Bestimmung der Eiqualität geeignet. Bezüglich der biochemischen Parameter zeigte sich, dass eine hohe Aktivität des Zuckerstoffwechsel (Glykolyse, Glukoneogenese, Pentosephosphatweg) für die sich entwickelnden Eier unbedingt notwendig ist. Folglich konnte mit verschiedenen Leitenzymen und -metaboliten die Eiqualität bestimmt werden. Vergleichende Untersuchungen an Süßwasserfischen zeigten, dass auch bei diesen die beschriebenen Stoffwechselwege zur normalen Entwicklung unbedingt notwendig sind. Dies sind völlig neuartige Ergebnisse. Bisher wurde dem Zuckerstoffwechsel nur geringe Bedeutung während der Entwicklung zugemessen, während der Aminosäurestoffwechsel als äußerst wichtig betrachtete wurde. Bezüglich der morphologischen Parameter konnte gezeigt werden, dass die Form des Lipidtröpfchens Aufschluß über die Eiqualität gibt. Auch dies ist ein neuartiges Ergebnis. Es wird vermutet, dass die Form des Lipidtröpfchens von dessen Lipidzusammensetzung abhängt. Die biochemische Lipidzusammensetzung hat generell einen entscheidenden Einfluß auf die Eientwicklung. Die Form des Lipidtröpfchens ist sehr leicht zu bestimmen, da nur einfache morphometrische Messungen durchgeführt werden müssen. Im Vergleich zu den biochemischen Methoden ist diese Methode schneller und preisgünstiger durchzuführen. Sie ist in der Folge die für die Praxis am besten geeignete Methode.
- Universität Salzburg - 100%
Research Output
- 294 Zitationen
- 9 Publikationen
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2005
Titel Carbohydrate metabolism of eggs of the whitefish, Coregonus spp. during embryogenesis and its relationship with egg quality DOI 10.1016/j.cbpc.2005.05.015 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Comparative Biochemistry and Physiology Part B: Biochemistry and Molecular Biology Seiten 46-55 -
2005
Titel The effect of 4-nonylphenol on semen quality, viability of gametes, fertilization success, and embryo and larvae survival in rainbow trout (Oncorhynchus mykiss) DOI 10.1016/j.aquatox.2004.11.007 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Aquatic Toxicology Seiten 297-306 -
2004
Titel Seminal plasma proteins prolong the viability of rainbow trout (Oncorynchus mykiss) spermatozoa DOI 10.1016/j.theriogenology.2003.12.001 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Theriogenology Seiten 801-808 -
2004
Titel Biochemical egg quality determination in the gilthead seabream, Sparus aurata: reproducibility of the method and its application for sharpsnout seabream, Puntazzo puntazzo DOI 10.1016/j.aquaculture.2004.04.016 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Aquaculture Seiten 433-442 -
2004
Titel Egg quality determination in the gilthead seabream, Sparus aurata, with biochemical parameters DOI 10.1016/j.aquaculture.2004.04.017 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Aquaculture Seiten 443-459 -
2003
Titel Morphology, fine structure, biochemistry, and function of the spermatic ducts in marine fish DOI 10.1016/s0040-8166(03)00057-0 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Tissue and Cell Seiten 363-373 -
2003
Titel Investigations on the metabolism of viable and nonviable gilthead sea bream (Sparus aurata) eggs DOI 10.1016/s0044-8486(03)00159-5 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Aquaculture Seiten 159-174 -
2006
Titel Carbohydrate Metabolism of Vitellogenic Follicles and Eggs of Serranus cabrilla (Serranidae) and Mullus barbatus (Mullidae) and of Embryos of Sparus aurata (Sparidae) DOI 10.1007/s10695-006-0005-6 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Fish Physiology and Biochemistry Seiten 131-139 -
2005
Titel The shape of the lipid vesicle is a potential marker for egg quality determination in the gilthead seabream, Sparus aurata, and in the sharpsnout seabream, Diplodus puntazzo DOI 10.1016/j.aquaculture.2005.01.018 Typ Journal Article Autor Lahnsteiner F Journal Aquaculture Seiten 423-435