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Handschriftenkatalog der UB Innsbruck, Bd. 6 und 7

Catalogue of the Manuscripts of the Univ. Library Innsbruck

Walter Neuhauser (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18856
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2006
  • Projektende 30.04.2010
  • Bewilligungssumme 323.216 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (25%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)

Keywords

    Handschriftenkatalog, Mediävistik, Mittellatein, Neulatein, Kodikologie, Bibliotheksgeschichte

Abstract Endbericht

Der Erschließung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Handschriften durch gedruckte, wissenschaftlich gearbeitete Kataloge kommt für die Geisteswissenschaften, insbes. für die historischen Disziplinen, ferner für Theologie, Rechtswissenschaften, Geschichte der Naturwissenschaften usw., größte Bedeutung zu. Trotzdem ist erst ein Teil der Bestände erschlossen und als Grundlage für die weitere Forschung zugänglich gemacht. Auch an der UB Innsbruck bestand seit langem der Bedarf nach einer Bearbeitung ihres Bestandes von 1067, zu zwei Dritteln mittelalterlichen Handschriften. Bisher gab es nur zwei handschriftliche Kataloge aus dem 19. Jh., die in keiner Weise den heutigen Anforderungen entsprechen. Es fehlten Angaben zu Schrift, Buchmalerei, Einband, Herkunft und Geschichte der Handschriften, es gab keine genaue Erschließung des Inhalts. In den Handschriften anonym überlieferte Texte waren nicht identifiziert, viele Texte waren überhaupt nicht angeführt usw. Die wissenschaftliche Erfassung des Innsbrucker Bestandes begann in den Siebzigerjahren im Rahmen der von der ÖAW herausgegebenen Handschriftenkataloge und unter genauer Befolgung der von der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der ÖAW erstellten Richtlinien durch den damaligen Leiter der Handschriftenabteilung der UB Innsbruck. 1987 bzw. 1991 erschienen für die Signaturen 1 - 200 zwei Katalogbände, deren Drucklegung von FWF finanziert wurde. Mit der Bestellung des Bearbeiters zum Direktor der UB Innsbruck war die Weiterführung in der bisherigen Form nicht mehr möglich. 1994 wurde daher beim FWF der Antrag auf Fortsetzung durch einen vom FWF bezahlten Mitarbeiter gestellt und bewilligt (Cod. 201 - 300, Projekt Nr. P10591-HIS), 1998 für den vierten Band (Cod. 301 - 400, P13282-ARS) und 2002 für den fünften Band (Cod. 401 - 500, P16287-G06), jeweils unter der Leitung des Antragstellers (nunmehr als Privatperson, da seit Ende 1998 im Ruhestand). So konnte 1999 der dritte, 2005 der vierte Band des Kataloges erscheinen. Der fünfte Band ist in Arbeit. Da die bisherigen Kataloge von der Kritik äußerst positiv aufgenommen wurden, soll nunmehr unter dem bisherigen Projektleiter die Arbeit am Katalog in der bisherigen Form, jedoch im Rahmen eines einzigen Projektes für zwei Bände (Cod. 501 - 600 und Cod. 601 - 700), weitergeführt werden, umso mehr, als bei der Evaluierung der oben genannten Kommission 2002 die Bände des Innsbrucker Kataloges lobend hervorgehoben wurden. Die Beschreibungen werden wieder nach den bewährten Richtlinien erfolgen, ebenso wird zur genauen Beschreibung des Inhaltes der Handschriften ausführlich auf die Geschichte jeder Handschrift und auf bibliotheksgeschichtliche Zusammenhänge eingegangen werden.. Register und sonstige Beilagen wie bisher.

Das Projekt "Handschriftenkatalog der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck" hat zum Ziel die wissenschaftliche Erschließung des Handschriftenbestandes der genannten Bibliothek in Form gedruckter Kataloge. Die Innsbrucker Universitäts- und Landesbibliothek besitzt mit über 1000 Handschriften wertvolles, bisher nur mangelhaft erschlossenes Kulturgut. Daher wurde 1973 mit der Erschließung durch einen den heutigen Anforderungen entsprechenden wissenschaftlichen Katalog auf der Grundlage der von der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erstellten "Richtlinien für die Katalogisierung der Handschriften" begonnen. Die Publikation erfolgt in den "Denkschriften" der ÖAW. Die beiden ersten Bände (Cod. 1 200) wurden im Rahmen der Tätigkeit der Handschriftenabteilung der UB Innsbruck bearbeitet. Da seit 1991 die Bearbeitung mit hauseigenen Kräften nicht mehr möglich war, erfolgte mit Band 3 beginnend die Bearbeitung im Rahmen mehrerer aufeinander folgender FWF-Projekte (Bd. 3 = FWF P10591, Bd.4 = FWF P13282, Bd. 5 = FWF P16287). Das mit 1.6.2006 begonnene, mit 30.4.2010 abgeschlossene Projekt P18856 beinhaltet den sechsten und siebten Band des Katalogwerkes, umfassend die Signaturen Cod. 501 700. Die ehrenamtliche Projektleitung lag wie bei den früheren Bänden bei Hofrat Dr. Walter Neuhauser (bis Ende 1998 Direktor der UB Innsbruck). Mitarbeiterinnen waren mit unterschiedlichem Beschäftigungsausmaß Dr. Daniela Mairhofer (1.6.2006 31.10.2007), MMag. Claudia Schretter (1.6.2006 31.5.2009), Dr. Ursula Stampfer (1.10.2006 31.10.2009) und Mag. Petra Ausserlechner (1.1.2008 28.2.2010). Zu bearbeiten waren 183 Handschriften, eine Handschrift geriet vor vielen Jahren in Verlust und 16 Handschriften mussten nach dem ersten Weltkrieg an Italien abgegeben werden. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Theologie, daneben gibt es historische und juristische Handschriften, Reiseberichte sowie einige medizinische und mathematische Handschriften. Stärker als früher sind neuzeitliche Handschriften vertreten. Hervorzuheben sind: das Wappenbuch des Jörg Rugen (Cod. 545) und in Bd. 7 vier Handschriften mit Übersetzungen des Tiroler Kartäusers Heinrich Haller (15. Jh.) in frühes Neuhochdeutsch sowie zwei Bibelhandschriften französischer Herkunft (Cod. 656 und 657). Bei der Aufschlüsselung des Inhalts ging es bei den zahlreichen anonym überlieferten Texten um die Zuweisung an bestimmte Autoren oder um den Nachweis von parallelen Überlieferungen. Auch das Äußere der Handschriften wurde eingehend beschrieben (Aufbau der Handschrift, Schrift und Schreiber, künstlerische Ausstattung, Einband). Als Beitrag zur Tiroler Bibliotheksgeschichte wurde besonderer Wert auf die Geschichte jeder Handschrift gelegt. Das Projektziel, Veröffentlichung des Kataloges in den Denkschriften der ÖAW, wurde bis Abschluss des Projektes erreicht, der sechste Band ist als Bd. 375 der Denkschriften 2009 erschienen, die Drucklegung des siebten Bandes wurde im Juni 2010 genehmigt. Beiden Bänden ist eine CD-ROM beigegeben, enthaltend den vollständigen Katalog- bzw. Registertext sowie Abbildungen zur Buchmalerei, zu datierten Handschriften sowie Schriftspecimina zu allen Handschriften. Insgesamt ist aufgrund der Vielfalt des beschriebenen Bestandes das Ergebnis für Mediävisten, Philologen, Theologen, Historiker, Kunsthistoriker, Kodikologen, aber auch Naturwissenschaftler von Interesse.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

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