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Verändernde Marktstruktur in intertemporaler Optimierung

Changing market structures in intertemporal optimization

Stefan Wrzaczek (ORCID: 0000-0002-3891-5471)
  • Grant-DOI 10.55776/P25275
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2013
  • Projektende 31.12.2015
  • Bewilligungssumme 212.344 €

Wissenschaftsdisziplinen

Mathematik (100%)

Keywords

    Optimal Control Theory, Differential Games, Commitment Structure, Maximum Principle, Anticipation

Abstract Endbericht

Optimal Kontrolltheorie (ein-Personen-Entscheidung) und Differentialspiele (mehr-Personen-Entscheidung) sind anerkannte Theorien zur Analyse von dynamischen Prozessen in der Ökonomie und verwandten Gebieten. Beide Theorien setzen voraus, dass sich der Modellrahmen (dh. Anzahl der Spieler, Form der Kollaboration zwischen Spielern, etc.) über die Zeit nicht verändert. Jedoch zeigt die Realität vielfach das Gegenteil, zB 1. Monopolistischer Markt wird zu einem mit Konkurrenz (und umgekehrt) 2. Ein-/Austritt von Konkurrenten in dem/vom Markt 3. Beginn/Ende einer Kooperation zwischen Spielern Während solches Verhalten in statischen und zwei-Perioden-Modellen (siehe Tirole 1988) intensiv behandelt wurde, wurde dies in stetiger Zeit noch nicht gemacht. Wir planen eine systematische Analyse von Modellen von diesem Typus. Dafür müssen optimale Kontrollmodelle mit Differentialspielen (Beispiel a), zwei Differentialspiele mit unterschiedlicher Anzahl von Spielern (Beispiel b) und ein nicht-kooperatives Differentialspiel mit einem Differentialspiel mit kooperierenden Spielern (Beispiel c) verbunden werden. Die Modelle werden mit verschiedenen Annahmen betreffend des Umschalt-Zeitpunktes (exogen, endogen, stochastisch), der Verhaltensstruktur (open-loop, feedback) und den Anfangszuständen (zB verschiedene Anfangskapitalstöcke der eintretenden Spieler). Da die Verbindung der Modelle in dem oben beschriebenem Weg bisher nicht gemacht wurde (mit Ausnahme weniger Beispiele), müssen verschiedenen neue mathematische Problemstellungen gelöst werden. Die Analyse solcher Modelle ermöglicht das optimale Verhalten vor der Veränderung der Marktstruktur zu untersuchen. Der Vergleich der Resultate mit dem Verhalten ohne Veränderung der Marktstruktur liefert wichtige ökonomische Einblicke, die über das Wissen von statischen und zwei-Perioden Modellen hinausgehen. Es ermöglicht unter anderem folgende Fragen zu beantworten: Ist es optimal den Kapitalstock zu erhöhen (reduzieren) bevor die Konkurrenz härter (schwächer) wird? Wie soll eine Firma die Entscheidungen eines Konkurrenten bereits vor dem Umschalt-Zeitpunkt beeinflussen? Sollte eine Firma den Umschalt-Zeitpunkt beeinflussen oder ist das zu kostspielig?

Optimal control Modelle und Differentialspiele sind Standardmethoden des Operations Research, der Ökonomie und verwandten Gebieten. Sie beschreiben optimale Entscheidungsprozesse eines oder mehrerer Entscheidungsträger(s) über die Zeit. Die Veränderung des Zustandes des Systemes wird durch eine System von Differentialgleichungen beschrieben. In der Realität kommt es aber des öfteren dazu, dass sich die Anzahl der Entscheidungsträger über die Zeit verändert (beispielsweise Markteintritt, bzw. austritt einer Firma), was aber in den klassischen Methoden nicht inkludiert ist. Ziel des abgeschlossenen Projektes war es genau diesen Umstand näher zu beleuchten. Dazu war es einerseits notwendig die existierenden Methoden (optimal control und Differentialspiele) anhand von theoretischen Modellen (beispielsweise Markteintritt einer Konkurrenzfirma) zu verbinden bzw. weiter zu entwickeln. Die Kernfrage, die wir dabei untersuchten, war die Veränderung des optimalen Verhaltens aufgrund der Änderung des Enscheidungsumfeldes (in unserem Fall der Anzahl der Entscheidungsträger). Es zeigte sich, dass dies ein ausschlaggebender Punkt bei der Wahl der optimalen Politik ist. Ein wichtiger Beitrag des Projektes war die Untersuchung des optimalen Verhaltens eines Monopolisten bei drohendem Markteintritt eines Konkurrenten. Dabei untersuchten wir verschiedene Fälle die unterschiedliches Verhalten zeigten. So geht die optimale Entwicklung des Kapitalstockes vor eintreten des Konkurrenten bei zwei unterschiedlichen Informationsstrukturen (open-loop, feedback) in die entgegengesetze Richtung. Weiters untersuchen wir im Modell unter welchen Bedingungen des dem Monopolisten möglich bzw. wann es für den Monopolisten optimal ist, den Konkurrenten vom Markteintritt abzuhalen. Auch hier zeigt sich ein unterschiedliches Verhalten abhängig von der zugrundeliegenden Informationsstruktur. Ein weiterer wichtiger Teilbereich befasste sich mit der Frage ob eine Softwarefirma auf eine open-source Produktpolitik umsteigen soll. Verharrt man bei closed-source Politik, macht man Gewinn durch den Verkauf der software und durch komplementäre Produkte, hat aber keinen Nutzen der Weiterentwicklungen der Anwender. Wenn man auf open-source Politik umsteigt, entfällt der Gewinn durch den Verkauf, aber das Produkt wird auch durch die Anwender weiterentwickelt. Darüberhinaus kann ein Konkurrent ausgehend vom sourcecodekomplementäre Produkte anbieten. In der Analyse zeigt sich abhängig von den Modellparametern sehr unterschiedliches Verhalten des Monopolisten und des möglichen Konkurrenten. Eine derartige Analyse wäre mit den reinen Standardmethoden nicht möglich.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Herbert Dawid, Universität Bielefeld - Deutschland
  • Peter M. Kort, Tilburg University - Niederlande

Research Output

  • 108 Zitationen
  • 9 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Do Egalitarian Societies Boost Fertility?
    DOI 10.1553/0x003d06e8
    Typ Journal Article
    Autor Feichtinger G
    Journal Institut für Demographie - VID
    Seiten 1-23
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Optimal control of a terror queue
    DOI 10.1016/j.ejor.2015.07.010
    Typ Journal Article
    Autor Seidl A
    Journal European Journal of Operational Research
    Seiten 246-256
  • 2016
    Titel Differential Terror Queue Games
    DOI 10.1007/s13235-016-0195-1
    Typ Journal Article
    Autor Wrzaczek S
    Journal Dynamic Games and Applications
    Seiten 578-593
  • 2017
    Titel A bifurcation analysis of gender equality and fertility
    DOI 10.1007/s00191-017-0534-4
    Typ Journal Article
    Autor Feichtinger G
    Journal Journal of Evolutionary Economics
    Seiten 1221-1243
  • 2018
    Titel Advertising a product to face a competitor entry: a differential game approach
    DOI 10.1007/s10203-018-0210-7
    Typ Journal Article
    Autor Buratto A
    Journal Decisions in Economics and Finance
    Seiten 463-487
  • 2014
    Titel Dynamic Games in Economics
    DOI 10.1007/978-3-642-54248-0
    Typ Book
    editors Haunschmied J, Veliov V, Wrzaczek S
    Verlag Springer Nature
  • 2016
    Titel R&D for green technologies in a dynamic oligopoly: Schumpeter, arrow and inverted-U’s
    DOI 10.1016/j.ejor.2015.09.025
    Typ Journal Article
    Autor Feichtinger G
    Journal European Journal of Operational Research
    Seiten 1131-1138
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Optimal Career Strategies and Brain Drain in Academia
    DOI 10.1007/s10957-015-0747-3
    Typ Journal Article
    Autor Seidl A
    Journal Journal of Optimization Theory and Applications
    Seiten 268-295
  • 2015
    Titel Optimal firm growth under the threat of entry
    DOI 10.1016/j.ejor.2015.04.030
    Typ Journal Article
    Autor Kort P
    Journal European Journal of Operational Research
    Seiten 281-292
    Link Publikation

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