Aufwertung unkonventioneller Wasserressourcen in Städten
Valorisation of non-conventional water resources in cities
Europäische Partnerschaften: Water4All
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (60%); Geowissenschaften (20%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (20%)
Keywords
- Hybrid Water Supply,
- Decentralisation Of Water Infrastructure,
- Optimal Reclaimed Water Networks
Wasser wird in Städten zunehmend knapp. Klimawandel, häufigere Trockenperioden und steigender Verbrauch belasten bestehende Wasserversorgungssysteme und stellen ihre langfristige Funktionsfähigkeit vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden täglich große Mengen Wasser nach einmaliger Nutzung als Abwasser entsorgt obwohl dieses Wasser noch wertvolle Ressourcen enthält. Genau hier setzt das Forschungsprojekt RESET an. RESET verfolgt das Ziel, urbane Wassersysteme nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten, indem Abwasser nicht mehr als Abfall, sondern als Ressource verstanden wird. Das Projekt untersucht, wie aufbereitetes Abwasser aus Haushalten und Städten sicher wiederverwendet werden kann, etwa für Toilettenspülung, Gartenbewässerung oder andere Anwendungen, für die keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Gleichzeitig werden im Abwasser enthaltene Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff sowie nutzbare Energie gezielt zurückgewonnen. Im Mittelpunkt steht ein kreislauforientierter Ansatz: Wasser soll mehrfach genutzt, Ressourcen sollen im System gehalten und Umweltbelastungen reduziert werden. RESET kombiniert dafür naturbasierte Lösungen, die natürliche Reinigungsprozesse nutzen, mit technischen Verfahren, die dort eingesetzt werden, wo besonders hohe Anforderungen an die Wasserqualität bestehen. Diese Kombination ermöglicht flexible, energiearme und an unterschiedliche Standorte angepasste Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf dezentralen Systemen, also Anlagen, die nahe am Ort der Wasserentstehung eingesetzt werden können, etwa in Wohngebäuden oder Stadtquartieren. Solche Lösungen entlasten zentrale Infrastrukturen wie großräumige Anlagen oder Leitungsnetze und lassen sich gezielt an den lokalen Bedarf anpassen. Gleichzeitig untersucht RESET, wie viele kleine Anlagen sinnvoll miteinander vernetzt und im Zusammenspiel mit dem zentralen Leitungsnetz optimal abgestimmt werden können, sodass Wasserangebot und - nachfrage räumlich und zeitlich zusammenpassen. Neben technischen Fragestellungen behandelt das Projekt auch Sicherheits- und Akzeptanzfragen. Wiederverwendetes Wasser muss zuverlässig sauber bleiben auch während der Speicherung und Verteilung. RESET entwickelt dafür Konzepte zur Überwachung, Steuerung und Qualitätssicherung sowie verständliche Entscheidungsgrundlagen für Kommunen und Planungsträger. Durch internationale Zusammenarbeit untersucht RESET diese Ansätze unter unterschiedlichen klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen. Die Ergebnisse liefern praxisnahe Grundlagen für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft und tragen dazu bei, Trinkwasser zu schonen, Ressourcen zu sichern und Städte besser auf kommende Herausforderungen vorzubereiten.
- Universität Innsbruck - 100%
- Paulo Paula Loureiro - Brasilien, Projektpartner:in
- Timo Dilly, Sustainable Water Infrastructure Solutions GmbH - Deutschland, Projektpartner:in
- Carlo Morandi, Technische Universität Kaiserslautern - Deutschland, Projektpartner:in
- Heidrun Steinmetz, Technische Universität Kaiserslautern - Deutschland, Projektpartner:in
- Silvia Vendetti - Luxemburg, Projektpartner:in
- Jorge Jesus Rodriguez Chueca, Universidad Politecnica de Madrid - Spanien
- Hana Brunhoferova, University of Chemistry and Technology Prague - Tschechien, Projektpartner:in