Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, FWF-PrĂ€sident Christof Gattringer und FWF-VizeprĂ€sidentin Ursula Jakubek gemeinsam mit den geförderten Forscherinnen Tal Scully (IMBA/ÖAW), Claudia Wilhelm (UniversitĂ€t Wien), Elly Tanaka (IMBA/ÖAW) und Ruth Breu (UniversitĂ€t Innsbruck) vor der FWF-Logowand.
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, FWF-PrĂ€sident Christof Gattringer und FWF-VizeprĂ€sidentin Ursula Jakubek blickten bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit den geförderten Forscherinnen Tal Scully (IMBA/ÖAW), Claudia Wilhelm (UniversitĂ€t Wien), Elly Tanaka (IMBA/ÖAW) und Ruth Breu (UniversitĂ€t Innsbruck) auf das vergangene Förderjahr zurĂŒck (v.l.n.r.). © FWF/Der KnopfdrĂŒcker

Österreichs Grundlagenforschung wĂ€chst, und mit ihr die Nachfrage nach Förderungen. Diese Trends zeigen sich in der Förderbilanz des Wissenschaftsfonds FWF. Mit neuen Forschungsprojekten im Umfang von rund 340 Millionen Euro ist die Gesamtfördersumme aufgrund der excellent=austria-Bewilligungen des Vorjahres zwar zurĂŒckgegangen, jedoch stiegen die Bewilligungssummen in allen anderen Programmen im Schnitt um 9 Prozent an. Mit 749 neu bewilligten Projekten konnten mehr Projekte denn je in Österreichs Spitzenforschung starten.

Insgesamt finanziert der FWF aktuell ĂŒber 5.300 Wissenschaftler:innen an Österreichs UniversitĂ€ten und außeruniversitĂ€ren ForschungsstĂ€tten – auch das ein neuer Höchststand, der das herausragende wissenschaftliche Potenzial und die Bedeutung der FWF-Förderungen fĂŒr die Erfolge von Österreichs Spitzenforschung unterstreicht. Die hochkompetitiven Förderungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung exzellenter akademischer Leistungen, der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, der StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit und der BewĂ€ltigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Rund 136,4 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Bereichs Naturwissenschaften und Technik, 125,3 Millionen Euro in Biologie und Medizin und 77,4 Millionen Euro in die Geistes- und Sozialwissenschaften.

„Forschungspolitik ist Zukunftspolitik. Gerade jetzt kommt es darauf an, Perspektiven zu schaffen und die Grundlagen fĂŒr eine starke, freie und zukunftsorientierte Wissenschaft in Österreich zu sichern. Dass es gelungen ist, mit dem FTI-Pakt Investitionen in Rekordhöhe von rund 5,5 Milliarden Euro abzusichern, ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, sondern ein klares politisches Bekenntnis. Wer in Wissenschaft investiert, investiert in Innovation, in sozialen Fortschritt, in gute Arbeit – und in eine wehrhafte Demokratie. Denn eine offene Gesellschaft braucht verlĂ€ssliches Wissen, kritisches Denken und den Mut, neue Wege zu gehen“, betont Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner.

„Aktuell arbeiten mehr FWF-geförderte Forschende denn je daran, neues Wissen zu schaffen, um medizinische DurchbrĂŒche, technologische Innovationen und Lösungen fĂŒr gesellschaftliche Herausforderungen zu ermöglichen. Angesichts globaler Krisen und Unsicherheiten ist es entscheidend, weiterhin in die besten Ideen zu investieren: Nur so sichern wir Innovationskraft, wirtschaftliche StĂ€rke und die FĂ€higkeit, auf kĂŒnftige Herausforderungen wirksam reagieren zu können. Was heute noch wie reine Neugier erscheint, kann morgen fĂŒr uns alle relevant werden“, so Christof Gattringer, PrĂ€sident des FWF, anlĂ€sslich der PrĂ€sentation der Förderbilanz.

Mehr FörderantrĂ€ge denn je eingereicht – Bewilligungsquote weiter unter Druck

Seitens der Forschenden an Österreichs UniversitĂ€ten und außeruniversitĂ€ren ForschungsstĂ€tten bleibt die Nachfrage nach Drittmitteln ungebrochen hoch. Die Einreichungen erreichten mit rund 3.100 FörderantrĂ€gen und einem Volumen von ĂŒber 1,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr einen Höchststand. Speziell im Nachwuchsbereich und von internationalen Forschenden erhĂ€lt der FWF deutlich mehr AntrĂ€ge. Die Bewilligungsquote ĂŒber alle Förderprogramme ging auf 24 Prozent (2024: 24,4 Prozent) zurĂŒck. Betrachtet man den Durchschnitt der letzten Jahre, so kann der FWF jĂ€hrlich Projekte im Volumen von rund 60 Millionen Euro trotz exzellenter wissenschaftlicher QualitĂ€t nicht fördern. Diese exzellenten „Approved but not funded“-Forschungsideen können daher in Österreich nicht umgesetzt werden.

Entwicklung der FWF-Bewilligungssumme 2016 bis 2025

2025 konnte der FWF neue Forschungsprojekte im Umfang von 339 Millionen Euro fördern (zzgl. Exzellenzinitiative excellent=austria 2023 plus 81 Millionen Euro und 2024 plus 106 Millionen Euro).

Entwicklung der FWF-Antragssumme 2016 bis 2025

Das Volumen an eingereichten FörderantrĂ€gen wĂ€chst kontinuierlich ĂŒber die Jahre hinweg (zzgl. Exzellenzinitiative excellent=austria 2023 plus 594 Millionen Euro und 2024 plus 322 Millionen Euro).

Erfolgreichen Weg des Wissenschaftsstandorts fortfĂŒhren

Die Förderbilanz des FWF veranschaulicht den Beitrag der exzellenzorientierten, themenoffenen Grundlagenforschung zur erfolgreichen Entwicklung des Wissenschaftsstandorts. Zahlreiche StĂ€rke- und SchlĂŒsselfelder des Innovationssektors – von Quantentechnologien ĂŒber Advanced Materials bis zu den Life-Sciences – bauen auf hunderten FWF-geförderten Projekten auf. Die Förderprogramme zielen darauf ab, Spitzenforschung entlang der im FTI-Pakt von der Bundesregierung definierten Ziele auch in der Finanzierungsperiode 2027–2029 auszubauen. Dazu zĂ€hlen insbesondere die StĂ€rkung der Karriereförderung fĂŒr den Nachwuchs sowie die FortfĂŒhrung der Exzellenzcluster. Der kĂŒnftige Umfang der Investitionen in diese Zukunftsbereiche, die tausende ArbeitsplĂ€tze – zum Großteil fĂŒr den wissenschaftlichen Nachwuchs – schaffen und die internationale AttraktivitĂ€t des Standorts gewĂ€hrleisten, wird zwischen dem FWF und dem BMFWF in einer Finanzierungsvereinbarung festgelegt. Die Verhandlungen dazu laufen und werden in den nĂ€chsten Wochen abgeschlossen.

Aktuelle Empfehlungen des FORWIT

Die aktuellen Empfehlungen des FORWIT, des Beratungsgremiums der Bundesregierung zum Forschungsstandort, greifen auch die wettbewerbsorientierten Investitionen ĂŒber den FWF auf. Nach wie vor kennzeichnen laut FORWIT niedrige Bewilligungsquoten und eine steigende Nachfrage die Forschungsförderung speziell bei Nachwuchsforschenden. Um das wissenschaftliche Potenzial langfristig voll auszuschöpfen, empfehlen die Expert:innen des FORWIT eine deutliche Ausweitung der FWF-Mittel fĂŒr eine leistungsstarke Grundlagenforschung.

Exzellenzinitiative lÀuft auf Hochtouren

In der Exzellenzinitiative excellent=austria zum Ausbau der Spitzenforschung an den UniversitĂ€ten und außeruniversitĂ€ren ForschungsstĂ€tten konnten im MĂ€rz 2026 weitere fĂŒnf Emerging Fields mit rund 35 Millionen Euro bewilligt werden. Insgesamt sind in den neun Exzellenzclustern und elf Emerging Fields mehr als 1000 Forschende beteiligt. Eine Übersicht ĂŒber alle Exzellenzcluster und Emerging Fields finden Sie hier:

excellentaustria.fwf.ac.at

Förderungen fĂŒr alle Bereiche moderner Spitzenforschung

Neben den Forschungsnetzwerken der Exzellenzinitiative finanziert der FWF weiterhin die gesamte Vielfalt der Wissenschaftsdisziplinen auf allen Karrierestufen – von den flexiblen Projektförderungen auf nationaler und internationaler Ebene (218 Millionen Euro) ĂŒber die Nachwuchs- und Karriereförderungen (80 Millionen Euro) bis hin zu den explizit kooperativen Forschungsvorhaben (41 Millionen Euro) und Kommunikations- und Partizipationsförderungen (1 Million Euro). Spezielle Angebote wie beispielsweise Arts-based Research, Klinische Forschung oder die ĂŒber den Fonds Zukunft Österreich finanzierten Spezialforschungsgruppen sowie doc.funds-Förderungen stĂ€rken eine vielfĂ€ltig und breit aufgestellte Forschungslandschaft.

Über 5.300 Personen arbeiten in FWF-Projekten

Gemeinsam mit den neu bewilligten Projekten liefen mit Jahresende 2025 insgesamt 2.599 FWF-finanzierte Forschungsprojekte. Daran sind 5.311 Forschende an UniversitĂ€ten und weiteren Institutionen beteiligt, 48 Prozent davon Frauen. Besonders erfreulich ist, dass 70 Prozent aller geförderten Personen Nachwuchswissenschaftler:innen (35 Jahre oder jĂŒnger) sind. Das unterstreicht den Stellenwert des FWF bei der Ausbildung der nĂ€chsten Generation von Topforschenden.

Anstieg an AntrÀgen im Nachwuchsbereich und von internationalen Forschenden

Die Förderangebote des FWF sind darauf ausgelegt, die besten Forschenden national und international anzuziehen. Im Karriereprogramm ESPRIT ist der Anteil von Forschenden mit internationaler Biografie besonders hoch – fĂŒr knapp die HĂ€lfte aller ESPRIT-geförderten Forschenden ist die FWF-Förderung der entscheidende Grund, nach Österreich zu kommen und hier ihre wissenschaftliche Karriere weiterzuentwickeln. In diesem Bereich verzeichnet der FWF einen besonders hohen Anstieg an AntrĂ€gen. Dank zusĂ€tzlicher Mittel des Fonds Zukunft Österreich konnte der FWF dem gesteigerten Interesse bisher nachkommen, wenngleich sich in diesem Bereich ein zusĂ€tzlicher Finanzierungsbedarf abzeichnet.

Weitere Projekte des Fonds Zukunft Österreich auf Schiene

Drei Spezialforschungsbereiche (12 Millionen Euro), drei Forschungsgruppen (4,5 Millionen Euro) und sieben doc.funds-Konsortien (16,5 Millionen Euro) mit 65 neuen Doktoratsstellen sowie mehrere Matching-Funds-Förderungen mit den BundeslĂ€ndern konnte der FWF auf Basis der Mittel des Fonds Zukunft Österreich umsetzen. Diese Finanzierungsquelle ist fĂŒr den FWF von zentraler Bedeutung, daher hat er sich auch 2026 um Fördermittel aus dem Fonds Zukunft Österreich beworben.

Internationale Zusammenarbeit

Investitionen ĂŒber den FWF tragen wesentlich dazu bei, den vergleichsweise kleinen Forschungsstandort Österreich als international relevanten Akteur zu positionieren. Rund 75 Prozent aller laufenden FWF-Projekte entstehen in Kooperation mit internationalen Partner:innen und unterstreichen die starke globale Vernetzung der heimischen Grundlagenforschung. Zahlreiche bi- und trilaterale Fördermöglichkeiten erleichtern es Forschenden, gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen zusammenzuarbeiten. Mit der neuen Initiative „LUKE – Linking Ukraine to the European Research Area“, die ĂŒber Horizon Europe finanziert wird, setzen FWF und FFG zudem einen gezielten Impuls fĂŒr die Zusammenarbeit mit ukrainischen Forschenden und stĂ€rken damit die Integration in den europĂ€ischen Forschungsraum.

Mehr Fördermittel fĂŒr Wissenschaftskommunikation

Um das Vertrauen in die Wissenschaft weiter zu stĂ€rken, erhöht der FWF ab 2026 die Mittel der Förderprogramme Wissenschaftskommunikation und Top Citizen Science. Statt 10 bis 12 Projekten können kĂŒnftig 15 bis 17 Projekte gefördert werden. Insgesamt stehen Forschenden dadurch mehr Ressourcen fĂŒr innovative Wissenschaftskommunikation zur VerfĂŒgung.

Internationales Peer-Review mit weltweit fĂŒhrenden Forschenden

Internationale QualitĂ€tsmaßstĂ€be bestimmen die Fördervergabe des FWF – einziges Entscheidungskriterium fĂŒr eine Förderung ist die wissenschaftliche Exzellenz. Im Jahr 2025 wurden rund 5.500 internationale Gutachten aus ĂŒber 60 LĂ€ndern eingeholt, zum Großteil von Forschenden aus den USA, Deutschland und Großbritannien.

Impact auf allen Ebenen: Incomings, GrĂŒndungen, Entdeckungen

Die Wirkung der FWF-Förderungen ist vielfĂ€ltig und entfaltet sich sowohl kurzfristig als auch ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume. Bei der PrĂ€sentation der aktuellen Förderbilanz gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und FWF-PrĂ€sident Christof Gattringer veranschaulichten mehrere Forschende die Bandbreite dieser Effekte: Die FWF-Wittgenstein-PreistrĂ€gerin Elly Tanaka sowie Postdoc-Incoming Tal Scully (IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) gaben Einblicke in neue AnsĂ€tze der Regenerationsforschung. Ein Beispiel fĂŒr erfolgreichen Wissenstransfer in die Wirtschaft lieferte die Informatikerin Ruth Breu (UniversitĂ€t Innsbruck): Aus ihren FWF-Projekten ging das Spin-off Txture hervor, das sich zu einem fĂŒhrenden Unternehmen im Bereich Cloud-Technologie-Planung entwickelt hat. Zudem prĂ€sentierte die Kommunikationswissenschaftlerin Claudia Wilhelm (UniversitĂ€t Wien), die 2025 mit dem Österreichischen Frauenpreis ausgezeichnet wurde, aktuelle Forschungsergebnisse zur Nutzung und Wirkung digitaler Medien bei Jugendlichen.

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