Gruppenbild v. l. n. r.: Christof Gattringer (Präsident des FWF), Manuela Schmidt (Weiss-Preisträgerin), Simon Woyke (Weiss-Preisträger), Ursula Jakubek (kaufmännische Vizepräsidentin des FWF) und Rudolf Bauer (Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss Wissenschaftsstiftung)
Foto anlässlich der Weiss-Preis-Übergabe, v. l. n. r.: Christof Gattringer (Präsident des FWF), Manuela Schmidt (Weiss-Preisträgerin), Simon Woyke (Weiss-Preisträger), Ursula Jakubek (kaufmännische Vizepräsidentin des FWF) und Rudolf Bauer (Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss Wissenschaftsstiftung). © FWF/Johannes Zinner

Simon Woyke – HemOx-Transfusionsstudie

Porträt Simon Woyke in dunkelgrau meliertem Sakko und mittelgrauer Anzughose vor weißer Flügeltüre
Simon Woyke (Medizinische Universität Innsbruck), Weiss-Preisträger 2026, untersucht, wie effektiv verschiedene Bluttransfusionen den Sauerstofftransport im Körper unterstützen. © FWF/Johannes Zinner

Große operative Eingriffe gehen häufig mit erheblichem Blutverlust einher. In solchen Situationen benötigen Patient:innen eine Bluttransfusion, um den Sauerstofftransport im Körper aufrechtzuerhalten. Dabei kann entweder gelagertes Spenderblut in Form von Erythrozytenkonzentraten oder während der Operation aufgefangenes und wiederaufbereitetes Eigenblut – sogenanntes Cell-Salvage-Blut – verwendet werden.

Mit dem Weiss-Preis 2026 werden Simon Woyke von der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin sowie das Studienteam (u. a. Barbara Sinner, Raffaella Fantin, Nicole Innerhofer, Christopher Rugg, Markus Luger, Norbert Mair, Thomas Haller, Herbert Oberacher, Marco Amato) der Medizinischen Universität Innsbruck im Forschungsprojekt HemOx-Transfusionsstudie ausgezeichnet. Darin untersuchen die Forschenden, wie gut Hämoglobin in diesen beiden Transfusionsverfahren Sauerstoff transportieren kann. Hintergrund ist, dass sich gelagertes Spenderblut im Laufe der Zeit metabolisch verändert, was die Sauerstoffbindungseigenschaften des Hämoglobins beeinflusst. Ziel ist es, herauszufinden, ob gelagertes Blut im Vergleich zu frisch aufbereitetem Eigenblut Nachteile beim Sauerstofftransport hat – und ob sich daraus künftig Verbesserungen für die klinische Praxis ableiten lassen.

„Wie lange es nach der Transfusion von Spenderblut dauert, bis Hämoglobin wieder voll funktionstüchtig Sauerstoff transportieren kann, ist nicht endgültig geklärt. Wir wollen die Dynamik dieses Prozesses darstellen und im Vergleich mit wiederaufbereitetem Eigenblut mögliche Vor- und Nachteile beider Verfahren analysieren“, erklärt Projektleiter Simon Woyke.

Manuela Schmidt – PainSTRIKE: Multiomics-Einblicke in menschlichen Schmerz

Porträt Weiss-Preisträgerin Manuela Schmidt in blauem Hosenanzug vor weißer Flügeltüre
Manuela Schmidt (Universität Wien), Weiss-Preisträgerin 2026, erforscht die molekularen Ursachen chronischer Nervenschmerzen im menschlichen Nervensystem. © FWF/Johannes Zinner

Das zweite mit einem Weiss-Preis ausgezeichnete Forschungsprojekt widmet sich der Frage, wie chronische Nervenschmerzen beim Menschen entstehen. Die Biologin und Pharmakologin Manuela Schmidt von der Universität Wien (Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie) untersucht im Projekt PainSTRIKE: Multiomics-Einblicke in menschlichen Schmerz die molekularen Mechanismen chronischer Schmerzen direkt im menschlichen Nervensystem.

Chronische Schmerzen stellen für viele Betroffene eine erhebliche Belastung dar, während wirksame Therapien bislang begrenzt sind. Das Projekt konzentriert sich auf die diabetische periphere Neuropathie, eine der häufigsten Formen chronischer Nervenschmerzen bei Menschen mit Diabetes. Das Forschungsteam analysiert dabei Nervenknoten des peripheren Nervensystems, sogenannte dorsale Wurzelganglien, die Schmerzsignale aus dem Körper an das Gehirn weiterleiten. Mithilfe moderner Multiomics-Methoden werden Proteine und molekulare Signalwege untersucht, die an der Entstehung chronischer Schmerzen beteiligt sind.

Ein besonderer Fokus liegt auf Geschlechtsunterschieden sowie dem Einfluss von Opioid-Schmerzmitteln, die zwar häufig zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt werden, langfristig jedoch mit erheblichen Risiken verbunden sein können. 

„Viele Erkenntnisse aus der Schmerzforschung stammen aus Tierstudien. Diese sind sehr wichtig, lassen sich aber nur mit Einschränkungen auf den Menschen übertragen. Unser Ziel ist es, die biologischen Grundlagen chronischer Schmerzen direkt im menschlichen Nervensystem besser zu verstehen“, sagt Projektleiterin Manuela Schmidt.

Das Projekt entsteht in internationaler Zusammenarbeit mit dem Schmerzforscher Theodore Price von der University of Texas at Dallas, USA. Die gewonnenen Daten werden öffentlich zugänglich gemacht und sollen langfristig helfen, neue Ansatzpunkte für wirksamere und sicherere Schmerztherapien zu identifizieren.

„Mit dem Weiss-Preis werden Forschungsprojekte ausgezeichnet, die wissenschaftliche Exzellenz mit unmittelbarer klinischer Relevanz verbinden. Sowohl die Studie von Simon Woyke als auch das Projekt von Manuela Schmidt zeigen, wie innovative Forschung dazu beiträgt, medizinische Behandlungen weiter zu verbessern und neue Erkenntnisse über komplexe Krankheitsmechanismen zu gewinnen. Der FWF freut sich sehr, diese Arbeiten gemeinsam mit der Weiss-Wissenschaftsstiftung unterstützen zu dürfen“, sagt Ursula Jakubek, kaufmännische Vizepräsidentin des FWF.

„Die Weiss-Wissenschaftsstiftung verfolgt das Ziel, innovative Forschung im Bereich der Anästhesie nachhaltig zu fördern. Die beiden ausgezeichneten Projekte greifen zentrale Fragestellungen der modernen Medizin auf – von der Verbesserung der Transfusionsmedizin bis hin zum besseren Verständnis chronischer Schmerzen. Es freut uns sehr, diese engagierten Forschenden auf ihrem wissenschaftlichen Weg unterstützen zu können“, so Rudolf Bauer, Vorstand der Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss Wissenschaftsstiftung.

Philanthropie für Wissenschaft und Forschung

Das steigende gemeinnützige Engagement von Privatpersonen und Organisationen macht es möglich, immer mehr exzellente Forschende zu unterstützen. Derzeit werden über den FWF Forschungsprojekte im Ausmaß von 2,5 Millionen Euro pro Jahr durch private Zuwendungen finanziert. Zudem gründete der FWF als erster öffentlich finanzierter Forschungsförderer in Europa mit alpha+ eine gemeinnützige Stiftung, um mit privaten Zuwendungen Österreichs Forschenden mehr Möglichkeiten in der Grundlagenforschung zu eröffnen.

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