FOOD-FRAMES
Europäische Partnerschaften: FutureFooodS
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (70%); Psychologie (20%); Rechtswissenschaften (10%)
Keywords
- Public Health Nutrition,
- Food marketing,
- Misinformation,
- Disinformation,
- Food environment,
- Food policy
Unser derzeitiges Ernährungssystem belastet die Umwelt maßgeblich und trägt zur Zunahme ernährungsbedingter chronischer Erkrankungen bei. Um gesunde und nachhaltige Ernährungsweisen zu ermöglichen, braucht es Ernährungsumgebungen, die bessere Entscheidungen aktiv unterstützen doch die ernährungsbezogenen Informationen, die Konsument*innen aktuell im Alltag antreffen, bewirken oft das Gegenteil. Allgegenwärtiges Lebensmittelmarketing sowie Falschinformationen verkomplizieren das öffentliche Verständnis, verstärken politisierte Narrative und übertragen die Verantwortung unfairerweise auf Einzelne. So fällt es vielen Menschen schwer, gesunde und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Das Forschungsprojekt FOOD-FRAMES ist internationale Kooperation mit Beteiligten aus acht europäischen Ländern Belgien, Dänemark, Deutschland, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen und Österreich , das Marketing und Falschinformationen als systemische Treiber der Ernährung untersucht und evidenzbasierte politische Lösungen durch Co-Kreationsprozesse entwickelt. Das Projekt vereint Expertise aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Public Health, Ernährungswissenschaft, Psychologie und Rechtswissenschaft, um grundlegende Zusammenhänge besser zu verstehen und einen nachhaltigen Wandel in unserem Ernährungssystem anzustoßen. Das österreichische Forschungsteam wird sich auf die Untersuchung psychologischer Mechanismen von ernährungsbezogenen Falschinformationen und Lebensmittelmarketing in Online-Umgebungen konzentrieren, um Interventionsansätze abzuleiten. Erstens werden eine Reihe von Studien durchgeführt, die untersuchen, wie Falschinformationen und Marketing in Online-Umgebungen Einstellungen, Absichten und den tatsächlichen Lebensmittelkonsum beeinflusst. Dafür beinhaltet das Projekt sowohl groß angelegte Umfragen als auch detaillierte tägliche Befragungen zur Erfassung zentraler psychologischer Faktoren in mehreren europäischen Ländern. Parallel dazu wird das Projekt umfangreiche Daten zur Verbreitung ernährungsbezogener Falschinformationen und Marketing in Onlinemedien sammeln, indem diese Inhalte gezielt mittels halbautomatisiertem Webscraping sowie freiwilligen Social-Media-Datenspenden von Einzelpersonen gesammelt werden. Beide Datenquellen werden zusammengeführt, um ein umfassendes Bild vom Ausmaß und der Wirkung des Ausgesetztseins gegenüber ernährungsbezogenen Falschinformationen zu zeichnen. Zweitens werden auf Basis dieser Erkenntnisse Interventionen identifiziert und weiterentwickelt, die auf Bevölkerungsebene angewendet werden können, um die Exposition gegenüber Falschinformationen zu verringern. Dafür kombiniert das Forschungsteam systematische Literaturreviews und Expert*innenbefragungen. Die resultierenden Interventionen werden in länderübergreifenden Studien getestet, um Empfehlungen für nationale und EU-weite Politikmaßnahmen abzuleiten.
- Universität Wien - 100%
- Carl Lachat, Ghent University - Belgien, Projektpartner:in
- Stefanie Vandevijvere, Sciensano - Belgien, Projektpartner:in
- Eva Rehfuess, Ludwig Maximilians-Universität München - Deutschland
- Philipsborn Peter Von, Universität Bayreuth - Deutschland, Projektpartner:in
- Lena Frischlich, University of Southern Denmark - Dänemark, Projektpartner:in
- Janas Harrington, University College Cork - Irland, Projektpartner:in
- Silvia Rolandi, University of Pisa - Italien, Projektpartner:in
- Liv Elin Torheim, The Norwegian Institute of Public Health - Norwegen, Projektpartner:in