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In Situ Studien von Arabidopsis thaliana Populationen

In Situ Studies of Arabidopsis thaliana Populations

Wolfram Weckwerth (ORCID: 0000-0002-9719-6358)
  • Grant-DOI 10.55776/P26342
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2014
  • Projektende 30.11.2017
  • Bewilligungssumme 328.545 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Genotype-phenotype-map, Proteomics, Systems biology, Ecology, Metabolomics, Next generation sequencing

Abstract Endbericht

Natürliche Variation ist die Quelle der Biodiversität der Erde. In der letzten Zeit hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass diese Variation auf verschiedenen Ebenen entwickelt ist (z.B. Genom, Epigenom, Transcriptom, Proteom, Metabolom aber auch Morphologie und Anatomie). Die Diversity-Stability Debatte dreht sich um die Frage, ob komplexe Ökosysteme stabiler sind, falls sie von einer diverseren Flora besiedelt sind. Das ist eine spannende Frage in Bezug auf den globalen Klimawandel und Naturkatastrophen, da die Ökosysteme die unmittelbaren Lebenserhaltungssysteme dieses Planeten darstellen und für das Überleben der Menschheit ausschlaggebend sind. Daher scheint das Verständnis von den der natürlichen Selektion zugrunde liegenden Mechanismen von größter Relevanz zu sein. Darüber hinaus müssen wir uns den Einflüssen auf ein stabiles Ökosystem und deren Folgen bewusst sein, um auf mögliche Veränderungen adäquat reagieren oder diese gar antizipieren zu können. Bisher gibt es nur wenige Studien, die die verschiedenen Ebenen der natürlichen genetisch-phenotypischen Variation mit einer detaillierten Ökosystembeschreibung des natürlichen Habitats verknüpfen. Um diese Kluft zu überbrücken und um einen Rahmen für zukünftige Untersuchungen dieser Art in anderen Pflanzenarten, bereitzustellen, haben wir natürliche Arabidopsis thaliana Populationen an Standorten in Österreich identifiziert und Proben sowie Samen genommen. Diese Proben sind auf unterschiedliche molekularen Phenotypen untersucht worden, die durch den genetischen, epigenetischen, transkriptomischen, proteomischen und metabolomischen Zustand der Individuen dieser Populationen definiert sind. Über drei Jahre werden wir parallel dazu biogeographische Klima- und Substratdaten erheben und so die auf die Pflanzen wirkende natürliche Selektion durch Umweltfaktoren sichtbar machen. Wir werden Samen von den Populationen für kontrollierte in vitro Phytotron-Experimente verwenden. Zum einen können wir die Unterschiede zwischen in situ-und in vitro- Adaption der Pflanze untersuchen, zum anderen sehen wir hier die Möglichkeit, den Einfluss der natürlichen Selektion durch veränderte Umweltbedingungen zu beschleunigen und so weitere adaptive Mechanismen der Pflanzen auszulösen. Als Ergebnisse erwarten wir eine ausführliche Charakterisierung von verschiedenen natürlichen Akzessionen und deren ökophysiologischen Potentials sowie die Identifizierung von Kandidatengenen und physiologischen Prozessen, die eine Grundlage der Adaptionsmechanismen bilden können. Die ökophysiologische Charakterisierung natürlicher Akzessionen ermöglicht einen neuen Zugang zur Entwicklung von Marker-unterstützten Züchtungsansätzen in der angewandten Pflanzenzucht. Aus theoretischer Sicht wollen wir experimentelle Daten für eine Überprüfung der Anwendbarkeit einer Erweiterten Evolutionären Synthese zur Verfügung stellen, indem wir genetisch-phenotypische Plastizität mit Ökosystemparametern im natürlichen Habitat der Pflanze korrelieren.

Natürliche Variation ist die Quelle aller Biodiversität der Erde. In der letzten Zeit hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass diese Variation auf verschiedenen Ebenen entwickelt ist, z.B. Genom, Epigenom, Transcriptom, Proteom, Metabolom sowie Morphologie und Anatomie. Die Diversity-Stability-Debatte dreht sich um die Frage, ob komplexe Ökosysteme stabiler sind, falls sie von einer diverseren Flora besiedelt sind. Das ist eine spannende Frage in Bezug auf den globalen Klimawandel und Naturkatastrophen, da Ökosysteme die unmittelbaren Lebenserhaltungssysteme dieses Planeten darstellen und für das Überleben der Menschheit ausschlaggebend sind. Das Verständnis von Mechanismen natürlicher Selektion ist für das Verständnis von Ökosystemen von größter Relevanz . Darüber hinaus müssen wir uns den Einflüssen auf ein stabiles Ökosystem und deren Folgen bewusst sein, um auf mögliche Veränderungen adäquat reagieren oder diese gar antizipieren zu können. Bisher gibt es nur wenige Studien, die die verschiedenen Ebenen der natürlichen genetisch- phänotypischen Variation mit einer detaillierten Ökosystembeschreibung des natürlichen Habitats verknüpfen. Um diese Kluft zu überbrücken und um einen Rahmen für zukünftige Untersuchungen dieser Art in anderen Pflanzenarten bereitzustellen, haben wir natürliche Arabidopsis thaliana Populationen an Standorten in Österreich identifiziert und Proben sowie Samen genommen. Diese Proben sind auf unterschiedliche molekulare Phänotypen untersucht worden, die durch den genetischen, epigenetischen, transkriptomischen, proteomischen und metabolomischen Zustand der Individuen dieser Populationen definiert sind. Über drei Jahre hinweg haben wir parallel dazu biogeographische Klima- und Substratdaten erhoben, um einen möglichen, durch Umweltfaktoren auf die Pflanzen wirkenden natürlichen Selektionsdruck sichtbar zu machen. Parallel zu diesen in situ Studien haben wir ein großangelegtes sogenanntes common garden Experiment durchgeführt, in dem alle natürlichen Populationen den gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt waren. Auf der Basis des common garden Experiments und der in situ Daten identischer Populationen konnten wir die Unterschiede zwischen in situ und in vitro- Adaptionen der Pflanze untersuchen. Es zeigte sich, dass eine enorme populations-spezifische biochemische Plastizität und Diversität auftritt, die wir biochemische Reaktionsnorm nennen. Dabei konnte eine große Variabilität der Reaktionsnormen auf allen untersuchten molekularen Ebenen gezeigt werden. Mit diesen Daten können nun erstmals kausale Ketten vom Genotyp bis hin zum adaptierten molekularen Phänotyp geschlossen werden. Damit haben wir eine ausführliche in situ Charakterisierung von intraspezifischer Variation verschiedener natürlichen Akzessionen und deren ökophysiologischen Anpassungen sowie die Identifizierung von Kandidatengenen und physiologischen Prozessen, die eine Grundlage der Adaptionsmechanismenbildenkönnen,durchgeführt.Dieökophysiologische Charakterisierung natürlicher Akzessionen ermöglicht einen neuen Zugang zur Entwicklung von Marker-unterstützten Züchtungsansätzen in der angewandten Pflanzenzucht. Aus theoretischer Sicht zeigen diese experimentellen Daten erstmals die ganze Bandbreite der möglichen biochemischen Reaktionsnormen bzw. phänotypischen Plastizität und deren Korrelation mit Ökosystemparametern im natürlichen Habitat der Pflanze auf.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 2836 Zitationen
  • 17 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Dataset of UV induced changes in nuclear proteome obtained by GeLC-Orbitrap/MS in Pinus radiata needles
    DOI 10.1016/j.dib.2016.03.074
    Typ Journal Article
    Autor Alegre S
    Journal Data in Brief
    Seiten 1477-1482
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Snf1-RELATED KINASE1-Controlled C/S1-bZIP Signaling Activates Alternative Mitochondrial Metabolic Pathways to Ensure Plant Survival in Extended Darkness
    DOI 10.1105/tpc.17.00414
    Typ Journal Article
    Autor Pedrotti L
    Journal The Plant Cell
    Seiten 495-509
    Link Publikation
  • 2016
    Titel System level analysis of cacao seed ripening reveals a sequential interplay of primary and secondary metabolism leading to polyphenol accumulation and preparation of stress resistance
    DOI 10.1111/tpj.13201
    Typ Journal Article
    Autor Wang L
    Journal The Plant Journal
    Seiten 318-332
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Quantitative phosphoproteomics reveals the role of the AMPK plant ortholog SnRK1 as a metabolic master regulator under energy deprivation
    DOI 10.1038/srep31697
    Typ Journal Article
    Autor Nukarinen E
    Journal Scientific Reports
    Seiten 31697
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Subcellular reprogramming of metabolism during cold acclimation in Arabidopsis thaliana
    DOI 10.1111/pce.12836
    Typ Journal Article
    Autor Hoermiller I
    Journal Plant, Cell & Environment
    Seiten 602-610
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Proteomics and comparative genomics of Nitrososphaera viennensis reveal the core genome and adaptations of archaeal ammonia oxidizers
    DOI 10.1073/pnas.1601212113
    Typ Journal Article
    Autor Kerou M
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Approximating the stabilization of cellular metabolism by compartmentalization
    DOI 10.1007/s12064-016-0225-y
    Typ Journal Article
    Autor Fürtauer L
    Journal Theory in Biosciences
    Seiten 73-87
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Comprehensive tissue-specific proteome analysis of drought stress responses in Pennisetum glaucum (L.) R. Br. (Pearl millet)
    DOI 10.1016/j.jprot.2016.02.032
    Typ Journal Article
    Autor Ghatak A
    Journal Journal of Proteomics
    Seiten 122-135
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Eco-Metabolomics and Metabolic Modeling: Making the Leap From Model Systems in the Lab to Native Populations in the Field
    DOI 10.3389/fpls.2018.01556
    Typ Journal Article
    Autor Nagler M
    Journal Frontiers in Plant Science
    Seiten 1556
    Link Publikation
  • 2016
    Titel 1,135 Genomes Reveal the Global Pattern of Polymorphism in Arabidopsis thaliana
    DOI 10.1016/j.cell.2016.05.063
    Typ Journal Article
    Autor Consortium T
    Journal Cell
    Seiten 481-491
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Epigenomic Diversity in a Global Collection of Arabidopsis thaliana Accessions
    DOI 10.1016/j.cell.2016.06.044
    Typ Journal Article
    Autor Kawakatsu T
    Journal Cell
    Seiten 492-505
    Link Publikation
  • 2016
    Titel A Strategy for Functional Interpretation of Metabolomic Time Series Data in Context of Metabolic Network Information
    DOI 10.3389/fmolb.2016.00006
    Typ Journal Article
    Autor Nägele T
    Journal Frontiers in Molecular Biosciences
    Seiten 6
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Solving the Differential Biochemical Jacobian from Metabolomics Covariance Data
    DOI 10.1371/journal.pone.0092299
    Typ Journal Article
    Autor Nägele T
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Linking metabolomics data to underlying metabolic regulation
    DOI 10.3389/fmolb.2014.00022
    Typ Journal Article
    Autor Nägele T
    Journal Frontiers in Molecular Biosciences
    Seiten 22
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Mathematical modeling reveals that metabolic feedback regulation of SnRK1 and hexokinase is sufficient to control sugar homeostasis from energy depletion to full recovery
    DOI 10.3389/fpls.2014.00365
    Typ Journal Article
    Autor Nägele T
    Journal Frontiers in Plant Science
    Seiten 365
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Integrative molecular profiling indicates a central role of transitory starch breakdown in establishing a stable C/N homeostasis during cold acclimation in two natural accessions of Arabidopsis thaliana
    DOI 10.1186/s12870-015-0668-1
    Typ Journal Article
    Autor Nagler M
    Journal BMC Plant Biology
    Seiten 284
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Eigenvalues of Jacobian Matrices Report on Steps of Metabolic Reprogramming in a Complex Plant-Environment Interaction
    DOI 10.4236/am.2013.48a007
    Typ Journal Article
    Autor Homas N
    Journal Applied Mathematics
    Seiten 44-49
    Link Publikation

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