Medizinische Wissenschaftspflege im Benediktinerkloster Admont bis 1500
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
- Wisssenschaftspflege,
- Gebrauchswert von Handschriften,
- Mitteralterliche Bücherverzeichnisse,
- Medizinische Handschriften,
- Rezeption medizinischer Fachliteratur
Das 1074 geweihte Benediktinerkloster Admont entwickelte sich im 12. Jahrhundert zu einem religiösen, kulturellen und geistigen Zentrum des Ostalpenraums und bewahrte seine Bedeutung während des gesamten Mittelalters. Seine beinahe lückenlos erhaltenen Handschriftenbestände sowie der zwischen 1376 und 1380 angelegte Bibliothekskatalog des Klosterbibliothekars Peter von Arbon bieten eine hervorragende Grundlage für die Erforschung der Bibliotheksgeschichte Admonts im Mittelalter. Unter Anwendung der von Alphons Lhtosky entwickelten Methode zur Erforschung der Wissenschaftspflege wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung der medizinischen Fachliteratur der mit Sicherheit bis zum Jahre 1500 nachweisbare Bestand an medizinischen Handschriften des Klosters verzeichnet und beschrieben. Die Bestimmung des Alters der noch existierenden Handschriften und die Eingrenzung des Zeitraumes, bis zu dem sie in die Admonter Bibliothek gelangt sein müssen, erlauben Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit, mit der im Mittelalter neu entstandene Texte in die Admonter Bibliothek gelangten. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang Abt Engelbert von Admont zu, der in Padua studiert hatte und während seiner Regierungszeit an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert zahlreiche - auch medizinische - Handschriften für die Admonter Bibliothek erwarb und anfertigen ließ. Anhand der Interpretation und Analyse von "Gebrauchsspuren" in den Handschriften wie Randnotizen und später eingetragene Rezepte sowie der Zusammensetzung einzelner kodikologisch komplexer medizinischer Kompendien lassen sich tiefere Einblicke in die praktische Verwendung medizinischer Handschriften in Admont gewinnen. Ein Vergleich mit den Ergebnissen einer entsprechenden Studie über das Augustinerchorherrenstift Klosterneuburg rundet das Bild ab.