Thermophilisierung der Vegetation Europas durch Neobiota
Alien Plant Impacts on European Community Thermophilization
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Geowissenschaften (20%)
Keywords
- Alien species,
- Climate warming,
- European vegetation,
- Thermophilization,
- Species turnover,
- Macroecology
Klimawandel und biologische Invasionen zählen zu den wichtigsten Treibern des globalen Biodiversitätsverlusts. Sie verändern die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften und die Verbreitung von Arten und haben erhebliche ökologische und ökonomische Auswirkungen. Steigende Temperaturen erhöhen den Anteil wärmeangepasster Arten in Ökosystemen ein Prozess, der als Thermophilisierung bezeichnet wird. Die Rolle gebietsfremder Arten bei der Umgestaltung der Gemeinschaftsdynamik unter Klimawandel ist jedoch bislang unzureichend untersucht. In Europa, wo sich sowohl die Erwärmung als auch die Ausbreitung gebietsfremder Pflanzen beschleunigen, ist die Schließung dieser Wissenslücke für Biodiversitätsschutz, Klimaanpassung und Managemententscheidungen von großer Bedeutung. Ziel des Projekts ist eine umfassende Analyse der Thermophilisierung europäischer Pflanzengemeinschaften in den vergangenen Jahrzehnten, mit besonderem Fokus auf die Rolle gebietsfremder Pflanzen ob und in welcher Weise sie Ausmaß und Tempo der Thermophilisierung von Gemeinschaften beeinflussen. Konkret werden Thermophilisierungsmuster in zentralen Lebensräumen (z. B. Wäldern, Grasländern, Feuchtgebieten) bewertet, die relativen Beiträge einheimischer und gebietsfremder Pflanzen verglichen und zentrale Prozesse und Mechanismen untersucht, etwa Artenkolonisation und lokale Auslöschung. Zur Erreichung dieser Ziele nutzt das Projekt langfristige Wiederholungsaufnahmen aus ganz Europa (ReSurveyEurope), integriert mit mehreren offenen europäischen und globalen Datensätzen. Es werden artspezifische Temperaturindizes berechnet, um Veränderungen der Thermophilisierungsraten von Gemeinschaften über verschiedene Lebensräume hinweg zu quantifizieren. In Verbindung mit Informationen zu funktionellen Merkmalen und phylogenetischen Beziehungen werden die Prozesse und Mechanismen identifiziert, die die Thermophilisierung maßgeblich antreiben. Die Projektergebnisse werden helfen, die Regionen und Lebensräume zu identifizieren, die am stärksten durch die kombinierte Wirkung von Klimawandel und gebietsfremden Pflanzen betroffen sind, und gezieltere Maßnahmen im Management gebietsfremder Arten, im Habitatmanagement und im anpassungsorientierten Naturschutz zu unterstützen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zum Schutz der Biodiversität und zur ökologischen Sicherheit in Europa.
- Universität Wien - 100%
- Ali Haroon Ali Omer, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Bernd Lenzner, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Franz Essl, Universität Wien , Mentor:in
- Michael Glaser, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Shao-Peng Li, East China Normal University - China
- Shiyu Ma, Shanghai Urban Construction Vocational College - China
- Mark Van Kleunen, Universität Konstanz - Deutschland
- Jonathan Lenoir, Université de Picardie Jules Verne - Frankreich
- Milan Chytry, Masarykova Univerzita - Tschechien
- Veronika Kalusová, Masarykova Univerzita - Tschechien