Mosaik der Klänge
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Die vorliegende Arbeit beruht auf der nunmehr13jährigen Forschungstätigkeit der Autorin zum Thema und die Betrachtung geht vom Hier und Jetzt aus. Es werden Musikstile von autochthonen Minderheiten im ländlichen und im urbanen Raum, wie auch jene von Migranten in Österreich beschrieben. Das Werk ist als monographische Zusammenschau angelegt, die im theoretischen Teil - abgesehen von Methodik und Forschungsgeschichte - außermusikalischen Faktoren wie dem Minderheitenbegriff selbst, der Entstehung von Minderheiten, den historischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen relativ viel Raum gibt, da man dem Phänomen der Musik von Minderheiten nur durch diesen breiten Ansatz gerecht werden kann. Das Hauptkapitel V behandelt die Musikstile im einzelnen, beginnend mit den autochthonen Gruppen im ländlichen Raum und setzt fort mit autochthonen Gruppen in urbanen Zentren. Vollständigkeit konnte aufgrund der mangelhaften Quellenlage nicht angestrebt werden. Bei den Musikstilen der Migranten wurde zwischen öffentlich sichtbarem Raum und dem Ghettobereich unterschieden. Fünf Musikerpersönlichkeiten der sogenannten "Multi- Kulti-Szene", die sich im öffentlichen Raum bewegen, wurden ausgewählt, da sie verschiedene Segemente dieser Musikausübung zeigen. Der interene Bereich des Musizierens in der Zuwandererszene wurde anhand von drei Gruppen dargestellt: Aleviten, jugoslawische Roma und Bosnier. Sie können stellvertretend für die größten Gruppen von Zuwanderen in Österreich gesehen werden (Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei). Es werden zwar die einzelnen Musikstile nebeneinandergestellt, trotzdem handelt es sich nicht um eine isolierte Betrachtungsweise. Es geht um Beziehungen verschiedenster Art und Weise: Einerseits immer um jene zur umgebenden Mehrheit, die sich in Akkulturations- oder Assimilationsphänomenen äußert; andererseits aber auch darum, wie die minderheitlichen Musikstile untereinander in Verbindung treten. Deshalb wurde das Bild des Mosaiks gewählt, als Metapher für ein Bild, in dem viele Farben und Formen, kleine und große Teilchen, nebeneinander und doch aufeinander bezogen insgesamt ein Ganzes ergeben, das in einen Rahmen gefaßt ist, territorial, historisch und Politisch: nämlich Österreich. Die Arbeit wird ergänzt durch 93 Abbildungen und 95 Notenbeispiele, die sowohl der Untermauerung des Gesagten aber auch der sinnlichen Nachvollziehbarkeit dienen sollen. Als Beilage zum Buch ist an eine CD- Produktion gedacht, um die Notenbeispiele zum Klingen zu bringen und das eigentlich unverzichtbare Hörerlebnis zu ermöglichen.