LaborgerĂ€t fĂŒr ein Quantenexperiment
100 Jahre nach Formulierung der Quantenmechanik zĂ€hlt Österreich zu den fĂŒhrenden Forschungsnationen in der Quantenphysik. Ein Forschungsfeld, das sich auf alle Bereiche unserer Kultur, Wissenschaft und Technologie auswirken wird. Die Vereinten Nationen haben 2025 deshalb zum „Jahr der Quantenforschung“ ernannt. © FWF/Dominik Pfeifer

„Österreich hat sich im Bereich der Quantenwissenschaft und -Technologie eine fĂŒhrende Rolle in der internationalen Forschung erarbeitet“, betont Innovationsminister Peter Hanke anlĂ€sslich des heutigen Weltquantentags. Wissenschafts- und Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner unterstreicht die bahnbrechenden Errungenschaften: „Heute feiern wir nicht nur den Weltquantentag, sondern auch die Spitzenleistungen österreichischer Forscherinnen und Forscher, die uns einen Platz in der Weltspitze gesichert haben.“

Österreich blickt auf eine lange Tradition in der Quantenforschung zurĂŒck

Vor 21 Jahren wurde das Institut fĂŒr Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegrĂŒndet, und der Wissenschaftsfonds FWF fördert diesen Bereich seit jeher. Mit dem Exzellenzcluster “Quantum Science Austria”, Teil der Exzellenzinitiative “excellent=austria”, werden grundlegende Fragen zur Quantennatur von Raum, Zeit und Gravitation sowie neue AnsĂ€tze in der Quanteninformationswissenschaft und Physik von Quanten-Vielteilchensystemen erforscht. Forscherinnen und Forscher in Innsbruck, Wien, Linz und Klosterneuburg treiben durch ihr einzigartiges Know-how die innovative Forschung in diesem Bereich voran.

Allein der FWF investiert in diesen Cluster 21 Millionen Euro, insgesamt konnten fĂŒr Quantenforschungsprojekte in den letzten 30 Jahren rund 284 Mio. Ꞓ beim FWF eingeworben werden. Auch NobelpreistrĂ€ger Zeilinger wurde ab 1980 ĂŒber viele Jahre hinweg vom FWF gefördert, darunter auch alle vom Nobelpreiskomitee gewĂŒrdigten Originalpublikationen.

„Grundlagenforschung auf höchstem Niveau ist immer auch eine Expedition ins Unbekannte. Gerade die Erfolge in der Quantenforschung zeigen, dass die Öffentlichkeit, die Forschungsinstitutionen und die Forschenden einen langen Atem brauchen, um dann gesellschaftliche und wirtschaftliche Erfolge in völlig neuen Bereichen zu ermöglichen“, so Wissenschaftsministerin Holzleitner.

Österreich als Innovations- und Forschungsstandort weiter stĂ€rken

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, Österreich als Innovations- und Forschungsstandort weiter zu stĂ€rken. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Förderung von SchlĂŒsseltechnologien wie der Quantentechnologie. "“Ein wettbewerbsfĂ€higer Industriestandort ist untrennbar mit einem starken Innovationsstandort verbunden. Man kann nicht in allen Bereichen gleich gut sein, daher nehmen wir gezielt Spitzenfelder ins Visier, in denen Österreich schon jetzt international ganz oben mitspielt. Dazu zĂ€hlt neben Umwelttechnik, Nano- und Mikroelektronik und KI zweifelsohne auch die Quantentechnologie, die immer stĂ€rker von der Industrie aufgenommen wird und aktuell zu den vielversprechendsten Innovationsfeldern unserer Zeit zĂ€hlt”", betont Hanke.

In den vergangenen zehn Jahren wurden ĂŒber die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) rund 170 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der Quantenforschung investiert. Diese Investitionen zahlen sich aus: Die Technologie findet zunehmend praktische Anwendungen, etwa in hochsicherer Kommunikation, der Simulation komplexer biologischer Prozesse zur Medikamentenentwicklung oder in quantenmechanisch optimierten Energiespeichern. Zudem wird die enge Verbindung zwischen KĂŒnstlicher Intelligenz und Quantenmechanik kĂŒnftig wichtige Synergien fĂŒr die Energie- und MobilitĂ€tswende sowie die Medizin schaffen.

„Wer an Quantenwissenschaft denkt, denkt oft an Science Fiction. Doch die RealitĂ€t zeigt, dass diese Technologie bereits jetzt unsere Lebenswelt verĂ€ndert und enorme Potenziale fĂŒr die Zukunft bietet“, so Hanke. „Österreich spielt dank herausragender Forschungsleistungen, Spitzeninstituten und erfolgreicher Förderprogramme eine fĂŒhrende Rolle in diesem Bereich. Besonders beeindruckend sind die Arbeiten von Forscherinnen wie Francesca Ferlaino, deren Pionierarbeit unser Land weltweit sichtbar macht“, ergĂ€nzt Holzleitner.

Erfolgsbeispiele aus der Quantenforschung

Seit 2022 wurden im Zuge des BMFWF-Programms Quantum Austria insgesamt 107 Mio. Euro fĂŒr Quantentechnologie- und HPC-Projekte (via NextGeneration EU (RRF)) investiert, um die Grundlagenforschung ebenso wie anwendungsbezogene Entwicklungen nachhaltig zu fördern. Herausragende Bespiele sind die Entwicklung quantensicherer Kommunikationsprotokolle durch die UniversitĂ€t Wien und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die zukĂŒnftige Cybersicherheit gewĂ€hrleisten sollen, sowie Forschung zu neuartigen Quantenmaterialien und Algorithmen an der TU Wien und der UniversitĂ€t Innsbruck, die komplexe Industrielle und wissenschaftliche Herausforderungen effektiver lösen. Durch diese Projekte festigt Österreich seine SchlĂŒsselrolle im globalen Quantenforschungsnetzwerk und gestaltet die Zukunft in diesem Bereich aktiv mit.

Nur einige von vielen erfreulichen Erfolgsbeispielen fĂŒr die Wirksamkeit exzellenter Quantenforschung sind etwa die Unternehmen Parity Quantum Computing GmbH, ein Spin-off der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der UniversitĂ€t Innsbruck, sowie Quantum Technology Laboratories GmbH, ein weiteres Spin-off der ÖAW, die mit dem renommierten Österreichischen GrĂŒndungspreis Phönix ausgezeichnet wurden.

„Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklungen durch gezielte Förderungen weiter voranzutreiben und Österreich als Quantennation an der Spitze der Innovations- und Forschungsstandorte zu positionieren“, betonen Hanke und Holzleitner.

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