Große operative Eingriffe gehen häufig mit erheblichem Blutverlust einher. In solchen Situationen benötigen Patient:innen eine Bluttransfusion, um den Sauerstofftransport im Körper aufrechtzuerhalten. Dabei kann entweder gelagertes Spenderblut in Form von Erythrozytenkonzentraten oder während der Operation aufgefangenes und wiederaufbereitetes Eigenblut – sogenanntes Cell-Salvage-Blut – verwendet werden.
Mit dem Weiss-Preis 2026 werden Simon Woyke von der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin sowie das Studienteam (u. a. Barbara Sinner, Raffaella Fantin, Nicole Innerhofer, Christopher Rugg, Markus Luger, Norbert Mair, Thomas Haller, Herbert Oberacher, Marco Amato) der Medizinischen Universität Innsbruck im Forschungsprojekt HemOx-Transfusionsstudie ausgezeichnet. Darin untersuchen die Forschenden, wie gut Hämoglobin in diesen beiden Transfusionsverfahren Sauerstoff transportieren kann. Hintergrund ist, dass sich gelagertes Spenderblut im Laufe der Zeit metabolisch verändert, was die Sauerstoffbindungseigenschaften des Hämoglobins beeinflusst. Ziel ist es, herauszufinden, ob gelagertes Blut im Vergleich zu frisch aufbereitetem Eigenblut Nachteile beim Sauerstofftransport hat – und ob sich daraus künftig Verbesserungen für die klinische Praxis ableiten lassen.
„Wie lange es nach der Transfusion von Spenderblut dauert, bis Hämoglobin wieder voll funktionstüchtig Sauerstoff transportieren kann, ist nicht endgültig geklärt. Wir wollen die Dynamik dieses Prozesses darstellen und im Vergleich mit wiederaufbereitetem Eigenblut mögliche Vor- und Nachteile beider Verfahren analysieren“, erklärt Projektleiter Simon Woyke.